• 11.10.2007, 12:58:17
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Agrarexporte Österreichs im 1. Halbjahr 2007 um 4,3% gestiegen

Ausfuhren in neue EU-Länder verzeichnen Plus von 8,4%

Wien/Köln (AIZ) - In Köln findet vom 13. bis 17.10.2007 wieder die
"Anuga", die größte Lebensmittel-Fachmesse der Welt, statt.
"Österreich ist bei dieser Messe mit 116 Ausstellern wiederum stark
vertreten und schlägt sich auch am Weltmarkt überaus wacker. Im 1.
Halbjahr 2007 weist die Statistik Austria ein Plus von 4,3% im
Agrarexport auf. Dabei entwickelten sich die Ausfuhren in die zwölf
neuen EU-Länder - von einem niedrigeren Niveau ausgehend - mit einem
Plus von 8,4% besser als die Lieferungen in die 15 alten EU-Ländern
mit plus 7,4%, dort allerdings von sehr hohem Vorjahresniveau
startend. Käse und Rindfleisch gehören weiter zu den wichtigsten
österreichischen Exportprodukten", berichtete heute Stephan
Mikinovic, Geschäftsführer der AMA Marketing, vor Journalisten.

Gesamter agrarischer Außenhandel weiter gesteigert

Im 1. Halbjahr 2007 konnten die agrarischen Exporte Österreichs
insgesamt um 4,3% einen auf einen Wert von EUR 3,419 Mrd. gesteigert
werden. Gleichzeitig hat sich aber auch der Import um 6,7% auf EUR
3,475 Mrd. erhöht. Damit ist die Agrarhandelsbilanz fast
ausgeglichen. Der Fleischbereich erweist sich dabei als stabiler
Faktor. Mit plus 2,6% bei Rindfleisch und 7,6% bei Schweinefleisch
überflügeln heimische Exporte weiterhin deutlich die Importmengen in
diesem Bereich.

Zu den gefragtesten österreichischen Agrarerzeugnissen im Ausland
gehören mit einem Zuwachs von 8,5% auf hohem Niveau weiterhin
Milchprodukte. In diesem Segment wird immerhin doppelt so viel
exportiert wie importiert. Besonders erfolgreich sind dabei
fermentierte Milch (Joghurt), Molke und Butter. Käse hat sich mit
einem weiteren Exportzuwachs von 2,1% erfreulich entwickelt und sich
bei einem Wert von insgesamt EUR 164 Mio. eingependelt.
Fleischzubereitungen (+1,2%) sowie zubereitetes Obst und Gemüse
stagnieren leicht (-2,3%). Besonders erwähnenswert ist laut Mikinovic
auch der Eier-Export, der mit 57,6% die größte Steigerungsrate
aufweisen kann.

Export in alte EU-Staaten seit 1995 vervierfacht

1995, im Jahr des EU-Beitritts Österreichs, wurden Lebensmittel im
Wert von EUR 1,099 Mrd. in die "alten" EU-15-Staaten exportiert.
Heuer wird dieser Wert viermal so hoch sein. Der Export in diese
Staatengruppe (+7,4%) wächst dabei kontinuierlich schneller als der
Import (+5,6%).

"Österreichisches Rindfleisch ist hier besonders beliebt und wird
heuer voraussichtlich einen neuen Rekordwert erreichen. Wir
exportieren fast fünfmal so viel Rindfleisch in die EU-15 wie wir
importieren. Der Schweinefleischmarkt bleibt hingegen schwierig und
weist derzeit eine eher rückläufige Tendenz auf, was auch mit den
zurzeit außergewöhnlich schlechten Erzeugerpreisen zusammenhängen
dürfte - im Gegensatz zu den aktuellen Preisanstiegen bei
Lebensmitteln. Bei Milchprodukten zeigt sich ein sehr ähnliches Bild
wie im gesamten agrarischen Außenhandel", erläuterte der
Geschäftsführer.

