• 14.12.2007, 13:02:08
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Strache: Kinder sind der kostbarste Schatz einer Gesellschaft

FPÖ für verpflichtende gemeinsame Obsorge

Wien (OTS) - Zu Beginn seiner heutigen Pressekonferenz stellte
FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache klar, dass es der FPÖ bei der
Scheidungs- und Obsorgeproblematik nicht darum gehe, Männer und
Frauen gegeneinander auszuspielen. "Unser Zugang zu diesem Thema ist
grundsätzlich geschlechtsneutral. Unter einer Scheidung leiden beide
Geschlechter." Beide könnten Opfer sein, beide könnten aber auch
leider Täter sein.

Gerade jetzt, kurz vor Weihnachten, müsse allen bewusst sein, dass es
vor allem um eines gehe, nämlich um das Recht der Kinder auf beide
Elternteile, führte Strache weiter aus. Bei einer Scheidung oder
Trennung der Eltern seien gerade Kinder die Hauptleidtragenden. Sie
seien hin- und hergerissen zwischen den widersprüchlichsten Gefühlen,
oft entstünden irreparable seelische Schädigungen, wenn Kinder im
Scheidungskrieg als Waffe missbraucht würden. Es gebe aber Mittel und
Wege, dies zu verhindern. Die verpflichtende gemeinsame Obsorge wäre
eine solche Methode. Die Möglichkeit der gemeinsamen Obsorge, die es
in Österreich seit 2001 auf freiwilliger Basis gibt, wurde bisher in
53,7 Prozent der Fälle in Anspruch genommen.

Eine Evaluierungsstudie des Justizministeriums habe folgende positive
Auswirkungen festgestellt: die schnellere Beruhigung des
Konfliktniveaus, weniger Konflikte um die Ausübung des Besuchsrechts,
hohe Zufriedenheit mit der Obsorge beider Elternteile, häufigere
Kontakte der Kinder mit dem getrennt lebenden Elternteil, eine zehn
Mal niedrigere Kontaktabbruchsrate als bei alleiniger Obsorge, der
getrennt lebende Elternteil übernimmt quantitativ und qualitativ mehr
elterliche Aufgaben und Verantwortung, mehr Austausch zwischen den
getrennt lebenden Eltern, positive Auswirkungen auf die Zahlung des
Kindesunterhalts (pünktlicher, Höhe wird eher als angemessen erlebt).

Die FPÖ meint daher, dass die Obsorge beider Elternteile gesetzlich
vorgeschrieben werden soll, und ein Abgehen von dieser Regelung nur
bei Vorliegen einer Gefährdung des Kindeswohls möglich sein soll. Es
könne auch nicht sein, dass die Entscheidung in Scheidungsfällen oft
jahrelang dauere. Deshalb verlange die FPÖ eine unbedingte
Entscheidungspflicht in Besuchsrechts- und Obsorgeangelegenheiten
binnen sechs Monaten, so Strache.

"Uns geht es primär um das Kindeswohl", erklärte Strache. "Kinder
sind unsere Zukunft. Das muss uns allen klar sein. Sie sind der
kostbarste Schatz einer Gesellschaft. Ein Schatz, den man nicht
mutwillig verschleudern darf."

Rückfragehinweis:
Freiheitlicher Parlamentsklub

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