• 14.12.2007, 10:10:44
  • /
  • OTS0062 OTW0062

WWF und Naturschutzbund Niederösterreich gegen S8-Pläne

Ausbau des öffentlichen Verkehrs statt Autobahnwahnsinn gefordert

Wien/St. Pölten (OTS) - Der WWF und der Naturschutzbund
Niederösterreich sprechen sich massiv gegen die Vorverlegung des
Baubeginns und die neue Trassenführung für die umstrittene
Marchfeld-Schnellstraße (S8) aus, wie dies gestern von
Landeshauptmann Erwin Pröll und Bundesminister Werner Faymann
angekündigt wurde. "Die Pläne widersprechen jeglicher Zielsetzung
einer nachhaltigen Raumentwicklung - in wirtschaftlicher,
ökologischer und sozialer Hinsicht", so die beiden Organisationen.

Nur wenige Wochen nach der Verkehrsfreigabe der A6, der direkten
Verbindung zwischen Wien und Bratislava, wird nun der Startschuss für
eine zweite Autobahntrasse in nicht einmal 20 Kilometern Luftlinie
von der A6 gegeben. Damit wird das Budget der ASFINAG auf weitere
Jahrzehnte unnötig belastet, da nun zwei hochrangige Straßen parallel
geführt werden sollen. Bei dieser Entscheidung wurden die Ergebnisse
der strategischen Umweltprüfung, die bereits im Jahr 2004 fertig
gestellt worden ist, völlig ignoriert. Die Prüfung hatte die
Maßnahmen im öffentlichen Verkehr wesentlich besser bewertet als
beide Schnellstraßenvarianten. Auch wurden kritische Stellungnahmen
im Rahmen dieser Prüfung völlig ignoriert. Es wurde bereits damals
massiv bezweifelt, dass eine zweite "de facto-Autobahn" zwischen Wien
und Bratislava überhaupt notwendig ist.

Der WWF und der Naturschutzbund Niederösterreich sind zudem der
Meinung, dass die Marchfeld-Schnellstraße in dieser Form gar nicht
genehmigungsfähig ist. Die Straße wird nicht nur die March-Auen
sondern auch weitere hochwertige Schutzgebiete und Schutzgüter im
Marchfeld beeinträchtigen, so die Umweltschützer. "Die jetzt
getätigten Versprechungen sind nicht mehr als ein teures
Wahlkampfzuckerl", sagte Bernhard Kohler, Leiter des WWF
Ostösterreich-Programms. "Während weltweit an Strategien für
wirksamen Klimaschutz gearbeitet wird, setzt die Regionalpolitik in
Niederösterreich noch immer auf überdimensionierte
Straßenbauvorhaben."

Für den Großraum Wien und besonders das Marchfeld wird die S8
keinerlei Verkehrsentlastung bringen, sondern eine massive Zunahme
des Verkehrs auch in den Gebieten bewirken, die bisher noch relativ
ruhig waren. "Eine Förderung des öffentlichen Verkehrs und die lokale
Beruhigung des Verkehrs durch Umfahrungen ist die wesentlich bessere
Lösung im Hinblick auf Ökologie, Ökonomie und Lebensqualität - das
Geld dafür wäre ja offenbar vorhanden", so Margit Gross,
Geschäftsführerin des Naturschutzbundes Niederösterreich.

Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231 oder 0676-83 488 231.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WWF

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel