• 09.10.2007, 10:10:45
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Tourismus weiter auf Erfolgskurs Tourismusbericht 2006 liegt dem Nationalrat vor

Wien (PK) - "Der Tourismus hat im Jahr 2006 erneut seine besondere
Bedeutung für Österreich unter Beweis gestellt. Österreich konnte
weiterhin seine hervorragende Position im europäischen und
internationalen Tourismus festigen. Die Zahl der Ankünfte überstieg
erstmals die 30 Millionenmarke - davon über 20 Millionen aus dem
Ausland. Mit einem Anteil von knapp 9 % am Bruttoinlandsprodukt und
mit über 5 % aller unselbständig Beschäftigten (fast 170.000
Beschäftigte im Jahresdurchschnitt 2006) zählt der Tourismus nach wie
vor zu den wichtigsten Beschäftigungsmotoren der österreichischen
Wirtschaft." Zu diesem positiven Befund kommt Bundesminister Martin
Bartenstein in seinem Vorwort zum "Tourismusbericht 2006" (III-81
d.B.), der dieser Tage dem Hohen Haus zugeleitet wurde und der morgen
auf der Tagesordnung des Tourismusausschusses steht.

Eckpunkte der heimischen Entwicklung

Die Gesamteinnahmen im österreichischen Tourismus beliefen sich im
Jahr 2006 auf 30,38 Mrd. Euro, ein Plus von 3,6 %. Knapp mehr als
50 % entfielen dabei auf ausländische BesucherInnen. Die Ausgaben der
einheimischen Touristen machten im Berichtszeitraum 13,5 Mrd. Euro
aus, wobei auf klassische Urlaubsreisen 77 Prozent bzw. 10,4 Mrd.
Euro aller Aufwendungen entfielen.

Neben dem Wintertourismus boomte neuerlich der Städtetourismus,
während die Nächtigungen am Land leicht rückläufig waren. Salzburg
und Wien entpuppten sich hingegen neuerlich als Zugpferde des
heimischen Tourismus. Interessant auch die Aufteilung der Touristen
nach Herkunftsländern, die deutliche saisonale Präferenzen erkennen
lassen: so zieht es Kroaten, Russen, Balten, Ungarn, Tschechen,
Ukrainer, Slowaken und Polen, aber auch Skandinavier und Briten vor
allem im Winter nach Österreich, während Spanier, Kanadier,
Australier, Neuseeländer, Chinesen, Japaner, Inder, Koreaner, Araber
und US-Amerikaner bevorzugt im Sommer die heimischen Gefilde
aufsuchen.

Blieb die Zahl der ausländischen Besucher in Summe mehr oder weniger
gleich, so zeigt eine differenzierte Betrachtung der Statistik einige
interessante Details. So gab es vor allem bei Bürgern der neuen EU-
Staaten, aber auch bei Iren, Griechen und Portugiesen ein
signifikantes Ansteigen der Besucherzahlen, während die Zahlen für
Italiener und vor allem für Deutsche zum Teil bemerkenswert sanken.
Auch bei den Japanern sind die Besucherzahlen leicht rückläufig.

Gesunken ist aber auch die durchschnittliche Aufenthaltsdauer, sodass
trotz steigender Zahl der Ankünfte die Gesamtnächtigungen mit rund
119,4 Mio. am Niveau von 2005 verblieben. Durchschnittlich halten
sich Inländer 3,3 Nächte, Ausländer 4,4 Nächte im
Beherbergungsbetrieb ihrer Wahl auf. Hier lässt sich seit 1990 ein
eindeutiger Trend zu kürzeren Reisen ablesen, was auf die gestiegene
Bedeutung der Städtereisen und jene von Kurzurlauben zurückzuführen
ist.

Der internationale Kontext

Im Jahr 2006 erreichte der Welttourismus mit rund 843 Millionen
Ankünften einen neuen Rekordwert, nachdem erst 2005 die 800
Millionen-Marke überschritten worden war. Im Detail verzeichneten
Südasien (+14,2 %), Afrika (+8,7 %) und der Nahe Osten (+7,6 %) die
größten Zuwächse, während Europa (+3 %) und die USA (+2 %) mehr oder
weniger stagnierten. Zwar hält Europa mit 53,4 % immer noch den
absolut größten Marktanteil, doch belief sich der Anteil Europas am
internationalen Tourismusmarkt 1990 noch auf 60,2 Prozent.

Das starke Wachstum schlägt sich deutlich auf den Arbeitsmarkt
nieder, stieg doch die Beschäftigung um rund 1,5 Prozent. Laut
Bericht ist dies eine Entwicklung, die auch 2007 anhalten wird. So
waren in Österreich 2006 insgesamt 208.200 Personen im Beherbergungs-
und Gaststättengewerbe tätig, davon rund 168.000 unselbständig
Erwerbstätige. Einem internationalen Trend folgend wurden die
Bettenkapazitäten im 4- und 5-Sternbereich weiter ausgebaut, während
jene in den 1- bis 3-Sternbereichen ebenso weiter abgebaut wurden.

