Tankstellenpächter wehren sich: Müssen vorgeschriebene Preisänderungen umgehend vollziehen

Kritik an den Mineralölkonzernen - "Wollen in Partnerschaft und nicht in moderner Leibeigenschaft leben" - Margen im Promillebereich

Wien (PWK966) - Der auf ein Rekordtief gefallene Dollar hat den Ölpreis in eine noch nie gesehene Höhe getrieben. Nach Expertenmeinung liegt der Hauptgrund für diesen Höhenflug vornehmlich in zu geringen Förderkapazitäten.

"Die konkreten Spritpreise werden von den jeweiligen Mineralölkonzernen festgelegt. Der Tankstellenpartner hat keinen Einfluss darauf, er muss vielmehr die ihm vorgeschriebenen Preisänderungen umgehend vollziehen," reagiert Ferdinand Müller, Obmann des Fachverbandes Tankstellen in der Wirtschaftskammer Österreich, auf die anhaltende Diskussion über die Spritpreise. Die Tankstellenpächter kalkulierten bereits jetzt mit Margen im Promillebereich. Verdienen könne man so nichts mehr.

Die Mineralölkonzerne passten die Preise den jeweiligen Marktgegebenheiten an. Das bedeutet, dass beispielsweise die Preise eines örtlichen Diskonters eingehalten werden müssen. In einige Kilometern Entfernung vom jeweiligen Diskonter können sich die Preise wieder an das österreichweite Niveau anpassen. Die Tankstellenpartner am Rande eines solchen "Preistrichters" leiden unter enormen Umsatzeinbußen, da die ihnen vorgeschriebenen Preise zwar höher als beim Diskonter sind, die Entfernung zu diesem aber noch nicht groß genug.

Auch entwerfen die großen Mineralölkonzerne, so Müller, in regelmäßigen Abständen neue Verträge, die erfahrungsgemäß schlechter ausfallen als die vorangegangenen. Die Tankstellenpächter haben dann nur die Möglichkeit, den Vertrag zu unterschreiben oder sich kündigen zu lassen. Die unternehmerische Gestaltungsmöglichkeit werde immer mehr beschränkt, hält Müller fest. Beispielsweise bestimmen die Konzerne, bei welchen Händlern welche Produkte gekauft werden dürfen und wie sie im Verkaufsraum geschlichtet werden müssen. Jeder zweite Pächter beklagt seine fehlende Selbstständigkeit.

Man wolle in einer Partnerschaft und keiner modernen Lebeigenschaft leben, so Müller: "Da ist mehr Fairness seitens der Mineralölfirmen gefordert, egal, ob das durch Provisionserhöhungen, weniger Pacht oder durch die Einräumung von mehr unternehmerischen Freiheiten geschieht". Ebenso müssten die Geschäftspläne realistisch und verbindlich sein und zu einem integrierenden Bestandteil des Pachtvertrages werden. Dies bedinge einen realistischen Personalaufwand, der Eingang in die Geschäftspläne finden muss. Überdies müssen die Mineralölgesellschaften mitverantwortlich für die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes sein, fordert der Sprecher der Tankstellenbranche. (hp)

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