• 19.11.2007, 09:39:28
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Zum Tag der Kinderrechte: Neues Chancengesetz für Kinder/Jugendliche

Innsbruck/Wien (OTS) - SOS-Kinderdorf und andere
Hilfsorganisationen fordern mit Nachdruck ein zeitgemäßes
"Chancengesetz für Kindeswohl und Jugendhilfe" statt der geplanten
"Mininovelle" des verstaubten Jugendwohlfahrtsgesetzes (JWG 1989).

Seit Monaten arbeitet SOS-Kinderdorf an Vorschlägen für die vom
Familienministerium geplante Novelle des Jugendwohlfahrtgesetzes.
Neben der Erstellung eines Positionspapiers mit fünf zentralen Themen
und Forderungen wurde mit den politisch Verantwortlichen der Dialog
gesucht. Es gab im März erste Gespräche mit Bundesministerin Kdolsky.
Bundespräsident Fischer erhielt bei der 50-Jahr-Feier im
SOS-Kinderdorf Hinterbrühl ein entsprechendes Schreiben, das er in
seiner Rede öffentlich befürwortete. Auch die Minister Hahn und
Buchinger waren anwesend.

Zu dem zur Begutachtung aufgelegten Entwurf des Ministeriums gibt
es bislang 23 Stellungnahmen. Viele Hilfsorganisationen zeigen sich
enttäuscht und vor den Kopf gestoßen. Von der noch im Frühjahr
angekündigten großen Novelle mit Beteiligung der Betroffenen und
Praktiker ist leider nichts mehr übrig. SOS-Kinderdorf-GF Wilfried
Vyslozil: "Das ist eine Mini-Novelle. Die Inhalte greifen viel zu
kurz! Eine große Novelle, idealerweise in Form eines
'Chancengesetzes', bleibt unser Ziel. Sie muss fundamental von den
Ansprüchen des Kindes(wohls) her angelegt sein. Diese Novelle dagegen
wurde aus Sicht von Verwaltungsbeamten gemacht und nicht aus der
Perspektive, was Kinder/Jugendliche wirklich brauchen."

Um die Forderungen auf eine breite Basis zu stellen, hat
SOS-Kinderdorf gemeinsam mit anderen NGO`s die
"Interessensgemeinschaft Chancengesetz" gegründet. Ziel ist es, dass
ihre Stimmen zumindest gehört und ihre Ideen für die geplante Novelle
berücksichtigt werden. Gefordert wird daher ein Inklusionstisch im
Familienministerium. Es kann nicht sein, dass die betroffenen jungen
Menschen, die Trägervereine mit ihren Fachleuten und
SozialarbeiterInnen keinen Zugang zur Novellierung haben.

"Wenn schon junge Menschen nicht selbst in die JWG-Novelle
eingebunden werden, fordern wir an ihrer Stelle den für sie bislang
fehlenden Rechtsanspruch auf Jugendwohlfahrts-Leistungen und
bundeseinheitliche, zeitgemäße Standards", sagt der pädagogische
Leiter der SOS-Kinderdörfer, Christian Posch. "Starke regionale
Unterschiede in der Handhabung der JWF sind inakzeptabel. Insgesamt
gilt es jenseits aller Ideologien und Verwaltungspraxen genau
hinzusehen, was junge Menschen in schwierigen Lebenslagen brauchen.
Sie sollen nicht im Finanzierungs- und Kompetenz-gerangel zwischen
Jugendwohlfahrt, Schule, Gesundheitswesen und Justiz auf der Strecke
bleiben."

Mitglieder der Interessensgemeinschaft "Chancengesetz":
National Coalition (Kinderrechte Netzwerk), Rettet das Kind,
Vorarlberger Kinderdorf, Österreichische Kinder- und
Jugendanwaltschaften, DÖJ- Dachverband österreichischer
Jugendwohlfahrtsträger, Pro Juventute Österreich, IGSWG Wien/NÖ/Bgld,
ARGE JURE, Plattform freie Jugendohlfahrtsträger NÖ,
Esperanza-Zentrum für tiergeschützte Pädagogik, Institut für
Sozialdienste-Familienarbeit Feldkirch, SOS-Kinderdorf Österreich.

Weitere Infos und Positionspapier mit den Forderungen auf
www.sos-kinderdorf.at (Startseite)

Rückfragehinweis:
Michael Gnauer, Chancengesetz/JWG Vernetzung
Tel.: 0676/9229393, mailto:[email protected]

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