Neues Volksblatt:"Hintertür" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 15. Oktober 2007

Linz (OTS) - Es mag schon sein - und es ist selbstverständlich
auch erfreulich - dass Johannes Hahn als Wissenschaftsminister und Claudia Schmied als Unterrichtsministerin gut miteinander auskommen. Beide, so Hahns Befund in der gestrigen TV-Pressestunde, seien sie ergebnisorientiert. Das lässt freilich immer noch offen, ob man sich auf dasselbe Ergebnis hin orientiert.
Zuletzt schien es bei der Neuen Mittelschule so, dass man - sprich Schmied und Hahn - halbwegs dasselbe wollen könnten. Sprich:
Schulversuch, Einbeziehung der Schulpartner und ähnliches mehr. Hört man indes bei SPÖ-Wortmeldungen genauer hin, so scheint klar, dass sich die SPÖ von der Gesamtschule keineswegs verabschiedet hat. Wer, wie Bildungssprecher Erwin Niederwieser, die zu frühe Selektion kritisiert, kann nur die Gesamtschule im Auge haben. Und wer, wie die Ministerin selbst, gleich heftig applaudiert, wenn die Leiterin des diözesanen Wiener Schulamtes sagt, die Gesamtschule (!) sei auch an katholischen Privatschulen möglich, setzt auch ein klares Zeichen. Offenbar hat die SPÖ die Taktik geändert: Geht es schon nicht direkt, so will man die Gesamtschule wenigstens durch die Hintertür einführen.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001