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Neues Volksblatt: "Abendgebet" (von Markus Ebert)
Ausgabe vom 23. November 2007
Linz (OTS) - Ein so mit allen Wassern gewaschener Gewerkschafter
wie Fritz Neugebauer müsste sich selbst untreu werden, würde er nicht
vier Prozent mehr Gage für seine Schutzbefohlenen fordern.
Schließlich hat ihm genau das ein Vorstandsmitglied des Unternehmens
Bundesregierung, nämlich Sozialminister Erwin Buchinger, empfohlen,
als er sich gegen Zurückhaltung bei den Lohnverhandlungen aussprach.
Vier Prozent, befand Buchinger im Sommer(loch), wären "optimal".
Neugebauer führt nun vor, dass mit Populismus der Marke Buchinger in
Wahrheit kein Staat zu machen ist. Nicht jeder schlagzeilenträchtige
Sager ist mit einer so kurzen Halbwertszeit versehen, dass er sofort
in Vergessenheit gerät. Zumindest nicht bei Neugebauer, der sich
damit ein entsprechendes Entree bei den Verhandlungen verschafft hat.
Dass er - wie der Dienstgeber meint - überzogen hat, weiß auch
Neugebauer. Aber schließlich geht es ja um anderes. Immerhin hat
Bures noch schwierige Verhandlungen über das Dienstrecht vor sich,
und da baut der GÖD-Chef wohl schon vor. Es wäre keine Überraschung,
würde Neugebauer den Sozialminister für dessen Schützenhilfe einmal
ins Abendgebet einschließen.
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