• 07.12.2007, 09:02:25
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Anhaltend gute Industriekonjunktur, starker Preisauftrieb bremst Konsum

Wien (WIFO) - Die österreichische Wirtschaft wuchs im III. Quartal
gegenüber dem Vorjahr real um 3,4%. Der Boom in der Exportindustrie
hielt an, für die kommenden Quartale lassen die Ergebnisse des
WIFO-Konjunkturtests eine nur leichte Abschwächung erwarten. Hingegen
nahm die Konsumnachfrage sehr verhalten zu. Die Beschleunigung des
Preisauftriebs bremst den Anstieg der verfügbaren Realeinkommen und
der Verbrauchsausgaben der privaten Haushalte.

Die österreichische Wirtschaft setzte im III. Quartal ihr
kräftiges Wachstum fort. Das BIP erhöhte sich laut
Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung des WIFO gegenüber dem Vorjahr
real um 3,4%. Die wichtigste Stütze der Konjunktur bildete einmal
mehr die robuste Ausweitung der Sachgüterproduktion (+7,9% gegenüber
dem Vorjahr), die vom kräftigen Güterexport getrieben wird (+5,9%).
Die heimischen Exporteure profitieren von der auch im III. Quartal
starken Expansion der Weltwirtschaft. Das Wirtschaftswachstum betrug
in der EU und in den USA real knapp 3%, in den Schwellenländern war
es wesentlich höher. Nun mehren sich allerdings die Anzeichen für
eine deutliche Verlangsamung der Entwicklung, vor allem in den USA,
wo die Krise im Wohnbausektor zunehmend auf die Konsumnachfrage
ausstrahlt. Zudem sind die Turbulenzen auf den internationalen
Finanzmärkten nach wie vor nicht überwunden. Die Wettbewerbsfähigkeit
der Wirtschaft des Euro-Raumes wird durch die effektive Aufwertung
des Euro beeinträchtigt.

In Österreich bildete im 1. Halbjahr 2007 auch die Bauwirtschaft
einen Konjunkturmotor. Die Nachfrage war insbesondere im Tiefbau so
kräftig, dass nicht nur Produktion und Beschäftigung, sondern auch
die Preise (+3,9%) kräftig stiegen. Nun zeichnet sich eine
allmähliche Abkühlung der raschen Expansion ab. Die Wertschöpfung
erhöhte sich im III. Quartal real noch um 2,2%, der
Beschäftigungszuwachs verlangsamte sich im Oktober auf +0,5%. Im III.
Quartal zogen auch die Ausrüstungsinvestitionen an (+6,7%). Insgesamt
belebt sich allerdings die Investitionstätigkeit schwächer, als
angesichts der guten Exportkonjunktur zu erwarten wäre.

Vor allem aber springt der Aufschwung nicht auf die
Konsumnachfrage der privaten Haushalte und die von ihr abhängigen
Wirtschaftszweige über. Der private Verbrauch stieg im III. Quartal
gegenüber dem Vorjahr real um nur 1,9% und damit neuerlich viel
schwächer als im langfristigen Vergleich. Die Wertschöpfung erhöhte
sich im Einzelhandel real um 1,2%, Kfz-Handel und Großhandel
verzeichneten einen Rückgang.

Übersicht 1: Ergebnisse der vierteljährlichen Volkswirtschaftlichen
Gesamtrechnung - auf der WIFO-Website (http://www.wifo.ac.at/presse)

Die Ausweitung der Verbrauchsausgaben der privaten Haushalte wird
vor allem vom verhaltenen Anstieg der nominellen Einkommen gebremst.
Zuletzt dämpfte allerdings auch der Preisauftrieb Realeinkommen und
Konsumnachfrage. Im Oktober betrug die Inflationsrate 2,8%. Sie wird
in erster Linie von der kräftigen Verteuerung von Milchprodukten
sowie Treibstoffen, Strom und Gas getrieben. Die aktuelle Entwicklung
der Erzeugerpreise für Nahrungsmittel und der Notierungen auf dem
Rohölweltmarkt lassen für die kommenden Monate keine Entspannung des
Preisauftriebs auf Verbraucherebene erwarten.

Abbildung 1: Entwicklung des realen Bruttoinlandsproduktes - auf der
WIFO-Website (http://www.wifo.ac.at/presse)

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem WIFO-Monatsbericht
12/2007!

Rückfragehinweis:
Dr. Ewald Walterskirchen
Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung - WIFO
Tel. +43 1 798 26 01-257 * Fax. +43 1 798 93 86
mailto:[email protected]

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