• 15.11.2007, 13:17:00
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Kickl: Tschad-Einsatz ist völlig verantwortungslos!

Für Afrika ungeeignete Fahrzeuge werden im Huschpfusch-Verfahren aufgerüstet - FPÖ fordert Erklärung des Verteidigungsministers

Wien (OTS) - FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl bezog heute
entschieden Stellung gegen den Tschad-Einsatz des österreichischen
Bundesheeres. Dieser sei völlig verantwortungslos. "Seriöse
Risikokalkulation ist das eine, Hasardiererei das andere. Es ist
absoluter Irrsinn, unsere Soldaten mit untauglichem und
unzureichendem Gerät in diese brandgefährliche Gegend zu schicken."

Die Ausrüstung des Bundesheeres für diesen Einsatz sei, gelinde
gesagt, mangelhaft. Wie man vernehme, würden in den
Bundesheerwerkstätten derzeit im Huschpfusch-Verfahren Umbaumaßnahmen
bei Fahrzeugen durchgeführt, die den Anschein der
Verwendungsfähigkeit erwecken sollten, berichtete Kickl. Der für das
dortige Gebiet überhaupt nicht geeignete Puch-G-Geländewagen werde
dergestalt aufgerüstet, dass man, um ihn "minensicher" zu machen,
unten Gummimatten aufklebe. Dies sei umso absurder, als dass im
Kosovo, wo es de facto nur mehr Polizeieinsätze gebe, der
minensichere Fahrzeugtyp Dingo sich im Einsatz befinde. Dies sei
genau verkehrt.

Weiters höre man, dass der Puch-G mit Maschinengewehr-Lafetten
ausgestattet werden solle. Zu diesem Behufe entferne man die Scheiben
und die Türen, wodurch es im Falle eines hoffentlich nicht
stattfindenden, aber jederzeit möglichen Feuergefechts keinerlei
Schutz für die Fahrzeugbesatzung gebe, führte Kickl weiter aus. Hinzu
komme, dass solcherart umgestaltete Fahrzeuge in Österreich überhaupt
keine Genehmigung bekämen, man aber offensichtlich der Meinung sei,
dass im Tschad eine Nummerntafel mit den damit verbundenen
Konsequenzen nicht nötig sei. Auch stelle sich die Frage, wen die
Letztverantwortung treffe. Der Fahrzeugkommandant werde im Regen
stehen gelassen, da er ein nicht zugelassenes Fahrzeug lenke.

Minister Darabos könne sich hier nicht aus der Verantwortung stehlen.
"Wenn diese Dinge mit seinem Wissen geschehen, handelt es sich um
eine unglaubliche Schweinerei", kritisierte Kickl. "Und wenn er
nichts davon weiß, hat er seinen Laden offensichtlich nicht im Griff.
Beide Möglichkeiten stellen ein Armutszeugnis für Darabos dar." Der
Verteidigungsminister solle daher schleunigst Auskunft erteilen.
Möglicherweise glaube Darabos auch, dass es in Afrika zugehe wie in
irgendwelchen Tarzan-Filmen. "Aber unsere Soldaten brauchen keinen
Schutz vor Speeren und Krokodilen, sondern vor Maschinengewehren und
Landminen", betonte Kickl. Wenn auch nur einem einzigen
österreichischen Soldaten im Tschad auch nur ein Haar gekrümmt werde,
sei der Verteidigungsminister rücktrittsreif.

Rückfragehinweis:
Freiheitlicher Parlamentsklub

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