• 07.11.2007, 13:18:33
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Europäisch-chinesische Kooperation bei Biomasse

Santer und Kopetz vertreten Europa bei Nachhaltigkeitskongress in Hangzhou

Wien (OTS) - "Die gegenwärtigen Energiesysteme in der
industrialisierten Welt missachten die Grenzen der Natur. Damit
werden sie nicht bloß zu einem ökologischen, sondern in Folge auch zu
einem ökonomischen Problem. Sie fördern nicht, sondern sie gefährden
die wirtschaftliche Entwicklung", so lautete die zentrale Botschaft
der Vertreter Europas beim Nachhaltigkeitsforum im chinesischen
Hangzhou, Jacques Santer, dem früheren Vorsitzenden der
EU-Kommission, und Heinz Kopetz vom Europäischen Biomasse-Verband
(AEBIOM). Unter den Teilnehmern befanden sich die stellvertretende
Vorsitzende des Chinesischen Volkskongresses, Gu Xiulian, sowie eine
Reihe von Ministern und hochrangigen Wirtschaftsvertretern, die beim
Erfahrungsaustausch mit Kopetz großes Interesse zur Zusammenarbeit
bei der Nutzung von Biomasse bekundeten.

Jacques Santer präsentierte das Energiekonzept des Europäischen
Rates vom März dieses Jahres und verwies vor 300 Teilnehmern auf die
neue Ausrichtung der europäischen Energiepolitik in Richtung
CO2-Reduktion, Energieeffizienz und Forcierung erneuerbarer Energien.
Kopetz dazu: "Wirtschaften ohne Rücksicht auf Nachhaltigkeit und
natürliche Kreislaufsysteme ist hauptverantwortlich für den
Klimawandel samt seiner katastrophalen Folgen. Innerhalb von zwei
Jahren kam es weltweit zu einem Ernterückgang bei Getreide um fünf
Prozent - verursacht durch Dürrekatastrophen, die in ihrer Häufung
Folge des Treibhauseffektes sind. Die Ernteausfälle ziehen steigende
Lebensmittelpreise, zunehmende Inflation und soziale Spannungen nach
sich, die den Wohlstand empfindlich stören."

Kopetz weiter: "Ursache für die steigenden Weizenpreise ist nicht
die beginnende Biotreibstoffproduktion, sondern die durch das Klima
bedingte weltweite Trockenheit. Ohne die Umstellung fossiler
Energiesysteme auf erneuerbare, CO2-neutrale Quellen ist
Kreislaufwirtschaft nicht möglich."

Die Zukunft einer ökonomisch, ökologisch wie auch sozial
nachhaltigen Energieversorgung könne daher nur in einem Mehr an
Effizienz und erneuerbarer Energie sowie einem Weniger an Kohle, Öl
und Gas liegen. "Der Biomasse kommt eine zentrale Bedeutung zu, in
Europa etwa deckt sie zwei Drittel der erneuerbaren Energieträger ab.
Biomasse wird auch global in Zukunft eine tragende Säule für ein
neues Energiesystem sein. Eine enge Zusammenarbeit zwischen China und
Europa hinsichtlich der effizienten Nutzung von Biomasse sowie bei
der Entwicklung sämtlicher erneuerbarer Energietechnologien liegt
daher nicht nur in beiderseitigem Interesse, sondern hat zweifelsohne
auch eine weltweite Signalwirkung", betonte Kopetz.

Rückfragehinweis:

Österreichischer Biomasse-Verband
   Doris Hofbauer
   Franz Josefs-Kai 13, A-1010 Wien
   Telefon: +43/1/533 07 97-31 
   Fax: DW 90 
   E-Mail: [email protected]

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