- 04.01.2008, 11:59:14
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Niederwieser kündigt parlamentarisches Vorgehen gegen Hahn-Studie an
SPÖ-Bildungssprecher hält zur Fend-Studie fest: Deutsche "Gesamtschule" ist in keiner Weise Vorbild
Wien (SK) - "Dass Wissenschaftsminister Hahn, der in seinem
Ressort genügend zu tun hätte, Studien zur Schule und unter
SchülerInnen in Auftrag gibt, wird ein parlamentarisches Nachspiel
haben", kündigt SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser am Freitag
gegenüber dem SPÖ-Pressedienst an. Die heute in der "Kleinen Zeitung"
veröffentlichten Studienergebnisse stellen aus der Sicht
Niederwiesers eine "Einmischung in ein Ressort dar, in dem Hahn
keinerlei Kompetenzen" habe. Klare Worte fand Niederwieser auch zu
einer Studie von Helmut Fend. "Dass die deutsche 'Gesamtschule' kein
Vorbild ist, wissen wir schon lange. Bei den wichtigen Punkten, die
für mehr Gerechtigkeit im Bildungssystem sorgen, sind wir auf einem
guten Weg." ****
Minister Hahn hätte in seinem Verantwortungsbereich genügend
Probleme, die es zu beheben gibt. "Wenn die jungen Wissenschafter in
Scharen die Universitäten verlassen, weil es immer noch keine
Einigung beim Dienstrecht gibt, dann wäre es sinnvoll, wenn er seine
Energien hierauf verwendet und nicht, um ressortfremde Studien in
Auftrag zu geben", so Niederwieser. In diesem Zusammenhang werde es
jedenfalls parlamentarische Schritte von Seiten der SPÖ geben,
kündigte der SPÖ-Bildungssprecher an.
"Die Studie von Helmut Fend zeigt nur wieder, dass man eine
'Gesamtschule' so wie in Deutschland nicht machen kann", betont
Niederwieser. Denn eines der Merkmale einer Gesamtschule sei es, dass
damit eine einzige, gemeinsame Schule für alle Kinder einer
Altersgruppe geschaffen werde. "Deshalb ist das deutsche
'Gesamtschulmodell' für Österreich und die Diskussion über die
Bildungsreform hier auch nicht relevant." Dass Frühförderung,
kleinere Klassen und ganztägige Schulformen für mehr soziale
Gerechtigkeit von großer Bedeutung seien, sei ebenfalls bekannt. "Bei
der Frühförderung sind wir auf einem guten Weg und auch der Ausbau
der Ganztagsplätze ist auf Schiene", erklärte Niederwieser. Das Ziel
der SPÖ bleibe es weiter, die Chancen nicht im Alter von neun oder
zehn Jahren zu verteilen und zu selektieren. "Das ist eines der
entscheidenden Elemente eines gerechteren Schulsystems", so
Niederwieser abschließend. (Schluss) js
Rückfragehinweis:
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