• 06.12.2007, 13:26:22
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Peak Oil - der Wendepunkt liegt bereits hinter uns

Jörg Schindler: "Bis 2030 wird sich die Ölproduktion halbieren!" - Die Energy Watch Group nennt als Peak der weltweiten Ölförderung das Jahr 2006.

Wien (OTS) - Unter dem Titel "Crude Oil - The Supply Outlook"
präsentierte kürzlich die Energy Watch Group (EWG) - eine Plattform
von regierungs- und unternehmensunabhängigen Wissenschaftern - einen
Bericht zur künftigen Verfügbarkeit von Erdöl. Bei der
Pressekonferenz des Österreichischen Biomasse-Verbandes sorgte Jörg
Schindler, neben Dr. Werner Zittel einer der beiden Studienautoren,
mit der Aussage für Aufsehen, dass die globale Ölförderung bereits im
Jahr 2006 ihren Höhepunkt überschritten hat. Jörg Schindler warnte
zudem eindringlich: "Das Problem liegt im rapiden Rückgang der
Fördermengen. Die entstehende Förderlücke kann weder aus fossilen
oder atomaren noch aus erneuerbaren Energiequellen in dieser
Geschwindigkeit wieder geschlossen werden."

Weitere besorgniserregende Ergebnisse der Studie: Die weltweiten
Ölreserven sind vermutlich um 25 Prozent zu hoch angesetzt. Bis 2030
wird sich die jährliche Ölproduktion etwa halbieren. Diese Ergebnisse
stehen in dramatischem Gegensatz zu den Projektionen der
Internationalen Energie Agentur (IEA), die in ihren Strategiepapieren
die Notwendigkeit zu einem derartig grundlegenden Wandel in der
Energieversorgung in naher und weiter Zukunft heftig dementiert. Mit
dieser "business as usual"-Haltung verhindere die Internationale
Energie Agentur in ihrer Funktion als Beratungsinstanz für
Regierungen und Volkswirtschaften einen rechtzeitigen Umbau unserer
Wirtschafts- und Energiesysteme auf postfossile, erneuerbare
Technologien, so Schindler.

Weitere Studien der Energy Watch Group zur künftigen Verfügbarkeit
von Kohle und Uran zeigen ebenfalls die künftigen Grenzen auf. Eine
entsprechende Studie zu Gas ist in Vorbereitung und wird zeigen, dass
der Peak der weltweiten Gasförderung ebenfalls in absehbarer Zukunft
erreicht sein wird. Regionale Engpässe der Gasversorgung in
Nordamerika und Europa werden sich schon sehr viel früher zeigen.

Zusammengefasstes Ergebnis dieser Analysen ist, dass das
zurückgehende Ölangebot nicht durch eine entsprechende Ausweitung
anderer fossiler Energiequellen ausgeglichen werden kann. Die Welt
steht vor tief greifenden Umbrüchen, deren Auswirkungen sich
insbesondere im Transportbereich zeigen werden. Eine Verknappung und
Verteuerung von Kraftstoffen für alle Verkehrsträger ist unabwendbar
und wird mittel- und langfristig zu einem veränderten
Mobilitätsverhalten und zu einer veränderten internationalen
Arbeitsteilung führen müssen. Erhöhte Energiepreise in Verbindung mit
einem reduzierten Angebot werden zu einer Erhöhung des
Raumwiderstandes führen. Der Nahbereich wird an Bedeutung gewinnen,
die Ferne wird an Bedeutung abnehmen - es wird sich eine neue Balance
zwischen Nähe und Ferne einstellen.
Energie effizienter nutzen und die forcierte Einführung von
erneuerbaren Energien sind zwangsläufige Folgen des zurückgehenden
Angebots an Erdöl. Darin liegt auch eine Chance, sowohl für das Klima
wie auch für die Wirtschaft.

Die Studie "Crude Oil - The Supply Outlook" finden Sie im Internet
unter: http://www.ots.at/redirect.php?energy

Die Verfasser der Studie, Dr. Werner Zittel und Jörg Schindler,
forschen bei der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH in Ottobrunn (D).

Rückfragehinweis:

DI Stephan Grausam
   Österreichischer Biomasse-Verband
   Franz Josefs-Kai 13
   A-1010 Wien
   Tel: +43-1-533 07 97-32
   Fax: +43-1-533 07 97-90
   E-Mail: [email protected]

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