• 23.11.2007, 13:30:08
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Wieder Aufregung bei Moser Fertigputz - Betriebsrat trotz Widerstand der Firmenleitung bestätigt

Linz (OTS) - Gruppenversammlung sorgt für Wirbel

Es ist unfassbar mit welchen Methoden man bei der Firma Moser
Fertigputz aus dem Bezirk Schärding versucht, den erst im Sommer
gewählten Betriebsrat so schnell als möglich wieder los zu werden.
"Juniorchef Andreas Moser ist auf Baustellen gekommen und hat die
Arbeiter aufgefordert zu unterschreiben, dass sie eine
Betriebsversammlung fordern, bei der der Betriebsrat abgewählt werden
soll. Andere Arbeiter wurden zum Unterschreiben in die Firma
zitiert", berichtet Christian Schneeweiß von der Gewerkschaft
Bau-Holz.

Dabei hatte es zuvor schon nach einer Einigung ausgesehen. Laut
Gerichtsbeschluss sollte die Versammlung stattfinden. Man einigte
sich darauf, die Firmenleitung zur Versammlung einzuladen, dafür aber
die Abwahl des Betriebsrates von der Tagesordnung zu nehmen. Der
Rechtsanwalt der Firmenleitung nahm diesen Kompromiss ausdrücklich
an. Nachdem die Einladung zur Versammlung an die Belegschaft
versendet war, brach er dieses Abkommen einfach. Die
Unternehmensleitung schickte ihren Rechtsanwalt zur Versammlung, der
mit juristischen Tricks die Enthebung des Betriebsrates bei der
Gruppenversammlung erreichen sollte.

Mehrheit gegen die Abwahl des Betriebsrates

Nach zweistündiger Information der Arbeiter wurde doch über die
"Enthebung des Betriebsrates" abgestimmt. Nachdem die Wortführer bei
der Versammlung - mit moralischer Unterstützung der Firmenleitung und
rechtlicher Beratung des im Haus anwesenden Firmenanwaltes - gegen
den Betriebsrat auftraten, war das Ergebnis überraschend: Die
Abstimmung ging für den Betriebsrat aus, der von der Firmenleitung
erhofften Abwahl war damit von der Belegschaft eine Absage erteilt
worden.

Entscheidung durch das Arbeits- und Sozialgericht Ried am 17.
Dezember

Damit ist einmal mehr klar, dass nicht die Arbeiter den
Betriebsrat nicht wollen, sondern die Firmenleitung, was sich ja auch
sofort nach der Betriebsratswahl im Juli dieses Jahres zeigte.
Unmittelbar nach der Wahl wurde sie beim Arbeits- und Sozialgericht
angefochten. Mittlerweile ist klar, dass der Anwalt des Klägers von
der Firmenleitung bezahlt wird.

Am 17. Dezember gibt es im Fall Moser Fertigputz den nächsten
Verhandlungstermin, der voraussichtlich eine endgültige Entscheidung
bringen wird. Auf Grundlage dieses Urteils könnte die von vielen
ersehnte Ruhe in der Firma Moser dann endlich einkehren.

Rückfragehinweis:
Martin Windtner
ÖGB-Sekretär für Linz-Stadt
Mobiltel.: 0664/6145109

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