- 09.10.2007, 12:27:25
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Grünewald: Gesundheitspolitische Posse um Versorgungszentren
Konstruktives Miteinander statt kurzsichtiger Verteilungskämpfe nötig
Wien (OTS) - "Dass ein Präsident der Österreichischen Ärztekammer
im Rahmen der Debatte um Teile der Gesundheitsreform sich mit der
Bitte an den lieben Gott wendet, er sollte Österreich vor einer
Grippewelle schützen, eröffnet der Gesundheitspolitik eine wirklich
neue, geradezu metaphysische Dimension", kommentiert der
Gesundheitssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, die Streikdrohung
des Kammerpräsidenten.
"Nachdem ein Beamtenentwurf zu Versorgungszentren, der weder der
Opposition noch der Ärztekammer (ÄK) in schriftlicher Form
übermittelt wurde, eine Verschiebung von stationären Leistungen in
den niedergelassenen Bereich zum Ziel hatte, orteten Teile der
Standesvertretung eine Verstaatlichung der Medizin, obwohl
Gemeinschaftspraxen und gesellschaftsrechtlich verankerte
Zusammenschlüsse von Ärzten seit Jahren als Forderung der ÄK
formuliert waren", wundert sich Grünewald über die Schnellschüsse und
Streikdrohungen.
"Mag sein dass man sich vom Prinzip ´Vorbeugen ist besser als Heilen´
leiten ließ, ein wirklich seriöser Beitrag zur Gesundheitsreform
sollte aber doch anders ausschauen" kritisiert Grünwald dieses
Vorgehen, welches noch dazu PatientInnen in Geiselhaft bringt oder
sie zumindest massiv verunsichert. Dass Überlegungen zur Stärkung des
niedergelassenen Bereiches nur zur reflexartigen Beschwörung von
Horrorszenarien führen lasse nichts Gutes für die Zukunft erhoffen.
"Tabuisierung ganzer Themenbereiche, gravierende
Kommunikationsstörungen auf beiden Seiten und die Reduktion der
Gesundheitspolitik auf eine alleinige Domäne einer Berufsgruppe,
zähneknirschend erweitert um Landeshauptleute, ihrer
GesundheitslandesrätInnen und allenfalls noch gnadenhalber der Kassen
degradiert die Republik und das betreffende Ministerium zu bloßen
Kommentatoren und Bittstellern und führt den Wunsch nach
bundeseinheitlichen Leistungs- und Qualitätsstandards endgültig ins
Nirvana", kritisiert Grünewald das zur Schau getragene Chaos einer
´Vor und Zurück Politik´.
"Neue Kooperationsformen im Gesundheitsbereich sollten die Vielfalt
des Angebotes erweitern und könnten maßgeschneidert den regionalen
Bedürfnissen angepasst werden. Einzelkämpfertum und Monopolisierung
weiter Gesundheitsbereiche unter Ausschluss anderer Berufsgruppen
weisen keinen gangbaren Weg in die Zukunft. Harmonisierung von
Beiträgen und Leistung und das Schließen regionaler Versorgungslücken
sollen Österreich weit allen Patientinnen gleiche und solidarische
Zugänge zu bestmöglicher Vorsorge, Diagnose und Therapie bieten. Dies
ist nur bei einem konstruktiven Miteinander, nicht aber durch
kurzsichtige Verteilungskämpfe zu erreichen, die auf allen Seiten nur
Verlierer hinterlassen. Dass nun Bundesministerin Kdolsky ihre Hände
in Unschuld wäscht und uns glauben machen will, ihr Name sei Hase,
ist mir aber auch zu billig und schiebt völlig unglaubwürdig einem
Beamten den Schwarzen Peter zu", schließt Grünewald.
Rückfragehinweis:
Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, [email protected]
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