• 06.11.2007, 13:45:01
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Schierhuber: "Probleme, die unter den Nägeln brennen"

Güterbeförderer legen ihre Vorstellungen vor - Für Erhöhung des Tempolimits in der Nacht von 60 auf 80 km/h

Wien (PWK841) - Einige wichtige Anliegen, "die uns Transporteuren
unter den Nägeln brennen", deponierte heute, Dienstag, der stv.
Obmann des Fachverbandes Güterbeförderung, Heinz Schierhuber, vor der
Presse. Dazu gehören das Fahrerproblem ("wir brauchen mehr Lenker"),
eine echte steuerliche Entlastung sowie die Aufhebung der
flächendeckenden Geschwindigkeitsbeschränkung von 60 km/h für Lkw,
die in den Nachtstunden unterwegs sind.

Es zeige sich immer mehr, dass der Schutz des heimischen
Arbeitsmarktes vor ausländischem Fahrpersonal eigentlich ein Bumerang
war und im Zuge der aktuellen Diskussion um Schlüsselarbeitskräfte
dringend behoben werden sollte, sagte Schierhuber. "Hätten wir schon
seit dem EU-Beitritt der zehn Länder im Jahr 2004 die
Arbeitnehmerfreizügigkeit für Lkw-Lenker gehabt, hätte dies viele
Firmen vom Ausflaggen abgehalten und es wäre uns aus diesen Ländern
nicht eine so massive Konkurrenz erwachsen". Die Branche setze
darauf, dass das Fahrerproblem durch die neue Fahrerqualifikation,
die ab September 2009 aktuell wird, entschärft werden kann. Ab diesem
Zeitpunkt werde es wieder möglich sein, Lkw-Lenker mit 18 Jahren zu
bekommen. Voraussetzung ist allerdings zusätzlich zur
Führerscheinprüfung eine weitere fachspezifische Prüfung. "In den
letzten 12 Jahren sind der Branche jede Menge mögliche Fahrer
abhanden gekommen, weil sie erst ab 21 hätten lenken dürfen", so
Schierhuber..

Gefordert wird eine weitere Absenkung der Kraftfahrzeugsteuer.
Denn die letzte Absenkung um 50 Prozent von fast 3.000 Euro auf knapp
unter 1.500 Euro für einen 40 to Lkw-Zug wurde durch die Erhöhung der
MÖSt um 5 Cent mehr als zunichte gemacht. "Weiters fordern wir schon
seit vielen Jahren die Aufhebung der flächendeckenden 60
km/h-Beschränkung für Lkw in der Nacht", führte Schierhuber weiter
aus. "Selbstverständlich haben wir nichts gegen derartige
Beschränkungen in sensiblen Zonen. Aber bitte nur dort, wo es
wirklich notwendig ist". Für sinnvoll hält Schierhuber eine Rückkehr
zum früheren Limit von 80 km/h.

Damit die vorgeschriebenen Lenkpausen und Ruhezeiten auch wirklich
eingehalten werden können, fordert der Standesvertreter einen
weiteren Ausbau von sicheren und beleuchteten Lkw-Rastplätzen "mit
menschenwürdigen sanitären Anlagen, vor allem im Umkreis von
Ballungszentren, für unsere Fahrer".

Abschließend machte Schierhuber noch auf einen "ganz üblen
Missstand" aufmerksam. In der Bauwirtschaft werde immer häufiger
versucht, die Folgen der ruinösen Preise, die für gewissen Baulose
angeboten werden, auf die Frächter abzuwälzen. Man versuche die
Transporteure dazu zu bringen, die Kostensteigerungen mit
Überladungen und Arbeitszeitüberschreitungen zu kompensieren. Darüber
hinaus würden "Heerscharen ausländischer Lkw auf den Großbaustellen
eingesetzt, die unter fragwürdigen Bedingungen (Kabotage) ihre Fahrer
entlohnen und damit unseren heimischen Kollegen schweren Schaden
zufügen". (hp)

Rückfragehinweis:

Wirtschaftskammer Österreich
   Fachverband Güterbeförderungsgewerbe
   Mag. Rudolf Christian Bauer
   Tel.: (++43) 9616363-57
   mailto: [email protected]
   www.dietransporteure.at

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