- 31.10.2007, 15:13:48
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MAK Day 2007 in Los Angeles mit Ausstellungseröffnung, Panel Discussions und Buchpräsentationen
Konzeptkünstler Victor Burgin verbindet Architektur und Literatur in Installation, Publikationen zu Gottfried Semper werden gemeinsam mit Getty Research Institute präsentiert
Wien/Los Angeles (OTS) - Mit der Premiere der Audio-Installation
"The Little House" von Victor Burgin, der Präsentation grundlegender
theoretischer Schriften des Burgtheater-Architekten Gottfried Semper
und mit Experten-Diskussionen macht das MAK Center for Art and
Architecture in Los Angeles am heurigen MAK Day, dem 10. November,
auf sich aufmerksam. Besucher haben freien Zutritt zum Schindler
House, das seit 1994 vom MAK Center mit innovativen Projekten zu
Architektur und bildender Kunst bespielt wird.
Mit Victor Burgins interaktiver Installation "The Little House"
liefert das MAK Center seinen jüngsten Beitrag, um das Schindler
House als lebendiges Kunstwerk zu erhalten. Burgins konzeptuelles
Werk, das vom 10. November 2007 bis zum 24. Februar 2008 zu sehen
ist, bringt die freizügige Novelle über "La Petite Maison" von
Jean-Francois de Bastide in die Räumlichkeiten des 1922 erbauten
Architekturjuwels, das als erstes modernistisches Haus Kaliforniens
gilt.
"La Petite Maison" (1758) erzählt von der Verführung einer braven
Frau, die von kostbarem Dekor überwältigt wird. Szenen aus der
Novelle sind zu hören. Die Besucher folgen einer Tonspur durch das
Schindler House, in der von edlen Brokatstoffen, feinem Porzellan und
üppigen Lustern die Rede ist und die in starkem Kontrast zur
strengen, reduzierten Innengestaltung steht. Nur an einer Stelle
entfernt sich das Hörspiel, das auf einer 2005 in der New Yorker
Christin Burgin Galerie gezeigten Videopräsentation beruht, vom 18.
Jahrhundert: Im "Salon"-Abschnitt wird das Studio von Pauline
Schindler so beschrieben, wie es auf einem Originalfoto aus den
1920er Jahren zu sehen ist.
Der britische Künstler Victor Burgin wurde in den 1960er Jahren
als einer der Väter der Konzeptkunst bekannt. Seit 35 Jahren ist er
als Theoretiker des bewegten und unbewegten Bildes höchst
einflussreich. Die Installation "The Little House" im MAK Center ist
seine erste große Ausstellung in Los Angeles. Die Eröffnung am MAK
Day wird von einer Podiumsdiskussion mit Anthony Vidler,
Architekturhistoriker, Leslie Dick, Schriftsteller, und Leo Braudy,
Englischprofessor an der University of Southern California und Autor
bekannter Studien zu den Themen Prominenz, Maskulinität und
Hollywood, begleitet.
Im Anschluss an das Panel zu "The Little House" veranstaltet das
MAK Center in Kooperation mit dem Getty Research Institute Los
Angeles eine Podiumsdiskussion zu zwei Schriften des Architekten und
Theoretikers Gottfried Semper (1803-1879), einem der geistigen Väter
der Modernen Architektur. Es sprechen Peter Noever, Direktor MAK,
Kathrin Pokorny-Nagel, Leitung MAK-Bibliothek und
Kunstblättersammlung sowie Initiatorin des Projekts, Joshua
Prince-Ramus, Architekt und Direktor des Architekturbüros REX New
York, und Barry Bergdoll, Chefkurator im Department of Architecture
and Design im Museum of Modern Art, New York.
Die 1852 verfasste Handschrift "Practical Art in Metals and Hard
Materials", im Auftrag des MAK transkribiert und im März 2007
erstmals mit Beiträgen und einem wissenschaftlichen Apparat versehen
unter dem Titel "Gottfried Semper. The Ideal Museum" veröffentlicht,
ist als Manifest Gottfried Sempers zu verstehen, in dem er seine
Visionen zum Aufbau und zur Systematik eines Museums darlegte. Die
Schrift, die der Architekt dem MAK 1867 vermachte, lässt Rückschlüsse
auf seine weit reichenden Ideen zu. Das Experten-Panel widmet sich am
MAK Day ebenfalls dem monumentalen Werk "Style in the Technical and
Tectonic Arts; Or, Practical Aesthetics", das vom Getty Research
Institute 2004 publiziert wurde. Semper, der gemeinsam mit Karl von
Hasenauer u.a. das Wiener Burgtheater, das Naturhistorische und das
Kunsthistorische Museum plante und mit der Semper-Oper in Dresden
Berühmtheit erlangte, lieferte mit seinen theoretischen Schriften
zentrale Impulse für Architekten wie Otto Wagner und Rudolph M.
Schindler.
Der austro-amerikanische Architekt Rudolph M. Schindler
(1887-1953), der in Wien bei Otto Wagner und Adolf Loos studiert
hatte und 1914 in die USA ging, setzte mit seinem privaten Wohnhaus
in West Hollywood ein radikales architektonisches Zeichen. Schindler
hatte das Gebäude als Wohn- und Arbeitsraum für zwei Paare mit einer
geteilten Küche und einem geteilten Gäste-Appartement konzipiert -
auch in Hinblick auf gesellschaftliche Normen ein radikaler Schritt.
Darüber hinaus war der Salon von Pauline und Rudolph M. Schindler in
den 1920er Jahren legendär, sie veranstalteten Vorträge und Konzerte,
prominenter zeitweiliger Gast war der Architekt Richard Neutra, der
auch mit Schindler zusammenarbeitete. Das Schindler House wurde so
zur Keimzelle der Modernen Architektur in Kalifornien.
Das MAK Center befindet sich im Schindler House, 835 North Kings
Road, West Hollywood. Weitere Informationen zum MAK Center und zur
Ausstellung finden sich unter www.MAKcenter.org.
Rückfragehinweis:
Presse MAK Michael Huber Sandra Ghignone Teresa Raninger Tel.: (++43-1) 711 36-233, 212, 229 Fax: (++43-1) 711 36-227 mailto:[email protected] http://www.mak.at
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