- 07.12.2007, 12:39:00
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ÖBB-Finanzen: Geld ist nicht verloren
Söllinger: Kursschwankungen sind völlig normal, abgerechnet wird erst am Ende der Laufzeit
Wien (OTS) - Wien, 7. Dezember 2007 - Mehr als verwundert zeigt
sich ÖBB-Finanzchef Erich Söllinger über die gestern aufgetretene
Diskussion über die Entwicklung der ÖBB-Finanzen. "Wir haben die
Geschäfte bereits im Geschäftsbericht und den
Wirtschaftsprüferberichten 2006 ausführlich dargestellt und zuletzt
in der Aufsichtsratsitzung am 18. September 2007 umfassend über die
gesamte Finanzgebarung den Aufsichtsrat informiert." Von plötzlich
bekannt gewordenen Geschäften könne daher keine Rede sein, so
Söllinger. Der Finanzvorstand stellt zudem klar: "Das Geld ist nicht
verloren, denn bis zum Auslaufen der Verträge 2013 bzw. 2015 gibt es
bislang rein buchhalterische Anpassungen in Form von Rückstellungen.
Abgerechnet wird erst am Ende."****
Söllinger stellt zudem klar, dass es sich um keine Spekulationen
handelt, da jedes Finanzgeschäft ein Grundgeschäft als Basis hat -
wie zum Beispiel die Beschaffung und Finanzierung von Lokomotiven,
also mit dem operativen Kerngeschäft der ÖBB unmittelbar zu tun hat.
Von Äpfeln und Birnen: die Geschäfte richtig dargestellt
Im Zusammenhang mit den Cross-Border-Lease-Transaktionen wurden
Wertpapierdepots, Payment Undertaking Agreements
(Zahlungsvereinbarungen) und Swaps abgeschlossen, um Leasingraten
während und den Kaufpreis am Ende der Laufzeit zu bezahlen. Um daraus
resultierende Risken abzusichern und den Ertrag für die ÖBB zu
verbessern, wurden Portfolio Credit Default Swaps (PCDS)
abgeschlossen. Dabei kommt es gegen Bezahlung einer Prämie zu einem
Abtausch von Kreditrisiken zwischen der Deutschen Bank und den ÖBB.
Zu diesem Zweck wurden Verträge abgeschlossen, in denen sich die ÖBB
ihrerseits verpflichtet hat, Risiken aus den PCDS zu übernehmen und
im Gegenzug dazu sich die Deutsche Bank verpflichtet hat, Risiken aus
dem Cross Border Lease zu übernehmen. Insgesamt umfasst das Geschäft
ein Volumen von 612,9 Mio. EUR.
Also: Im Gegenzug zur Risikoübernahme durch die Deutsche Bank haben
die ÖBB das Risiko an einer Tranche einer Collateralized Debt
Obligation übernommen. Grundlage dafür sind vier Portfolio Credit
Default Swaps (PCDS), die die ÖBB mit der Deutschen Bank geschlossen
hat. Die den PCDS zugrunde liegenden Referenzen sind in einer AAA -
gerateten Tranche gebündelt. Erst wenn vermehrt Ausfälle im Pool
eintreten sollten, wären die ÖBB verpflichtet, der Deutschen Bank
diesen Verlust als Sicherungskäufer zu ersetzen. Dies ist bislang
weder eingetreten, noch zeichnet sich so eine Entwicklung ab.
Kursschwankungen normal
Söllinger stellt klar: "Bei allen Geschäften am Finanzmarkt sind
Kursschwankungen völlig normal und wir waren von Anfang an auch
darauf eingestellt. Wir haben bei diesen Finanzgeschäften einen
grundsätzlich risikoarmen Weg gewählt und uns extern gründlich
beraten lassen. Zudem rechnen wir damit, dass bis zum Ende der
Laufzeit 2013 bzw. 2015 keine Verluste im Portfolio schlagend werden
und wir daher die Prämie im vollen Umfang ergebniswirksam
vereinnahmen können." Bis dahin kann es immer wieder
Wertberichtigungen in den Büchern geben. Sie haben aber weder eine
Auswirkungen auf die wirtschaftliche Performance der ÖBB "und schon
gar nicht auf die Steuerzahler", sagt Söllinger.
Rückfragehinweis:
ÖBB-Holding AG
Konzernkommunikation
Tel: +43/1/93000-44280
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