Niederwieser kündigt parlamentarisches Vorgehen gegen Hahn-Studie an

SPÖ-Bildungssprecher hält zur Fend-Studie fest: Deutsche "Gesamtschule" ist in keiner Weise Vorbild

Wien (SK) - "Dass Wissenschaftsminister Hahn, der in seinem
Ressort genügend zu tun hätte, Studien zur Schule und unter SchülerInnen in Auftrag gibt, wird ein parlamentarisches Nachspiel haben", kündigt SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst an. Die heute in der "Kleinen Zeitung" veröffentlichten Studienergebnisse stellen aus der Sicht Niederwiesers eine "Einmischung in ein Ressort dar, in dem Hahn keinerlei Kompetenzen" habe. Klare Worte fand Niederwieser auch zu einer Studie von Helmut Fend. "Dass die deutsche 'Gesamtschule' kein Vorbild ist, wissen wir schon lange. Bei den wichtigen Punkten, die für mehr Gerechtigkeit im Bildungssystem sorgen, sind wir auf einem guten Weg." ****

Minister Hahn hätte in seinem Verantwortungsbereich genügend Probleme, die es zu beheben gibt. "Wenn die jungen Wissenschafter in Scharen die Universitäten verlassen, weil es immer noch keine Einigung beim Dienstrecht gibt, dann wäre es sinnvoll, wenn er seine Energien hierauf verwendet und nicht, um ressortfremde Studien in Auftrag zu geben", so Niederwieser. In diesem Zusammenhang werde es jedenfalls parlamentarische Schritte von Seiten der SPÖ geben, kündigte der SPÖ-Bildungssprecher an.

"Die Studie von Helmut Fend zeigt nur wieder, dass man eine 'Gesamtschule' so wie in Deutschland nicht machen kann", betont Niederwieser. Denn eines der Merkmale einer Gesamtschule sei es, dass damit eine einzige, gemeinsame Schule für alle Kinder einer Altersgruppe geschaffen werde. "Deshalb ist das deutsche 'Gesamtschulmodell' für Österreich und die Diskussion über die Bildungsreform hier auch nicht relevant." Dass Frühförderung, kleinere Klassen und ganztägige Schulformen für mehr soziale Gerechtigkeit von großer Bedeutung seien, sei ebenfalls bekannt. "Bei der Frühförderung sind wir auf einem guten Weg und auch der Ausbau der Ganztagsplätze ist auf Schiene", erklärte Niederwieser. Das Ziel der SPÖ bleibe es weiter, die Chancen nicht im Alter von neun oder zehn Jahren zu verteilen und zu selektieren. "Das ist eines der entscheidenden Elemente eines gerechteren Schulsystems", so Niederwieser abschließend. (Schluss) js

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