• 05.10.2007, 11:31:39
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Wiens Hausärzte fordern mehr Unterstützung für Vorsorgeimpfungen

"Jeder Euro, der in Schutzimpfungen investiert wird, erspart das Drei- bis Vierfache an Therapiekosten"

Wien (OTS) - Mit Anfang Oktober werden wieder zwei wesentliche
Schutzimpfungen aktuell: Zum einen ist ab sofort der neue
Grippe-Impfstoff verfügbar, zum anderen gibt es bis Ende des Jahres
die obligate Aktion der Pneumokokken-Schutzimpfung. Die Wiener
Hausärzte fordern, Vorsorgeimpfungen generell mehr zu fördern, "denn
jeder Euro, der in Schutzimpfungen investiert wird, erspart das Drei-
bis Vierfache an Therapiekosten". ****

Sowohl die Grippe als auch die Pneumokokken-Schutzimpfung haben
keine Nebenwirkungen und sind grundsätzlich für alle Personen - ob
jung oder alt - empfohlen. Besonders dringend angeraten sind sie
jedenfalls bei Personen mit Immunschwächen, chronisch Kranken sowie
bei über 60-jährigen. Die Pneumokokken-Schutzimpfung sollten zudem
alle Kinder erhalten.

Grippe kann lebensbedrohend sein

Die Grippe-Schutzimpfung sollte alljährlich vor Beginn der kalten
Jahreszeit erfolgen. Der Impfstoff wird jedes Jahr neu konzipiert, um
einen optimalen Schutz vor aktuellen Grippe-Viren zu bieten. "Dabei
geht es nicht um Erkältungssymptome wie Schnupfen, sondern um schwere
Virusinfektionen, die vor allem für die genannten Risikogruppen eine
lebensbedrohende Erkrankung darstellen können", erklärt die Wiener
Hausärztin und Impfexpertin Melitta Bohn-Rieder.

Die Wiener Hausärzte empfehlen daher ihren Patienten, persönliche
Impftermine zu vereinbaren. Die Grippe-Schutzimpfung kostet in etwa
30 Euro Euro.

Jährlich fast 1000 Todesfälle durch Pneumokokken in
Österreich

Pneumokokken-Bakterien verursachen unter anderem Lungen-,
Mittelohr- oder Hirnhautentzündungen. Allein in Österreich sterben
daran pro Jahr fast 1000 Menschen.

Das Heimtückische an diesen Bakterien ist, dass sie besonders
schnell "arbeiten". "Selbst wenn gleich bei Krankheitsbeginn mit
einer Antibiotika-Therapie begonnen wird, kann dies schon zu spät
sein, da die Antibiotika erst nach ein bis zwei Tagen voll wirksam
werden", warnt Bohn-Rieder.

Der beste Schutz ist daher eine Pneumokokken-Vorsorgeimpfung, die
nur alle fünf Jahre aufgefrischt werden muss.

Impfschutz macht sich bezahlt

Von 1. Oktober bis 31. Dezember 2007 wird die
Pneumokokken-Schutzimpfung für Erwachsene von allen Krankenkassen -
außer der Gebietskrankenkasse - finanziell gestützt.

Die Ärztekammer fordert nun die Krankenkassen auf,
Vorsorgeimpfungen generell mehr zu fördern. Denn für viele Familien
seien auch vermeintlich kleine Beträge von 30 bis 40 Euro pro Impfung
in Summe eine erhebliche Belastung. "Andererseits erspart jeder Euro,
der in Schutzimpfungen investiert wird, das Drei- bis Vierfache an
Therapiekosten", erklärt Bohn-Rieder.

Für den Obmann der Sektion Ärzte für Allgemeinmedizin der
Ärztekammer für Wien, Rolf Jens, ist es "sehr verwunderlich", wenn
ausgerechnet der Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse beklage, dass
Österreich mit seinem Impfprogramm im internationalen Vergleich ein
Nachzügler sei.

Rückfragehinweis:

Ärztekammer für Wien - Pressestelle
   Dr. Hans-Peter Petutschnig
   Tel.: (++43-1) 51501/1223 od. 0664/1014222
   Fax: (++43-1) 51501/1289
   mailto:[email protected]
   http://www.aekwien.at

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