- 27.11.2007, 13:12:55
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Huainigg: 5000 Kerzen für eine Reform von "Licht ins Dunkel" brennen
Offener Brief an Tschürtz-Kny
Wien (ÖVP-PK) - 5000 Menschen haben bereits bei "Nicht ins Dunkel"
eine Gleichstellungskerze angezündet und unterstützen damit den
Aufruf von Dr. Franz-Joseph Huainigg zu einer Reform der
ORF-Spendenkampagne. Huainigg, der Sprecher für Menschen mit
Behinderung im ÖVP-Parlamentsklub, verwehrt sich gegen eine
parteipolitische Vereinnahmung der Unterstützer und weist einen
entsprechenden Vorwurf von SPÖ-Behindertensprecherin Christine Lapp
zurück: "Ich habe schon unter den Zeiten von GD Bacher, GD Weiss, GD
Zeiler und GD Lindner Aktionen, Diskussionen und Gespräche zur Reform
von "Licht ins Dunkel" geführt. Leider hat sich trotz dieser Kritik
bisher an der grundsätzlichen Ausrichtung der Kampagne nichts
geändert", stellt Huainigg heute, Dienstag, richtig. ****
Christine Tschürtz-Kny, Geschäftsführerin des Vereines "Licht ins
Dunkel", warf dem ÖVP-Behindertensprecher in einer Presseaussendung
eine unverständliche, unqualifizierte und destruktive Kritik vor.
Huainigg reagierte darauf mit einem offenen Brief mit folgendem
Wortlaut:
"Sehr geehrte Frau Tschürtz-Kny,
durch meine Internet-Initiative bekomme ich täglich zahlreiche
Rückmeldungen von vielen behinderten Menschen, deren Angehörigen und
Behindertenvereinen, die meine Aktion unterstützen und eine kritische
Auseinandersetzung sowie eine Gesprächsbereitschaft des Vereines
"Licht ins Dunkel" vermissen. Briefe von Betroffenen blieben in den
letzten Jahren unbeantwortet und auch meine Bedenken - schon geäußert
seit den 90er Jahren durch die Arbeitsgruppe "Behinderte in den
Medien", dem integrativen Journalismuslehrgang und Pressekommentaren
- trafen auf Unverständnis.
Ich habe die Aktion "Nicht ins Dunkel" gestartet, um den Reformbedarf
zu unterstreichen. In der Behindertenpolitik hat sich ein
Paradigmenwechsel, weg von Fürsorge, Mitleid und Almosen, hin zu
Integration, Selbstbestimmung und Gleichstellung’ vollzogen. Dieser
Entwicklung muss auch die Aktion "Licht ins Dunkel" Rechnung tragen.
Der enorme Zuspruch auf meine Aktion überrascht mich selbst und zeigt
die Notwendigkeit einer Reform, welche im Wesentlichen folgende drei
Punkte umfassen soll:
1. Auflösung der behindertenfreien Kampagnenstruktur: Heute finden
sich meines Wissens weder in der ORF-Redaktion noch im
Organisationskomitee der Kampagne "Licht ins Dunkel" behinderte
Menschen, welche die Kampagne inhaltlich mitgestalten.
2. Das "neue Bild" von behinderten Menschen muss sich auch in der
Mediendarstellung ausdrücken. In diesem Sinne wäre es auch sinnvoll,
die Ziele der "Aufklärung und Information" auch als Vereinsziel
aufzugreifen. Eine Moderatorin im Rollstuhl, ein blinder Sänger oder
Gebärdensprachdolmetschung sollten nicht undenkbar sein.
3. Soziales Engagement soll nicht nur in Spendenrekorden bemessen
werden. Nachhaltig gelebte Integration in Form von neuen Jobs,
Ausbildungsplätzen oder Kooperationsprojekte sollten durch die
Kampagne gewürdigt und gefördert werden.
Es ist unrichtig, dass ich die Spendenkampagne "wegbringen" möchte
und eine Abschaffung fordere. Diese Forderung ist in keiner meiner
Aussagen zu finden. Vielmehr liegt mir an einer Neugestaltung der
Kampagne, ähnlich der Aktion Menschen (ehemals Aktion Sorgenkind) in
Deutschland. Ich bin mir der Gratwanderung zwischen einer
wertschätzenden Empathie und einer abschätzig wirkenden Betroffenheit
bewusst. Ich denke mir aber, dass eine Spendensammlung so organisiert
werden kann, dass sich jener Personenkreis, dem geholfen werden soll,
nicht in seiner Würde verletzt fühlt. Ich habe jedenfalls großes
Interesse an ernsthaften Gesprächen und lade daher den Verein, die
Mitgliedsorganisationen, ORF-Verantwortliche und behinderte Menschen
zu einem Reformdialog ein.
Die Aktion "Nicht ins Dunkel" geht weiter! Unterstützen Sie das
Anliegen einer Reform der ORF-Spendenkampagne durch Anzünden einer
Gleichstellungskerze unter www.franzhuainigg.at"
Die Generalversammlung des Vereins "Licht ins Dunkel" hat auf diesen
Offenen Brief mittlerweile geantwortet und in seinem Schreiben eine
Gesprächs- und Dialogbereitschaft erkennen lassen. "Das stimmt mich
hoffnungsvoll und ich gehe davon aus, dass es durch diesen Dialog zu
einer grundsätzlichen Reform der Spendenkampagne "Licht ins Dunkel"
kommen kann", so Huainigg abschließend.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel. 01/40110/4432
http://www.oevpklub.at
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