- 19.12.2007, 10:15:14
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Kärntner Landeskulturpreis posthum an Intendant Dietmar Pflegerl verliehen
LH Haider: Kein Bedarf an Kulturkampf in Kärnten - "Habe Pflegerls Arbeit sehr respektiert"
Klagenfurt (LPD) - Sieben Förderungspreise, ein Anerkennungspreis,
drei Würdigungspreise und schließlich der Landeskulturpreis wurden
Dienstag am Abend von Kulturreferent Landeshauptmann Jörg Haider im
Casineum Velden verliehen. Preisgelder in Höhe von insgesamt 62.700
Euro gingen dabei an die Kulturschaffenden. Der Landeskulturpreis für
Darstellende Kunst wurde posthum an den heuer verstorbenen
Intendanten des Stadttheaters Klagenfurt, Dietmar Pflegerl,
verliehen.
Bereits im Vorfeld hatte es Diskussionen um die Laudatio für
Pflegerl gegeben. Diese führten zu einem Wortentzug des Vorsitzenden
des Fachbeirates für Darstellende Kunst, Michael Weger, durch
Pflegerls Witwe Ellen. Der Landeshauptmann betonte daraufhin, dass es
eine "vernünftige Vorgangsweise" sei, ein Mitglied des Kulturgremiums
die Laudatio halten zu lassen. "In Kärnten haben wir keinen Bedarf
für einen Kulturkampf", sagte er "an die Adresse jener, die seit
Wochen versuchen, einen solchen aufkommen zu lassen". Haider sprach
sich vehement gegen eine parteipolitische Instrumentalisierung von
Künstlern aus.
Haider stellte auch fest, "dass wir hier über das Formelle
streiten, nicht aber über das Inhaltliche". Die bei der Verleihung
von einigen gebotene Inszenierung sei nicht im Sinne jener, "die eine
positive Erinnerung an den Kulturmann Dietmar Pflegerl haben wollen".
Der Landeshauptmann sagte, dass er mit dem Intendanten "persönlich
oft sehr harte Diskussionen" geführt habe. Aber man habe sich
persönlich immer respektiert "und ich habe auch Pflegerls Arbeit
immer sehr respektiert", betonte Haider.
Haider sagte auch, dass es ihm ein Anliegen sei, die
Demokratisierung der Kultur zu unterstützen. Die breite Bevölkerung
müsse die Möglichkeit habe, daran teilzuhaben. Er verwies auf die
große kulturelle Vielfalt in Kärnten und das große Potential an
international bekannten Kulturschaffenden. "Mit Begeisterung" arbeite
er im früher von vielen Politikern ungeliebten Kulturreferat, sagte
Haider. So sei vieles bewegt und viel Neues gemacht worden. Der
Landeshauptmann betonte auch, dass bei den Kulturpreisnominierungen
die Landesregierung stets die Entscheidungen der Fachbeiräte
akzeptiere. Auch bei Kunstankäufen entscheide eine Ankaufsjury und
nicht der Kulturreferent.
Den mit 14.500 Euro dotierten Landeskulturpreis nahmen für
Dietmar Pflegerl seine Frau Ellen und Tochter Olivia entgegen.
Dietmar Pflegerl wurde 1943 in Klagenfurt geboren. Sein Debüt gab der
Theaterregisseur 1970 in Basel. Ab 1980 war er als freier Regisseur
in Wien, Hamburg und Berlin tätig. Ab 1992 leitete er das
Stadttheater Klagenfurt, bis er im Mai 2007 den Kampf gegen den Krebs
verlor. Dietmar Pflegerl hat das Stadttheater Klagenfurt modernisiert
und zu einer international anerkannten Bühne ausgebaut.
Der Würdigungspreis für Architektur und besondere Verdienste um
die Baukultur ging an Friedrich Breitfuss, den Leiter der
Bauabteilung der Diözese Gurk. Ihn stellte der Architekt Gernot
Kulterer vom Fachbeirat für Baukultur vor. Der Würdigungspreis für
Volkskultur wurde an Inge Auer verliehen. Die Organisatorin der
Metznitzer Kulturtage und Initiatorin des Brauchtumsmuseums in
Metnitz wurde von Heimo Schinnerl vom Fachbeirat für Volkskultur als
"Botschafterin der bäuerlichen Lebenswelt" bezeichnet. Der
Würdigungspreis für Musik ging an den Komponisten Wolfgang Liebhart,
für den Bruno Strobl vom Fachbeirat für Musik die Würdigung hielt.
Den Preis für Liebhart nahm dessen Mutter entgegen. Die
Würdigungspreise sind mit jeweils 6.000 Euro dotiert.
Der mit 5.000 Euro dotierte Anerkennungspreis für den Bereich
"Elektronische Medien, Fotografie und Film" wurde an den vielseitigen
Filmer Wolfgang Thaler verliehen. Für ihn nahm Arno Rußegger vom
Fachbeirat für Literatur den Preis entgegen. Die mit jeweils 3.600
Euro dotierten Förderungspreise gingen an: Maria Petschnig für
Bildende Kunst (für die in New York weilende Malerin nahm Vater
Andreas Petschnig den Preis entgegen), Bernd Liepold-Mosser für
Darstellende Kunst, Rezka Kanzian für Literatur, Waltraud Russegger
für Musik, Landjugend Kärnten für Volkskultur (den Preis nahmen
Landesobmann Thomas Rinner und Landesleiterin Martina Einspieler
entgegen), Tina Bahovec für Geistes- und Sozialwissenschaften, Martin
Konar für Naturwissenschaften/Technische Wissenschaften.
Seitens der Kärntner Landesregierung war bei der
Kulturpreisverleihung auch Landesrat Josef Martinz anwesend.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung
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Tel.: 05- 0536-22 852
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