EU-Integrationsindex: Lage am Arbeitsmarkt für Ausländer in Österreich bereits verbessert

WKÖ-Mitterlehner will flexibles und transparentes Zuwanderungssystem nach kanadischem Vorbild für hochqualifizierte Migranten

Wien (PWK770) - Der gestern veröffentlichte Bericht zum EU-Integrationsindex, der Österreich an drittletzte Stelle der 28 untersuchten Länder in Bezug auf gelungene Integrationspolitik reiht, weist nach Ansicht von Wirtschaftskammer-Generalsekretär Reinhold Mitterlehner sehr deutlich auf die hierzulande bestehenden Probleme bei der Integration hin. Etwas differenzierter als der Bericht das tut, sieht Mitterlehner allerdings das Thema Arbeitsmarktzugang:
"Österreich liegt hier im Bericht nur an 20. Stelle. In den letzten Jahren sind aber vor allem im Bereich Gleichschaltung von Beschäftigungs- und Aufenthaltstitel bereits Verbesserungen erfolgt, wobei dieser Prozess aus unserer Sicht noch nicht abgeschlossen ist."

"Aus dem Integrationsindex ist durchaus eine Reihe von notwendigen Maßnahmen abzuleiten, die wir als entsprechende Forderungen der Wirtschaft in die Plattform einbringen werden", stellt Mitterlehner klar. Zentraler Ansatz der Wirtschaftskammer ist: Wer legal in Österreich lebt, soll auch arbeiten dürfen.

Großen Handlungsbedarf sieht Mitterlehner bei der Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen. Im Rahmen der Integrationsplattform soll die Errichtung einer einheitlichen Anlaufstelle für die Anerkennung von Qualifikationen diskutiert werden, wobei es insbesondere den im Bericht zum Integrationsindex aufgeworfenen bürokratischen Dschungel zu lichten gilt. Weiters könnten durch gezielte Schulungsmaßnahmen im Ausland erworbene Fähigkeiten an das österreichische Niveau angepasst werden.

Mitterlehner fordert außerdem ein flexibles und transparentes Zuwanderungssystem, bei dem - nach kanadischem Vorbild - der Fokus auf hochqualifizierte Migranten gesetzt werden soll. Zivilgesellschaft und Unternehmen sollen z.B. durch Mentoring-Programme stärker in den Dialog mit Migranten eingebunden werden. Weiters sollte rasch die Einschränkung der Beschäftigungsmöglichkeiten von Asylwerbern auf Saisoniertätigkeiten beseitigt werden. Es ist ökonomisch sinnvoller, Ausländern, die legal in Österreich leben und über eine nachgefragte Qualifikation verfügen, eine Beschäftigung zu ermöglichen, als Ausländer im Ausland mühsam anzuwerben. Insgesamt sollen die besonderen Bedürfnisse von Migranten bei der Konzeption von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen stärker berücksichtigt werden. (RH)

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