• 10.12.2007, 14:11:07
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Lkw-Blockaden: Unübersichtliche Situation in Italien

Gewalttätige Übergriffe gegen nicht am Ausstand beteiligte Fahrzeuge - Heimische Frächter befürchten bei längerer Dauer wirtschaftliche Schäden

Wien (PWK975) - Die Streiksituation in Italien stellt sich derzeit
als relativ chaotisch und unübersichtlich dar. Wie der Fachverband
Güterbeförderung in der WKÖ aus Mitgliederkreisen und anderen Quellen
erfährt, gibt es Blockaden vor allem an neuralgischen Stellen in der
Nähe großer Städte, Grenzübergänge, Tunnelstrecken und Mautstationen.

Betroffen sind insbesondere (von Ost nach West): die Autobahn A 23
ab Udine südwärts, die Autobahn A 4 im Großraum Venedig, Treviso und
Vicenza, die Autobahn A 4 im Raum Mailand und die Autobahn A 10
beginnend bei der französischen Grenze in Ventimiglia. Die Grenze
nach Italien ist inzwischen gesperrt. Auf der französischen Autobahn
A 8 kommt es Richtung Italien zu Staus, zahlreiche Fahrzeuge suchen
Parkmöglichkeiten.

Betroffen sind weiters der Frejus-Tunnel (Autobahn A 5) und die
Autobahn A 1 in Richtung Süden. Insbesondere in der Umgebung um Rom
sind zahlreiche Auf- und Abfahrten gesperrt. Auch Tankstellen und
Mautstationen sind blockiert bzw. gesperrt. Die Grenze zwischen
Schweiz und Italien bei Chiasso ist inzwischen ebenfalls gesperrt.
Ein Weiterkommen auf italienischer Seite ist nahezu unmöglich. Auf
der A2 Basel Richtung Chiasso wird zwischen dem Parkplatz Sonnenberg
und der Zollstation am Grenzübergang Chiasso-Brogeda der Verkehr
behindert. Die Kantonspolizei Uri hat für den Transit-Schwerverkehr
die "Phase rot" verfügt. Die Zufahrt zur rollenden Landstraße in
Trento ist ebenfalls bereits blockiert.

In Einzelfällen ist es auch zu gewalttätigen Übergriffen gekommen.
So wurde, Berichten zufolge, an mehreren Orten versucht, mit
Steinwürfen die Beleuchtung der Fahrzeuge unbrauchbar zu machen. Wie
der Handelsdelegierte für Italien, Michael Pötscher, dazu aktuell
berichtet, gebe es gezielte Aktionen zur Einschüchterung von
Fahrzeugeigentümern, die sich nicht am Streik beteiligen. Damit soll
der Streikstillstand nach Möglichkeit auf den ganzen Sektor
ausgeweitet werden. Einige Gewaltbereite haben, wahrscheinlich mit
Zustimmung mancher Interessensvertreter, seit vergangener Nacht
regelrechte Bandenaktionen durchgeführt und erhebliche Schäden an den
Fahrzeugen angerichtet (aufgeschnittene Reifen, eingeschlagene
Scheiben). Die italienische Polizei habe bisher allerdings wenig
unternommen, um die freie Fahrt der Lkw sicherzustellen.

Hintergrund der Blockadeaktionen in Italien soll der erhöhte
Dieselpreis und die steuerliche Situation sein. Die österreichischen
Frächter befürchten bei längerer Dauer wirtschaftliche Schäden,
insbesondere durch die Unmöglichkeit, bestellte Waren rechtzeitig
auszuliefern, sowie durch das Ausbleiben von Folgeaufträgen, erklärt
Fachverbandsgeschäftsführer Rudolf Bauer. (hp)

Rückfragehinweis:

Wirtschaftskammer Österreich
   Fachverband Güterbeförderungsgewerbe
   Mag. Rudolf Christian Bauer
   Tel.: (++43) 9616363-57
   mailto: [email protected]
   www.dietransporteure.at

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