- 11.10.2007, 10:25:48
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Greenpeace-Abwasserkontrolle bei Boxmark
Aktivisten mussten sich mit Trennscheibe Zugang verschaffen
Wien/Graz/Feldbach (OTS) - Sechs AktivistInnen der
Umweltorganisation Greenpeace aus Österreich und Ungarn haben heute
Vormittag bei der Feldbacher Lederfabrik Boxmark eine neue
Abwasserprobe gezogen. Die Umweltschützer wollen damit kontrollieren,
ob Boxmark seine im Juli getätigte Zusage, auf die Risiko-Chemikalie
Napthalin-1,5-Disulphonat schrittweise zu verzichten, tatsächlich
umsetzt.
Der Umweltstreitfall um die Schaumbildung auf der Raab hatte vor dem
Sommer 2007 sowohl in Österreich als auch in Ungarn für Aufsehen
gesorgt. Die Abwässer der Firma Boxmark sind damals als
hauptverantwortlich für die Verschmutzung der Raab identifiziert
worden.
Die neuen Analysenergebnisse werden für die nächste Woche erwartet.
Für die Probenahme mussten die Aktivisten mit Trennscheibe und
Generator anrücken. Boxmark hatte sich trotz mehrmaliger
Aufforderungen seitens Greenpeace geweigert, den Zugang zum
Probeentnahmestutzen des Abwasserrohres wieder zugänglich zu machen.
"Obwohl Boxmark die Kooperation mit uns verweigert, sind wir
zuversichtlich, dass die Ergebnisse eine verbesserte
Abwassersituation ergeben", zeigte sich Greenpeace-Chemiker Herwig
Schuster optimistisch.
Weitgehend zufrieden ist Greenpeace mit der restlichen Umsetzung des
Maßnahmenpaketes für die Raab. "Wir sind froh, dass jetzt am 1.
Oktober auch das Land Steiermark endlich eine Finanzierungszusage
getätigt hat", sagte Schuster. Die steirische Landesregierung hat
einen Zuschuss von 1,05 Millionen Euro zum Raab-Sanierungspaket
beschlossen, davon 350.000 Euro für die Lederfabriken an der Raab.
Greenpeace begrüßte außerdem die am 2.Oktober erfolgte
Veröffentlichung der neuen Abwasseremissionsverordnung für die
Gerbereien. Darin wurden die Grenzwerte für die organischen
Schadstoffe (TOC und CSB) verschärft, sowie ein neuer Grenzwert für
die Schaumbildung beziehungsweise die Oberflächenspannung eingeführt.
Für Salz gibt es leider noch immer keinen Grenzwert, aber immerhin
werden die Lederfabriken angehalten, das Salz von den Häuten
mechanisch abzutrennen. "Insgesamt geht mit der Raab-Sanierung etwas
weiter. Hoffentlich zeigen unsere Ergebnisse, dass auch Boxmark die
Pläne ernst nimmt", sagte Schuster abschließend.
Rückfragehinweis:
Greenpeace CEE Steffen Nichtenberger, Pressesprecher Tel: +43 (0)664 612 67 03 mailto:[email protected] Herwig Schuster, Chemiker Tel: +43 (0)664 431 92 14
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