- 30.09.2007, 12:30:00
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Seniorenbundobmann Khol: "Massiver Beitrag des Seniorenbundes zur ÖVP-Perspektivendiskussion"
Endpapier der Gruppe "Generationen" und Ergebnisse der "Denkwerkstatt" komplett übernommen
Wien (OTS) - Morgen wird Umweltminister Dipl.-Ing. Josef Pröll die
Ergebnisse der ÖVP Perspektivendiskussion präsentieren. Seitens des
Österreichischen Seniorenbundes, der größten Teilorganisation der
ÖVP, zog Bundesobmann Dr. Andreas Khol Bilanz über die Perspektiven
2010 Bilanz: "Die Perspektivendiskussion war ein erfolgreicher und
wichtiger Prozess. Jede Partei muss in regelmäßigen Abständen ihr
Programm und ihre Werte mit Blick auf die Lebensrealität der Menschen
überprüfen. Es freut mich, dass die äußerst umfangreichen Beiträge
des Österreichischen Seniorenbundes zur Gänze in die Dokumentation
der Perspektivendiskussion übernommen wurden." Die Gruppe
"Generationen" hatte unter der Leitung von der Seniorenabgeordneten
Mag. Gertrude Aubauer und der JVP-Obfrau Silvia Fuhrmann ein
gemeinsames Papier erarbeitet. Zudem hatte der Seniorenbund die
Ergebnisse der 2005 gegründeten "Denkwerkstatt" auf einem Kongress
vertieft, und das Ergebnis als eigenen Beitrag in die
Perspektivendiskussion eingebracht (siehe Anhang). "Beide Beiträge
werden das neue Programm der Österreichischen Volkspartei
mitbestimmen", unterstrich Khol.
Perspektivengruppe Generationen: Gemeinsam die Zukunft gestalten!
Die Impulsgruppe Generationen hat einige sehr interessante
Vorschläge erarbeitet. "Am erfreulichsten war sicherlich", sagte
Khol, "dass in der Perspektivengruppe Generationen ganz klar der
Konsens im Vordergrund stand." So hatte sich die Gruppe in Ihrem
Abschlussbericht klar zum Prinzip der Nachhaltigkeit bekannt. "Das
Prinzip der Nachhaltigkeit ist von zentraler Bedeutung, da keine
Generation zu Lasten einer anderen leben darf. Es müssen alle
Generationen gerecht am wirtschaftlichen, kulturellen,
gesellschaftlichen und politischen Leben beteiligt werden", betonte
Khol. Von der Perspektivengruppe wurde auch die
Seniorenbund-Forderung nach einem Diskriminierungsverbot aufgrund des
Alters als Bestandteil der neuen Verfassung bekräftigt.
Ein interessanter Berührungspunkt zwischen Jung und Alt hatte sich
in der Diskussion im Bereich des generationengerechten Wohnens
ergeben. Khol: "Die Jüngeren haben oft Schwierigkeiten ihre erste
eigene Wohnung zu finanzieren, viele Senioren leben alleine und
benötigen Unterstützung. Die Perspektivengruppe hat sich daher für
die Förderung von 'Wohn-Sharing' Systemen ausgesprochen." So könnten
die Jüngeren billiger Wohnraum zur Verfügung gestellt bekommen, und
als Gegenleistung den Älteren mit einfachen Hilfsdiensten (Einkaufen,
Hilfe im Haushalt, etc.) behilflich sein. Neben zahlreichen anderen
ausgezeichneten Vorschlägen, hatte die Gruppe mit Idee einer
Kombination von Kindergärten und Tagesheimen für Senioren einen
besonders zukunftsweisenden Vorschlag gemacht. "Alles in allem hat
die gemeinsame Programmarbeit von Jüngeren und Älteren deutlich
gezeigt, dass jeder vom jeweils anderen profitieren kann, solange man
sich gegenseitig achtet und respektiert", so Khol.
