MAK Day 2007 in Los Angeles mit Ausstellungseröffnung, Panel Discussions und Buchpräsentationen

Konzeptkünstler Victor Burgin verbindet Architektur und Literatur in Installation, Publikationen zu Gottfried Semper werden gemeinsam mit Getty Research Institute präsentiert

Wien/Los Angeles (OTS) - Mit der Premiere der Audio-Installation "The Little House" von Victor Burgin, der Präsentation grundlegender theoretischer Schriften des Burgtheater-Architekten Gottfried Semper und mit Experten-Diskussionen macht das MAK Center for Art and Architecture in Los Angeles am heurigen MAK Day, dem 10. November, auf sich aufmerksam. Besucher haben freien Zutritt zum Schindler House, das seit 1994 vom MAK Center mit innovativen Projekten zu Architektur und bildender Kunst bespielt wird.

Mit Victor Burgins interaktiver Installation "The Little House" liefert das MAK Center seinen jüngsten Beitrag, um das Schindler House als lebendiges Kunstwerk zu erhalten. Burgins konzeptuelles Werk, das vom 10. November 2007 bis zum 24. Februar 2008 zu sehen ist, bringt die freizügige Novelle über "La Petite Maison" von Jean-Francois de Bastide in die Räumlichkeiten des 1922 erbauten Architekturjuwels, das als erstes modernistisches Haus Kaliforniens gilt.

"La Petite Maison" (1758) erzählt von der Verführung einer braven Frau, die von kostbarem Dekor überwältigt wird. Szenen aus der Novelle sind zu hören. Die Besucher folgen einer Tonspur durch das Schindler House, in der von edlen Brokatstoffen, feinem Porzellan und üppigen Lustern die Rede ist und die in starkem Kontrast zur strengen, reduzierten Innengestaltung steht. Nur an einer Stelle entfernt sich das Hörspiel, das auf einer 2005 in der New Yorker Christin Burgin Galerie gezeigten Videopräsentation beruht, vom 18. Jahrhundert: Im "Salon"-Abschnitt wird das Studio von Pauline Schindler so beschrieben, wie es auf einem Originalfoto aus den 1920er Jahren zu sehen ist.

Der britische Künstler Victor Burgin wurde in den 1960er Jahren als einer der Väter der Konzeptkunst bekannt. Seit 35 Jahren ist er als Theoretiker des bewegten und unbewegten Bildes höchst einflussreich. Die Installation "The Little House" im MAK Center ist seine erste große Ausstellung in Los Angeles. Die Eröffnung am MAK Day wird von einer Podiumsdiskussion mit Anthony Vidler, Architekturhistoriker, Leslie Dick, Schriftsteller, und Leo Braudy, Englischprofessor an der University of Southern California und Autor bekannter Studien zu den Themen Prominenz, Maskulinität und Hollywood, begleitet.

Im Anschluss an das Panel zu "The Little House" veranstaltet das MAK Center in Kooperation mit dem Getty Research Institute Los Angeles eine Podiumsdiskussion zu zwei Schriften des Architekten und Theoretikers Gottfried Semper (1803-1879), einem der geistigen Väter der Modernen Architektur. Es sprechen Peter Noever, Direktor MAK, Kathrin Pokorny-Nagel, Leitung MAK-Bibliothek und Kunstblättersammlung sowie Initiatorin des Projekts, Joshua Prince-Ramus, Architekt und Direktor des Architekturbüros REX New York, und Barry Bergdoll, Chefkurator im Department of Architecture and Design im Museum of Modern Art, New York.

Die 1852 verfasste Handschrift "Practical Art in Metals and Hard Materials", im Auftrag des MAK transkribiert und im März 2007 erstmals mit Beiträgen und einem wissenschaftlichen Apparat versehen unter dem Titel "Gottfried Semper. The Ideal Museum" veröffentlicht, ist als Manifest Gottfried Sempers zu verstehen, in dem er seine Visionen zum Aufbau und zur Systematik eines Museums darlegte. Die Schrift, die der Architekt dem MAK 1867 vermachte, lässt Rückschlüsse auf seine weit reichenden Ideen zu. Das Experten-Panel widmet sich am MAK Day ebenfalls dem monumentalen Werk "Style in the Technical and Tectonic Arts; Or, Practical Aesthetics", das vom Getty Research Institute 2004 publiziert wurde. Semper, der gemeinsam mit Karl von Hasenauer u.a. das Wiener Burgtheater, das Naturhistorische und das Kunsthistorische Museum plante und mit der Semper-Oper in Dresden Berühmtheit erlangte, lieferte mit seinen theoretischen Schriften zentrale Impulse für Architekten wie Otto Wagner und Rudolph M. Schindler.

Der austro-amerikanische Architekt Rudolph M. Schindler (1887-1953), der in Wien bei Otto Wagner und Adolf Loos studiert hatte und 1914 in die USA ging, setzte mit seinem privaten Wohnhaus in West Hollywood ein radikales architektonisches Zeichen. Schindler hatte das Gebäude als Wohn- und Arbeitsraum für zwei Paare mit einer geteilten Küche und einem geteilten Gäste-Appartement konzipiert -auch in Hinblick auf gesellschaftliche Normen ein radikaler Schritt. Darüber hinaus war der Salon von Pauline und Rudolph M. Schindler in den 1920er Jahren legendär, sie veranstalteten Vorträge und Konzerte, prominenter zeitweiliger Gast war der Architekt Richard Neutra, der auch mit Schindler zusammenarbeitete. Das Schindler House wurde so zur Keimzelle der Modernen Architektur in Kalifornien.

Das MAK Center befindet sich im Schindler House, 835 North Kings Road, West Hollywood. Weitere Informationen zum MAK Center und zur Ausstellung finden sich unter www.MAKcenter.org.

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