Bures: Hilfe für weibliche Gewaltopfer

Start einer Kampagne zur Bewerbung der Frauenhelpline gegen Männergewalt

Wien (OTS) - "Alle Frauen, die Opfer von männlicher Gewalt
geworden sind, sollen wissen, wo sie Hilfe bekommen", sagte Frauenministerin Doris Bures zum Start der gemeinsamen Kampagne mit dem Verein autonomer österreichischer Frauenhäuser (VAÖF). "Die Kampagne soll den betroffenen Frauen Mut machen, aus einer Gewaltbeziehung auszubrechen und ihnen zeigen, dass sie Rechte haben und sie nicht im Stich gelassen werden", so Bures.

Bestandteil der österreichweiten Kampagne sind Plakate, Freecards, TV-Spots und Inserate. Zwischen 1. und 15. Dezember werden Plakate mit dem Slogan "Verliebt, Verlobt, Verprügelt" affichiert, 96.000 Freecards mit dem Plakatsujet an 760 Stellen verteilt und verschickt und Inserate mit dem Logo der Frauenhelpline geschalten. In der Zeit vom 25. bis 31. Dezember werden TV-Spots gesendet.

Die Helpline gegen Männergewalt wird derzeit pro Tag ca. 55 Mal angerufen. Die Polizei muss täglich 20 Mal einschreiten und einen Gewalttäter aus der Wohnung holen, um das Schlimmste zu verhindern. "Gewalt in der Familie ist ein Verbrechen und die gesamte Gesellschaft ist gefordert, wenn es darum geht, hinzuschauen, statt wegzuschauen. Jede Frau, die von ihrem Mann geprügelt wird, muss wissen: die Gesellschaft steht hinter ihr", so Bures. Daher richte sich die Kampagne auch an Nachbarn oder Bekannte von Gewaltopfern, die ebenfalls Gebrauch von der Helpline machen und so den direkt Betroffenen helfen können.

Durch eine Budgeterhöhung von mehr als zwei Millionen Euro für die Gewaltschutzzentren in Österreich für 2007 und 2008 hat Bures gemeinsam mit Innenminister Günther Platter einen wichtigen Schritt für den Schutz von Gewaltopfern gesetzt. Als nächsten Schritt will Bures gemeinsam mit Justizministerin Maria Berger für eine Verbesserung der Gewaltschutzgesetze sorgen. So soll ein neuer Straftatbestand für lang andauernde Gewaltbeziehungen eingeführt und die einstweilige Verfügung (Ausweitung der gerichtlichen Ausweisung des Täters aus der Wohnung) von drei auf sechs Monate verlängert werden.

Ziel der Kampagne ist die möglichst breite Bekanntmachung der Frauenhelpline gegen Männergewalt. Diese Helpline wird seit 1999 vom VAÖF betreut und bietet unter 0800/222 555 kostenlos Erste Hilfe für Opfer von Gewalt. "Wir möchten mit der Kampagne erreichen, dass unsere Notrufnummer in ganz Österreich bekannt wird und allen von Gewalt betroffenen Frauen zur Verfügung steht. Die Frauenhelpline ist rund um die Uhr, auch an Wochenenden und Feiertagen besetzt und selbstverständlich werden alle Anrufe vertraulich behandelt", so Maria Rösslhumer, die Geschäftsführerin des Vereins autonome österreichische Frauenhäuser.

Die Beraterinnen der Helpline kommen aus den Bereichen Psychologie, Recht und Sozialarbeit und bieten psychologische Unterstützung und Rechtsauskunft. Sie sind mit der Beratungs- und Opferschutzlandschaft in ganz Österreich vertraut und können so Notfälle aus dem ganzen Bundesgebiet bestens betreuen. Die Frauenhelpline gegen Männergewalt bietet derzeit muttersprachliche Beratungen für folgende Sprachen an:
Deutsch, Serbo-Kroatisch, Türkisch, Rumänisch, Arabisch, Spanisch, Slowenisch und Englisch.

Rückfragehinweis:
Susanna Enk
Pressesprecherin der Bundesministerin für Frauen, Medien
und Öffentlichen Dienst
Tel.: (+43 1) 53115/2132
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