SPÖ-Frauen starten bundesweite Aktion "Stimmen gegen Gewalt"

Wien (SK) - "Frauen müssen die Chance haben aus Gewaltbeziehungen auszusteigen, eine Voraussetzung dafür ist ökonomische Unabhängigkeit" erklärte Nationalratspräsidentin und SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer bei der heutigen Auftaktveranstaltung zur österreichweiten Aktion der SPÖ Frauen "Stimmen gegen Gewalt". SPÖ-Frauenvorsitzende Prammer trug gemeinsam mit SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin und Abgeordnete Bettina Stadlbauer, SPÖ-Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin Gabriele Heinisch-Hosek, SPÖ-Entwicklungssprecherin Petra Bayr sowie SPÖ-Abgeordnete Beate Schasching in einer Straßenaktion Texte vor, die von Frauen zum Thema Gewalt eingesandt wurden. Damit wollen die SPÖ-Frauen ein Mahnmal gegen Gewalt setzen ****

"In allen österreichischen Bezirken werden die SPÖ-Frauen im Rahmen der internationalen Aktion "16 Tage gegen Gewalt" Texte vortragen und die Passantinnen über unsere Forderungen zum Thema Gewalt informieren. Pro Bezirk werden so viele Lichter brennen, wie es Wegweisungen im Jahr 2006 gab" erklärte Stadlbauer die Aktion. Bei der Bundesaktion brannten hunderte Lichter um die 7.235 Wegweisungen im Jahr 2007 in ganz Österreich zu symbolisieren.

"Weißt du eigentlich . . . weißt du eigentlich, was ich sehe, was ich höre, was ich fühle und denke, weißt Du eigentlich wie ich leide" beginnt ein Brief einer Tochter an ihre Mutter, einer der Texte die vorgetragen wurden. "Gewalt ist immer Ausdruck von Ungleichgewicht" steht in einem anderen. "Ist es Gewalt, wenn ich wegen meiner Kinder weniger Stunden arbeiten kann oder weniger verdiene, weil ich eine Frau bin? Oder bin ich nur empfindlich?" fragt eine Frau, die sich ebenso an der Aktion mit einem Text beteiligte.

Eine der Hauptforderungen der SPÖ Frauen zum Schutz für Frauen ist die Ausweitung der gerichtlichen Ausweisung des Täters aus der Wohnung von drei auf sechs Monate. Damit soll dem Opfer mehr Zeit für einen Ausstieg aus der Gewaltbeziehung gegeben werden. Die Ausweitung des Wegweiserechts soll noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden. Eine wesentliche Schutzmaßnahme ist auch die Schaffung eines neuen Straftatbestandes für langjährige Gewaltbeziehungen, wie von Justizministerin Maria Berger vorgeschlagen. Damit kann auf die Realität langjähriger Gewaltbeziehungen reagiert werden. Denn bisher können nur einzelne Tatbestände wie Nötigung, Körperverletzung, Drohung oder ähnliches geltend gemacht werden.

Ein eigener Straftatbestand für langjährige Gewaltbeziehungen trägt der Tatsache Rechnung, dass die Opfer mehrfach und einer andauernden Belastung und Bedrohung ausgesetzt sind. Vorgesehen sei ein Strafrahmen von sechs Monaten bis zu fünf Jahren Haft.

Maßnahmen zum Schutz für Frauen, die von der SPÖ bereits umgesetzt wurden, sind die neue Strafprozessordnung, die neue Rechte und mehr Schutz für Opfer bringt sowie eine eigene Koordinationsstelle für Opferhilfe, die vom Weißen Ring geführt wird. Über eine gebührenfreie Hotline (0800-112.112) erhalten Opfer familiärer Gewalt rund um die Uhr juristische und psychosoziale Betreuung, vor allem in ländlichen Gegenden, wo Hilfseinrichtungen schwer erreichbar sind. Auch konnte Frauenministerin Doris Bures eine 60-prozentige Erhöhung der Budgetmittel für die Interventionsstellen gegen Gewalt in der Familie durchsetzen. (Schluss) sl/mm

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