• 10.12.2007, 14:30:32
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"Heilige Zeiten" ab 12.12. im Architekturzentrum Wien

Eine Ausstellung widmet sich dem Wiener Kirchenbau nach 1945

Wien (OTS) - Eröffnung der Ausstellung am 12.12., 19 Uhr mit
begleitender Podiumsdiskussion.
13.12.07 - 14.01.08, Eintritt frei!

Die Ausstellung Heilige Zeiten widmet sich dem Wiener Kirchenbau
der Nachkriegszeit, der im internationalen Vergleich sowohl
quantitativ als auch hinsichtlich seiner architektonischen Qualität
einen herausragenden Stellenwert einnimmt. Bislang zu wenig gewürdigt
und im Schatten der Sakralbauten der Vorkriegszeit stehend, werden
erstmals die wichtigsten Tendenzen der letzten fünf Jahrzehnte anhand
charakteristischer Beispiele dargestellt.

Der christliche Sakralbau avancierte ab den 1950er Jahren zu einer
zentralen Bauaufgabe, mit der sich erstrangige Architekten wie Le
Corbusier, Oscar Niemeyer oder Egon Eiermann auseinandersetzten. In
Wien markierte der Wettbewerb für den Neubau der Matzleinsdorfer
Pfarrkirche St. Florian 1957 eine künstlerische Weichenstellung:
Während der realisierte Bau des Altmeisters Rudolf Schwarz noch eine
Bezugnahme auf den traditionellen Bautypus der Basilika erkennen
lässt, zeigen die Entwürfe der Arbeitsgruppe 4 (Wilhelm Holzbauer,
Friedrich Kurrent und Johannes Spalt) bereits das in der Folge
vorherrschende Konzept des Quadratraums mit zentral positioniertem
Altar. Dieser wird auf Grundlage des Gemeindegedankens in den 1960er
Jahren durch Ottokar Uhl, Josef Lackner, Johann Georg Gsteu und
Johannes Spalt in vielfältiger Weise dekliniert.

Während schon Fritz Wotrubas Kirche "Zur Heiligsten
Dreifaltigkeit" (1974-76) eine radikale Abkehr vom "Wiener Kanon"
bedeutete, etablierte sich mit dem Aufkommen der Postmoderne ein
räumlich-architektonischer Pluralismus: Otto Häuselmayers Kirchen
(1992-96) weisen mit Kirchturm, Tonnendach, Jocheinteilung und Apsis
Elemente des traditionellen Sakralbaus auf und sind zudem durch die
exzentrische Positionierung des Altars hierarchisiert. Heinz Tesars
Kirche "Christus Hoffnung der Welt" (1997-2000) ist der Versuch,
Sakralität mittels Lichtführung und christlicher Symbolik zu
erzeugen.

In Kooperation mit der TU Wien, werden in der Ausstellung acht
charakteristische Wiener Kirchenbauten der Nachkriegszeit u.a. als
Modellrekonstruktionen im Maßstab 1:50 vorgestellt. Ergänzt wird die
Präsentation durch Dokumentationen in Text und Bild sowie Fotografien
von Margherita Spiluttini.

Detaillierte Presseinformation zur Ausstellung unter
http://www.azw.at

Rückfragehinweis:
Mag. Ines Purtauf
Architekturzentrum Wien
Telefon: 01/522 31 15-23
mailto:[email protected]
www.azw.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AZW

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