Die "Denkwerkstatt" des Seniorenbundes: "Freiheit und Mitbestimmung
haben kein Alter"
Ein besonderer Erfolg war der große Seniorenkongress 2007, auf
welchem die Ergebnisse der "Denkwerkstatt" in fünf Arbeitskreisen
weiter vertieft wurden. "Ein Arbeitskreis hat sich intensiv mit den
Grundwerten unserer Gesellschaft befasst. Ein Thema von
herausragender Bedeutung, gerade im Zusammenhang mit der
Perspektivendiskussion", betonte Khol. Der stetige Wertewandel ändert
zwar die Bedeutung, welche den Grundwerten im täglichen Leben
beigemessen wird, nicht aber den Gehalt dieser Grundwerte. "Es ist
für uns als christlich-demokratische Bewegung von immenser Bedeutung,
uns immer wieder selbst die Frage nach unseren Grundwerten, und ihre
Auswirkungen auf die Realität zu stellen. Sicherlich müssen wir als
Volkspartei für Neues offen sein, aber wer für alles offen ist, ist
nicht ganz dicht!", betonte Khol. Der Schlüsselbegriff für jede
Wertedebatte müsse der Begriff der Menschenwürde sein.
"Religionsfreiheit, das umfassende System der sozialen Sicherheit,
Bildung, Wissenschaft und Technik, Umgang mit sozialen und ethischen
Randgruppen, etc.: Alles muss immer mit Blick auf den Grundwert der
Menschenwürde diskutiert werden. So darf es etwa die absolute
Freiheit nicht geben: Freiheit ist nur dann menschenwürdig, wenn sie
ihre natürlichen Grenzen an der Freiheit des Anderen findet",
präzisierte Khol. Solcherlei Überlegungen müssten gerade auch bei der
derzeit breit geführten Debatte über den Islam stärker berücksichtigt
werden, betonte der Seniorenbundobmann: "Wir müssen die
Religionsfreiheit hochhalten und ein respektvolles Miteinader
zustande bringen. Um dies zu erreichen müssen aber alle Seiten ihre
jeweiligen Pflichten wahrnehmen!"
Eine ebenfalls besonders fruchtbare Diskussion wurde unter dem
Überbegriff der "Solidarität" geführt. "Solidarität ist in Zeiten
fortschreitender Globalisierung oberstes Gebot. Solidarität darf
dabei aber nie zu einer Einbahnstraße werden." So hatten sich etwa
die Pensionisten angesichts schlechter Wirtschaftslage und
notwendiger Finanzierung der Pensionsreformen solidarisch gezeigt und
unterdurchschnittliche Pensionserhöhungen akzeptiert. "Im Sinne der
Solidarität ist es jetzt, angesichts steigender Lebenskosten bei
gleichzeitig ausgezeichneter Konjunktur sowie sprudelnder
Steuereinnahmen, eine Frage der Gerechtigkeit, endlich die
versprochene Werterhaltung der Pensionen umzusetzen. Zudem müssen die
älteren Generationen gerecht am Produktivitätsfortschritt beteiligt
werden. Es ist ganz einfach inakzeptabel, wenn der Lebensstandard der
Senioren stetig sinkt", so Khol.
"Fünf vor Zwölf" sei es in Fragen der Bildung. "Die Universitäten
haben sämtliche Seniorenlehrgänge einfach gestrichen: Ein Skandal!",
betonte Khol. Überhaupt müsse der Wunsch vieler Senioren, sich
weiterzubilden, stärker unterstützt werden. Kritik wurde auf dem
Kongress vor allem auch am ORF geäußert: "Der ORF darf vor allem
deshalb Gebühren einheben, weil er einen Bildungsauftrag hat. Dieser
wird aber nicht mehr ausreichend erfüllt."
Weitere wichtige Themen der Arbeitskreise waren die Bereiche
"Pflege und Betreuung" sowie "Mitbestimmung". Pflege und Betreuung
sollten kein privates Risiko sein, sondern als Teil des umfassenden
Sozialsystems aus öffentlichen Mitteln und aus einer Hand finanziert
werden. Um endlich eine endgültige Lösung der 24-Stunden-Betreuung zu
erreichen, wurde auf dem Kongress unter anderem die rasche Umsetzung
des 4-Säulen-Modells des Seniorenbundes eingemahnt. "Mitbestimmung
hat kein Alter. Die älteren Generationen müssen auf allen Ebenen mit
Sitz und Stimme vertreten sein, also in allen Entscheidungsgremien,
vom Gemeinderat bis zum Parlament, aber auch in so wichtigen
Institutionen, wie etwa der Sozialversicherung", so Khol
abschließend.
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Rückfragehinweis:
Österreichischer Seniorenbund
Mag. Martin Amor
0699/10444731
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