2006 konnte Österreich 20,3 Millionen Gästeankünfte aus dem Ausland
verbuchen, was einer Steigerung um 1,5 Prozent entspricht. Im
internationalen Vergleich erreichten Österreichs Tourismusexporte
einen Anteil am BIP von 5 Prozent, womit Österreich innerhalb der
"alten" EU auf Rang 2 hinter Griechenland zu liegen kommt. Von den
neuen Beitrittsländern haben Zypern und Malta einen höheren Anteil
als Österreich. Gemessen an den Tourismusexporten pro Kopf der
Bevölkerung liegt Österreich im gesamteuropäischen Vergleich hinter
Zypern auf Rang 2.

Positiv können auch Österreichs Reisebüros bilanzieren, die 2006 mit
rund 10.000 Mitarbeitern einen Umsatzerlös von rund 3 Milliarden Euro
erwirtschafteten. An dieser Stelle zeigen sich auch die beliebtesten
Reisedestinationen der Österreicher. Griechenland führt ungebrochen
vor der Türkei, Spanien, Tunesien und Ägypten.

Prognose für 2007 und 2008

Vor diesem Hintergrund wagen die Autoren des Berichts eine
optimistische Zukunftsprognose, zumal der Wintertourismus trotz
schlechter Schneelage überraschend gut verlief. Die Nachfrage werde
weiter anziehen, sodass sich die positiven Konjunktureffekte in einer
kräftigeren Tourismusdynamik niederschlagen werden. Gerechnet wird
mit einem Plus von 3 Prozent für 2007 und sogar von 5 Prozent für das
Jahr 2008, wobei man sich hier besondere Stimulanz durch die EURO
2008 erwartet.

Maßnahmen zur strategischen Tourismusentwicklung

Mittels Studien zu aktuellen Themen der österreichischen Tourismus-
und Freizeitwirtschaft wird die Basis für die Strategieentwicklung
gestellt. So gab es im Berichtszeitraum fünf nationale und drei
internationale Studien, deren Resultate im Bericht vorgestellt
werden. Arbeitsschwerpunkte sind weiters der "Destinations Management
Monitor Austria", der mittlerweile über 25 % der touristischen
Wertschöpfung Österreichs vereint, sowie das Bemühen, Österreich als
Gesundheitsdestination Nummer 1 im europäischen Tourismus zu
verankern. Von ungebrochen eminenter Bedeutung für Österreich ist
naturgemäß der Kulturtourismus. Auf all diesen Gebieten wurden im
Berichtszeitraum nachhaltige Initiativen gesetzt.

Nachhaltigkeit

Österreichs Tourismus setzt ungebrochen auf Nachhaltigkeit. Der
intakte Natur- und Lebensraum ist ein wichtiger Wettbewerbsvorteil
des österreichischen Tourismus. Diesen zu erhalten und auf die
ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Gegebenheiten zu
achten, ist wichtigstes Ziel eines nachhaltigen Tourismus. Es gilt
dabei, regional vorhandene Wirtschaftspotenziale in die touristische
Entwicklung einzubinden sowie tourismusrelevante Maßnahmen in enger
Kooperation mit Akteuren der Tourismus- und Freizeitwirtschaft zu
planen und umzusetzen. Insbesondere die Regierung bzw. das BM für
Wirtschaft und Arbeit unterstützen, so heißt es in dem Bericht,
nachhaltigen Tourismus seit Jahren. Im Bericht wird sodann auf die
Frage des Klimawandels und dessen Auswirkungen auf den heimischen
Tourismus eingegangen.

Die wirtschaftliche Lage der Betriebe

In der heimischen Hotellerie lässt sich weiterhin ein Trend zu
höherer Qualität erkennen. Die heimischen Gast- und
Beherbergungsbetriebe entwickeln sich sowohl nachfrage- als auch
angebotsseitig weiterhin zum Hochpreissegment. Doch trotz gestiegener
Auslastung und deutlicher Verbesserung der Eigenkapitalsituation
befindet sich eine Vielzahl von Unternehmen der Tourismuswirtschaft
auch weiterhin in einer wirtschaftlich angespannten Situation, die
nur durch die einigermaßen günstige Zinslandschaft nicht zu konkreten
Schwierigkeiten führt. Wiewohl also die Hotellerie die guten
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in verstärktem Umfang für eine
fortgesetzte Stabilisierung nutzen konnte, ist teilweise die
Verschuldung immer noch hoch. Vor allem Betriebe mit suboptimalen
Betriebsgrößen und solche mit minderer Qualität sehen daher eher
dürftigen Perspektiven entgegen, resümiert der Bericht, der auf diese
Daten sodann im Detail eingeht und auch die diversen Förderungen
auflistet, mit denen die heimische Tourismuswirtschaft
staatlicherseits unterstützt wird.

Die Österreich Werbung

Ein eigenes Kapitel nimmt die Österreich Werbung ein, die 2006 durch
Sonderaktionen (etwa im Zusammenhang mit dem Mozartjahr), aber auch
durch die klassische Werbung für den heimischen Tourismus gewirkt
hat. Mit ihren 33 Standorten in zwölf Regionen wird die ÖW auch 2007
über 1.500 Marketing-Aktivitäten durchführen. Eine aktive
Marktbearbeitung erfolgt in 61 Märkten, hält der Bericht abschließend
fest. (Schluss)

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