- 14.12.2007, 15:46:14
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Frauen und Männer in Österreich: Noch immer ein Bild der Ungleichheit
Frauenministerin Doris Bures präsentierte heute gemeinsam mit der kaufmännischen Generaldirektorin der Statistik Austria die neue statistische Analyse "Frauen und Männer in Österreich".
Wien (OTS) - "Es ist wichtig, die Daten ungeschminkt auf den Tisch
zu legen, denn aus der Analyse ergeben sich die politischen
Notwendigkeiten.", eröffnete Frauenministerin Doris Bures die heutige
Pressekonferenz im Haus der Statistik Austria, wo die jüngste
statistische Studie zur Lebenssituation von " Frauen und Männer in
Österreich", vorgestellt wurde. "Auch wenn wir schon ein Gefühl für
die Lebenssituationen für Frauen entwickelt haben, erst mit Zahlen
können wir dieses Gefühl untermauern."
Die Zahlen sprechen für sich: Obwohl Frauen bereits Gleichstand bei
der höheren Schulbildung erreicht haben - die Hälfte der Maturanten
und Hochschulabgänger sind schon weiblich - erreichen sie dennoch
nicht die Toppositionen der Männer. Nur 14 Prozent der
Uni-Professuren sind von Frauen besetzt, nur knapp ein Drittel der
hochqualifizierten Tätigkeiten erledigen Frauen.
Am anderen Ende der Skala dominieren die Frauen die Kategorie der
Pflichtschulabgänger ohne weitere Ausbildung mit knapp 70 Prozent.
Ebenso in der Berufswelt: Während sechs von zehn Frauen
Hilfsarbeitertätigkeiten verrichten, sind nur vier Prozent der
Vorarbeiter und Meister weiblich, bei den Angestellten verrichten
sieben von zehn Frauen Hilfstätigkeiten.
Trist ist die Einkommenssituation: Frauen verdienen nach wie vor,
unabhängig davon, ob sie Hilfsdienste oder führende Tätigkeiten
ausüben, um ein Viertel weniger als Männer. Noch deutlicher ist der
Unterschied, wenn man den öffentlichen Dienst wegrechnet: Angestellte
und Arbeiterinnen verdienen in der Privatwirtschaft um ein Drittel
weniger als ihre männlichen Kollegen.
Die stärkere Beteiligung von Frauen am Erwerbsleben freut die
Frauenministerin: "Berufstätigkeit von Frauen ist selbstverständlich
geworden, nur mehr zwei Prozent der Ehemänner lehnen diese noch immer
ab!" Der Anstieg der Beschäftigungsquote gehe allerdings auch auf die
deutliche Steigerung der Teilzeitarbeit zurück. 42 Prozent der
berufstätigen Frauen sind nicht vollzeitbeschäftigt. Diese hohe
Teilzeitquote bereitet der Frauenministerin Sorge, vor allem vor dem
Hintergrund, dass "viele Frauen von ihrem Einkommen kaum leben
können."
Ein wichtiger Schritt gegen die Frauenarmut sei der Mindestlohn. Das
flexible Kindergeld und der Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen
werde Frauen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern.
"Wir müssen Frauen im Berufsleben stärken. Eine aktive
Arbeitsmarktpolitik muss in die Höherqualifizierung der Frauen
investieren. Ein wichtiger Ansatz wäre auch, die
Wirtschaftsförderungen an Geschlechtergerechtigkeit im Betrieb zu
koppeln."
"Wir müssen endlich von den Daten zur Tat schreiten!", so Bures, die
den Statistischen Bericht als wichtige Grundlage für die Politik,
die Wirtschaft und die Wissenschaft auf dem Weg zur tatsächlichen
Gleichstellung der Geschlechter sieht.
Rückfragehinweis:
Bundeskanzleramt/Bundespressedienst
Tel. (01) 531 15 - 0
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