• 03.11.2007, 13:10:28
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Niederwieser: ÖVP-Entwurf negiert jegliche internationale Standards und aktuellen Stand der Pädagogik

Wien (SK) - Als Schande für eine rationale und zukunftsweisende
Bildungspolitik bezeichnet SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser
die jüngsten "Vorschläge" der ÖVP: "Sie negieren eigentlich alles,
was aktueller Stand der Pädagogik und der internationalen Diskussion
ist. Würden wir das tun, wäre ein weiterer Absturz im PISA Ranking
garantiert", so Niederwieser am Samstag gegenüber dem
SPÖ-Pressedienst. Zu den Aussagen von ÖVP-Bildungssprecher Neugebauer
im heutigen Ö1-Journal stellte Niederwieser fest: "Es fehlt
Neugebauer das Problembewusstsein und er will offensichtlich den
großen Aufholbedarf im österreichischen Bildungswesens nicht
erkennen". ****

Niederwieser verweist auf das allen Verhandlungspartnern und der
Öffentlichkeit bekannte Grundsatzpapier von Prof. Werner Specht, in
welchem dieser die entscheidenden Passagen des Koalitionspapiers nach
Rücksprache mit allen Verhandlungspartnern und den ExpertInnen des
Ministeriums in das Konzept der Modellregionen gegossen hat. "Es ging
ganz klar um Modelle des Überganges und nicht um neue Schulversuche,
durch welche die Entwicklung des österreichischen Schulwesens nicht
gefördert, sondern weitere Jahrzehnte blockiert wäre."

Auch die von der ÖVP immer wieder strapazierte "Wahlfreiheit"
bedeutet in Wahrheit, dass Kinder aus sozial schwächeren Familien
trotz großer Talente meist nur die "Wahl" der Hauptschule oder gar
der Sonderschule haben, während beispielsweise Akademikerkinder, oder
wohl besser gesagt, deren Eltern zu über 90 Prozent die AHS "wählen".
Die große Befürchtung der ÖVP laute: Sie werden in einer gemeinsamen
Schule weniger lernen als jetzt in der AHS Unterstufe. Das wurde
durch alle internationalen Vergleichsstudien und durch die
Wissenschaft längst widerlegt.

So hat etwa das finnische Gesamtschulsystem im Vergleich zum
österreichischen System doppelt so viele Kinder in den besten
PISA-Leistungsgruppen und nur ein Drittel in den niedrigsten
Leistungsgruppen, ist also dem von Schüssel, Neugebauer, Molterer und
Co. favorisierten System der "Wahlfreiheit" deutlich überlegen. "Das
sind grundlegende Differenzen, die uns von der Generation der alten
VP Bildungspolitik trennen", so Niederwieser abschließend. (Schluss)
sl/mp

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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