• 21.11.2007, 13:39:23
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SPÖ-Frauen starten bundesweite Aktion "Stimmen gegen Gewalt"

Wien (SK) - "Frauen müssen die Chance haben aus Gewaltbeziehungen
auszusteigen, eine Voraussetzung dafür ist ökonomische
Unabhängigkeit" erklärte Nationalratspräsidentin und
SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer bei der heutigen
Auftaktveranstaltung zur österreichweiten Aktion der SPÖ Frauen
"Stimmen gegen Gewalt". SPÖ-Frauenvorsitzende Prammer trug gemeinsam
mit SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin und Abgeordnete Bettina
Stadlbauer, SPÖ-Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin Gabriele
Heinisch-Hosek, SPÖ-Entwicklungssprecherin Petra Bayr sowie
SPÖ-Abgeordnete Beate Schasching in einer Straßenaktion Texte vor,
die von Frauen zum Thema Gewalt eingesandt wurden. Damit wollen die
SPÖ-Frauen ein Mahnmal gegen Gewalt setzen ****

"In allen österreichischen Bezirken werden die SPÖ-Frauen im Rahmen
der internationalen Aktion "16 Tage gegen Gewalt" Texte vortragen und
die Passantinnen über unsere Forderungen zum Thema Gewalt
informieren. Pro Bezirk werden so viele Lichter brennen, wie es
Wegweisungen im Jahr 2006 gab" erklärte Stadlbauer die Aktion. Bei
der Bundesaktion brannten hunderte Lichter um die 7.235 Wegweisungen
im Jahr 2007 in ganz Österreich zu symbolisieren.

"Weißt du eigentlich . . . weißt du eigentlich, was ich sehe, was
ich höre, was ich fühle und denke, weißt Du eigentlich wie ich leide"
beginnt ein Brief einer Tochter an ihre Mutter, einer der Texte die
vorgetragen wurden. "Gewalt ist immer Ausdruck von Ungleichgewicht"
steht in einem anderen. "Ist es Gewalt, wenn ich wegen meiner Kinder
weniger Stunden arbeiten kann oder weniger verdiene, weil ich eine
Frau bin? Oder bin ich nur empfindlich?" fragt eine Frau, die sich
ebenso an der Aktion mit einem Text beteiligte.

Eine der Hauptforderungen der SPÖ Frauen zum Schutz für Frauen ist
die Ausweitung der gerichtlichen Ausweisung des Täters aus der
Wohnung von drei auf sechs Monate. Damit soll dem Opfer mehr Zeit für
einen Ausstieg aus der Gewaltbeziehung gegeben werden. Die Ausweitung
des Wegweiserechts soll noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt
werden. Eine wesentliche Schutzmaßnahme ist auch die Schaffung eines
neuen Straftatbestandes für langjährige Gewaltbeziehungen, wie von
Justizministerin Maria Berger vorgeschlagen. Damit kann auf die
Realität langjähriger Gewaltbeziehungen reagiert werden. Denn bisher
können nur einzelne Tatbestände wie Nötigung, Körperverletzung,
Drohung oder ähnliches geltend gemacht werden.

Ein eigener Straftatbestand für langjährige Gewaltbeziehungen trägt
der Tatsache Rechnung, dass die Opfer mehrfach und einer andauernden
Belastung und Bedrohung ausgesetzt sind. Vorgesehen sei ein
Strafrahmen von sechs Monaten bis zu fünf Jahren Haft.

Maßnahmen zum Schutz für Frauen, die von der SPÖ bereits umgesetzt
wurden, sind die neue Strafprozessordnung, die neue Rechte und mehr
Schutz für Opfer bringt sowie eine eigene Koordinationsstelle für
Opferhilfe, die vom Weißen Ring geführt wird. Über eine gebührenfreie
Hotline (0800-112.112) erhalten Opfer familiärer Gewalt rund um die
Uhr juristische und psychosoziale Betreuung, vor allem in ländlichen
Gegenden, wo Hilfseinrichtungen schwer erreichbar sind. Auch konnte
Frauenministerin Doris Bures eine 60-prozentige Erhöhung der
Budgetmittel für die Interventionsstellen gegen Gewalt in der Familie
durchsetzen. (Schluss) sl/mm

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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