"International Trade & Domestic Growth": Exportsektor als Konjunkturstütze

Konferenz analysierte die Wirkung verstärkten Außenhandels auf das Wirtschaftswachstum - Exporteure leiden unter nichttarifären Handelshemmnissen

Wien (PWK715) - Hochkarätige Wissenschafter aus dem In- und
Ausland beschäftigten sich gestern, Donnerstag, im Rahmen eines von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), der Österreichischen Nationalbank (OeNB) und des Wiener Instituts für internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) organisierten ganztägigen Workshops zum Thema "International Trade & Domestic Growth" mit der Frage, welchen Einfluss die zunehmende Konzentration der heimischen Wirtschaft auf den Exportsektor in Hinblick auf das Wirtschaftswachstum ausübt.

Die österreichischen Exporte sind, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, seit 1995 um mehr als die Hälfte auf 41,4 Prozent im Jahr 2006 gewachsen. Allein im ersten Halbjahr 2007 betrug das Plus an Warenausfuhren mehr als 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Einmal mehr hat sich der Exportsektor als Wachstumstreiber erwiesen", analysierte Ralf Kronberger, Leiter der Abteilung für Finanz- und Handelspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich.

Jüngste Konjunkturberichte bestätigen den Außenhandel als wichtigen Impulsgeber für das Wirtschaftswachstum. Um die erfreuliche Entwicklung im Exportsektor aufrechtzuerhalten seien allerdings weitere Anstrengungen nötig. So muss der Anreiz für Unternehmen, die Chancen auf den Auslandsmärkten wahrzunehmen, durch Exporttätigkeiten oder Direktinvestitionen weiterhin gestärkt werden. Eine bedeutende Rolle nehmen öffentliche Exportfördermaßnahmen ein. Vor allem für KMU ist eine Starthilfe auf dem Exportsektor entscheidend, so Prof. David Greenaway von der Universität von Nottingham.

Trotz des guten Abschneidens des österreichischen Exportsektors wird der Außenhandel sowohl im Waren- als auch im Dienstleistungsverkehr noch in unterschiedlicher Form behindert. Während Zölle, nicht zuletzt durch die Schaffung des Binnenmarktes, nach und nach abgebaut wurden, leiden Exporteure weiterhin unter einer Vielzahl nichttarifärer Handelshemmnisse. "Jetzt sind Strategien gefordert, um die nichttarifären Barrieren konsequent abzubauen", forderte Rudolf Payer, Mitglied des Vorstandes der RHI AG, schließlich sei sein Unternehmen tagtäglich mit diesen Hürden konfrontiert.

Das Stocken der Verhandlungen im Rahmen der Doha-Runde ist in diesem Zusammenhang zu bedauern. "Ein endgültiges Scheitern der Doha-Runde würde weder den Industrie- noch den Entwicklungsländern helfen, ein großes Wachstumspotenzial der Weltwirtschaft würde aber weiterhin brach liegen", so Kronberger. In der Konferenz präsentierte Berechnungen der OECD zeigen, dass ein konsequenter Abbau von bestehenden Handelsbarrieren ein zusätzliches globales Wirtschaftswachstum von mehr als 160 Milliarden Dollar auslösen kann. (hp)

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