Deutlich positive Handelsbilanz mit neuen EU-Staaten

Der agrarische Außenhandel mit den zwölf neuen EU-Ländern
entwickelt sich insgesamt erfreulich. Österreichs Exporte sind im 1.
Halbjahr 2007 um 8,4% auf EUR 470 Mio. gesteigert worden, die Importe
beliefen sich wertmäßig auf EUR 367 Mio. Das bedeutendste
Exportprodukt ist mit EUR 64 Mio. und einer Steigerungsrate von 20%
der Frischfleischbereich. Das Segment Fleischzubereitungen hat hier
noch Entwicklungspotenzial, Österreich hat aber heuer in diesem
Segment mit plus 55% bereits kräftig zugelegt. Deutliche
Veränderungen zeichnen sich im Milchsektor ab. Einem Exportplus von
43% in die neuen EU-Staaten steht nahezu ein Null-Wachstum im Import
gegenüber. Der Warenfluss von Milchprodukten aus Polen und Tschechien
wurde erstmals gebremst.

Ungarn lieben österreichische Fleischwaren

Rund ein Viertel aller Ost-Exporte aus Österreich geht nach
Ungarn, das waren im 1. Halbjahr 2007 Waren im Wert von EUR 108 Mio.
"Beachtlich ist, dass österreichische Fleischzubereitungen
ausgerechnet im Salami-Land Ungarn sehr gefragt sind, hier beträgt
das Plus 47,8%. Ähnlich entwickelt sich dieses Segment in Tschechien
(+45%). Noch beliebter sind dort nur österreichische Milch (+95,2%)
und Käse (+19,3%)", so Mikinovic. Im polnischen Agraraußenhandel
spiele Österreich eine eher untergeordnete Rolle.

Deutschland bleibt wichtigster Agrarhandelspartner

Deutschland ist und bleibt Österreichs wichtigster
Agrarhandelspartner. Auf sehr hohem Niveau konnten die Exporte in das
Nachbarland um weitere 5,6% zulegen. Konkret wurden im 1. Halbjahr
2007 Waren im Wert von EUR 1,059 Mrd. in die BRD geliefert. Besonders
erfolgreich waren dabei Fleisch mit +26,1% und Milchprodukte
inklusive Käse mit +8,5%. Überdurchschnittlich beliebt sind dabei
Molke (+49,9%) und vor allem Butter mit einem besonders starken
Zuwachs von 86,1%. Im Segment Käse überflügelt Österreich seinen
Nachbarn bei fast gleicher Export/Import-Menge im Wert deutlich: Ein
Kilo österreichischer Käse kostet in Deutschland durchschnittlich EUR
4,17, für deutschen Käse werden hierzulande im Schnitt nur EUR 3,33
ausgegeben.

"Österreichs Agrarprodukte sind international mehr denn je
gefragt. Höchstes Vertrauen in unsere Produkte beflügeln besonders
die Umsätze in sonst krisengeschüttelten und sensiblen
Lebensmittelsegmenten wie Rindfleisch, Eier oder Geflügel. Die
qualitäts- und genussorientierten ausländischen Käufer greifen auch
gerne zu Produkten, die symbolisch für unser Land stehen wie Käse,
Schinken oder Speck. Insgesamt ist unser Land trotz der
flächenmäßigen Kleinheit zu einer ernst zu nehmenden Größe am
Weltmarkt geworden", fasste Mikinovic die erfreuliche Entwicklung des
Agraraußenhandels zusammen.

AMA Marketing in Deutschland sehr aktiv

Die AMA Marketing ist in Deutschland aufgrund der großen Bedeutung
dieses Handelspartners sehr aktiv. Jährlich werden rund 50
Österreich-Aktionswochen im Lebensmittelhandel veranstaltet. Weiters
führt sie pro Jahr etwa 600 Produktverkostungen (Käse, Speck) und 60
Schulungen für Theken-Personal im Käsebereich durch. Darüber hinaus
werden 1.800 Einkäufer über Dialog-Marketingmaßnahmen angesprochen.
(Schluss) kam

Rückfragehinweis:
AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst
Tel: 01/533-18-43, mailto:[email protected]
http://www.aiz.info
FAX: (01) 535-04-38

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