- 06.12.2007, 10:07:15
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Tankstellenpächter wehren sich: Müssen vorgeschriebene Preisänderungen umgehend vollziehen
Kritik an den Mineralölkonzernen - "Wollen in Partnerschaft und nicht in moderner Leibeigenschaft leben" - Margen im Promillebereich
Wien (PWK966) - Der auf ein Rekordtief gefallene Dollar hat den
Ölpreis in eine noch nie gesehene Höhe getrieben. Nach
Expertenmeinung liegt der Hauptgrund für diesen Höhenflug vornehmlich
in zu geringen Förderkapazitäten.
"Die konkreten Spritpreise werden von den jeweiligen
Mineralölkonzernen festgelegt. Der Tankstellenpartner hat keinen
Einfluss darauf, er muss vielmehr die ihm vorgeschriebenen
Preisänderungen umgehend vollziehen," reagiert Ferdinand Müller,
Obmann des Fachverbandes Tankstellen in der Wirtschaftskammer
Österreich, auf die anhaltende Diskussion über die Spritpreise. Die
Tankstellenpächter kalkulierten bereits jetzt mit Margen im
Promillebereich. Verdienen könne man so nichts mehr.
Die Mineralölkonzerne passten die Preise den jeweiligen
Marktgegebenheiten an. Das bedeutet, dass beispielsweise die Preise
eines örtlichen Diskonters eingehalten werden müssen. In einige
Kilometern Entfernung vom jeweiligen Diskonter können sich die Preise
wieder an das österreichweite Niveau anpassen. Die Tankstellenpartner
am Rande eines solchen "Preistrichters" leiden unter enormen
Umsatzeinbußen, da die ihnen vorgeschriebenen Preise zwar höher als
beim Diskonter sind, die Entfernung zu diesem aber noch nicht groß
genug.
Auch entwerfen die großen Mineralölkonzerne, so Müller, in
regelmäßigen Abständen neue Verträge, die erfahrungsgemäß schlechter
ausfallen als die vorangegangenen. Die Tankstellenpächter haben dann
nur die Möglichkeit, den Vertrag zu unterschreiben oder sich kündigen
zu lassen. Die unternehmerische Gestaltungsmöglichkeit werde immer
mehr beschränkt, hält Müller fest. Beispielsweise bestimmen die
Konzerne, bei welchen Händlern welche Produkte gekauft werden dürfen
und wie sie im Verkaufsraum geschlichtet werden müssen. Jeder zweite
Pächter beklagt seine fehlende Selbstständigkeit.
Man wolle in einer Partnerschaft und keiner modernen
Lebeigenschaft leben, so Müller: "Da ist mehr Fairness seitens der
Mineralölfirmen gefordert, egal, ob das durch Provisionserhöhungen,
weniger Pacht oder durch die Einräumung von mehr unternehmerischen
Freiheiten geschieht". Ebenso müssten die Geschäftspläne realistisch
und verbindlich sein und zu einem integrierenden Bestandteil des
Pachtvertrages werden. Dies bedinge einen realistischen
Personalaufwand, der Eingang in die Geschäftspläne finden muss.
Überdies müssen die Mineralölgesellschaften mitverantwortlich für die
Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes sein, fordert der Sprecher der
Tankstellenbranche. (hp)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich Fachverband der Garagen-, Tankstellen- und Servicestationsunternehmungen Mag. Alexander Piekniczek Tel.: (++43) 0590 900-3252 Fax: (++43) 0590 900-282 mailto:tankstellen.garagen@wko.at http://wko.at/Presse
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