Kickl: Tschad-Einsatz ist völlig verantwortungslos!

Für Afrika ungeeignete Fahrzeuge werden im Huschpfusch-Verfahren aufgerüstet - FPÖ fordert Erklärung des Verteidigungsministers

Wien (OTS) - FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl bezog heute entschieden Stellung gegen den Tschad-Einsatz des österreichischen Bundesheeres. Dieser sei völlig verantwortungslos. "Seriöse Risikokalkulation ist das eine, Hasardiererei das andere. Es ist absoluter Irrsinn, unsere Soldaten mit untauglichem und unzureichendem Gerät in diese brandgefährliche Gegend zu schicken."

Die Ausrüstung des Bundesheeres für diesen Einsatz sei, gelinde gesagt, mangelhaft. Wie man vernehme, würden in den Bundesheerwerkstätten derzeit im Huschpfusch-Verfahren Umbaumaßnahmen bei Fahrzeugen durchgeführt, die den Anschein der Verwendungsfähigkeit erwecken sollten, berichtete Kickl. Der für das dortige Gebiet überhaupt nicht geeignete Puch-G-Geländewagen werde dergestalt aufgerüstet, dass man, um ihn "minensicher" zu machen, unten Gummimatten aufklebe. Dies sei umso absurder, als dass im Kosovo, wo es de facto nur mehr Polizeieinsätze gebe, der minensichere Fahrzeugtyp Dingo sich im Einsatz befinde. Dies sei genau verkehrt.

Weiters höre man, dass der Puch-G mit Maschinengewehr-Lafetten ausgestattet werden solle. Zu diesem Behufe entferne man die Scheiben und die Türen, wodurch es im Falle eines hoffentlich nicht stattfindenden, aber jederzeit möglichen Feuergefechts keinerlei Schutz für die Fahrzeugbesatzung gebe, führte Kickl weiter aus. Hinzu komme, dass solcherart umgestaltete Fahrzeuge in Österreich überhaupt keine Genehmigung bekämen, man aber offensichtlich der Meinung sei, dass im Tschad eine Nummerntafel mit den damit verbundenen Konsequenzen nicht nötig sei. Auch stelle sich die Frage, wen die Letztverantwortung treffe. Der Fahrzeugkommandant werde im Regen stehen gelassen, da er ein nicht zugelassenes Fahrzeug lenke.

Minister Darabos könne sich hier nicht aus der Verantwortung stehlen. "Wenn diese Dinge mit seinem Wissen geschehen, handelt es sich um eine unglaubliche Schweinerei", kritisierte Kickl. "Und wenn er nichts davon weiß, hat er seinen Laden offensichtlich nicht im Griff. Beide Möglichkeiten stellen ein Armutszeugnis für Darabos dar." Der Verteidigungsminister solle daher schleunigst Auskunft erteilen. Möglicherweise glaube Darabos auch, dass es in Afrika zugehe wie in irgendwelchen Tarzan-Filmen. "Aber unsere Soldaten brauchen keinen Schutz vor Speeren und Krokodilen, sondern vor Maschinengewehren und Landminen", betonte Kickl. Wenn auch nur einem einzigen österreichischen Soldaten im Tschad auch nur ein Haar gekrümmt werde, sei der Verteidigungsminister rücktrittsreif.

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