• 26.09.2007, 13:17:01
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Österreichischer Rinderbestand erstmals auf weniger als 2 Mio. Tiere gesunken

Bruttoerzeugung an Rindfleisch sinkt heuer um 2% - 2008 weiterer Rückgang

Wien (AIZ) - Der österreichische Rinderbestand hat bei der
jüngsten Viehzählung im Juni 2007 im Jahresabstand um weitere 0,2%
abgenommen und lag damit erstmal knapp unter 2 Mio. Stück. Ausgehend
von dieser Zählung rechnet die Bundesanstalt für Agrarwirtschaft in
ihrer aktuellen Marktprognose damit, dass die Bruttoeigenerzeugung an
Großrindern im Jahr 2007 bei rund 591.000 Stück liegen und damit um
0,5% gegenüber 2006 sinken wird. Die Kälber-Produktion wird heuer
sogar um 8,8% auf 129.000 Tiere sinken. Somit ergibt sich heuer eine
Gesamtproduktion von rund 719.500 Stück, was einem Minus von 2,1%
gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Trendschätzung für 2008 geht
von einem weiteren Rückgang aus. Konkret dürfte im kommenden Jahr die
Großrinder-Produktion um 1,3% auf rund 583.000 Stück sinken und die
Kälber-Erzeugung um 1,4% auf etwa 127.000 Tiere zurückgehen, sodass
für 2008 eine gesamte Bruttoeigenerzeugung von 710.000 Rindern und
Kälbern (-1,3%) erwartet wird.

Bestand an Milchkühen schrumpfte heuer auf 528.100 Stück

Der heimische Gesamtrinderbestand sank zum Stichtag 01.06.2007 mit
1,998 Mio. Stück erstmalig unter die Marke von 2 Mio. Die einzelnen
Tier-Kategorien entwickelten sich im Jahresabstand teilweise recht
unterschiedlich. Die Zahl der Rinder im Alter bis zu zwei Jahren nahm
leicht zu; bei älteren Tieren kam es dagegen zu einer Verringerung.
Die Anzahl der Kühe ist mit rund 799.000 Stück um weitere 0,8%
gesunken. Der Bestand an Milchkühen schrumpfte dabei um 1,3% auf rund
528.100 Stück, während die Zahl der Mutter- und Ammenkühe eine
Steigerung um 0,2% auf rund 271.000 Stück erfuhr.

Heuer weniger Rinderschlachtungen

Nach Angaben der Bundesanstalt wurden im Jahr 2006 rund 596.000
Großrinder in Österreich geschlachtet, das entspricht gegenüber 2005
einer Steigerung um 5,3%. Im ersten Halbjahr 2007 wurden rund 279.000
Großrinder in den Schlachtbetrieben verarbeitet, um 2,6% weniger als
im Vorjahreszeitraum.

Exportüberschuss im Außenhandel

Der Import lebender Schlachtrinder wurde 2006 um 6,1% auf rund
43.300 Stück erhöht, die Einfuhren von Rindfleisch und
Verarbeitungsprodukten sanken gleichzeitig um 9,5% auf umgerechnet
rund 50.300 Stück. Die Importe von Zucht- und Nutztieren stiegen um
41,2% auf rund 20.200 Tiere.

Die Exporte von lebenden Schlachtrindern erfolgten 2006 in einer
Menge von rund 4.300 Stück (+14,2%). Die Ausfuhren von Rindfleisch
und Verarbeitungsprodukten stiegen gleichzeitig um 9,3% auf rund
252.000 Stück. Die Exporte von Zucht- und Nutzrindern konnten um 19%
auf rund 57.500 Tiere erhöht werden. Insgesamt ergab sich daraus ein
Exportüberschuss von umgerechnet 199.800 Rindern.

Geringere Bruttoeigenerzeugung im ersten Halbjahr 2007

Im ersten Halbjahr 2007 sank gegenüber dem Vergleichszeitraum 2006
der Import lebender Schlachtrinder gemäß vorläufiger
Außenhandelszahlen um 0,3% auf rund 20.700 Stück, jener von
Rindfleisch und Verarbeitungsprodukten nahm gleichzeitig um 19,7% auf
28.500 Tiere zu. Die Einfuhren von Zucht- und Nutztieren erhöhten
sich um 23,3% auf 11.300 Stück.

Die Exporte lebender Schlachtrinder verringerten sich um weitere
12,9% auf 1.600 Tiere, bei Rindfleisch und Verarbeitungsprodukten
wurden die Ausfuhren dagegen um 7,7% auf umgerechnet 127.300 Stück
erhöht. Die Rinderzüchter konnten ihre Lieferungen von Zucht- und
Nutzrindern ins Ausland um 24,7% auf knapp 31.500 Tiere steigern.

Im Jahr 2006 betrug die Bruttoeigenerzeugung an Großrindern rund
593.800 Stück (5,6%), für das erste Halbjahr 2007 ergibt sich hier
laut vorläufigen Außenhandelszahlen eine Verringerung um 1,2% auf
rund 280.700 Stück. Bei den Kälbern hat die Bundesanstalt für 2006
eine Bruttoeigenerzeugung von rund 141.200 Stück errechnet, was ein
Minus von 5,9% gegenüber 2005 bedeutet. Im ersten Halbjahr 2007 ergab
sich ein beachtlicher Rückgang um 12,7% auf 65.800 Stück.

Preisrückgänge auf der Erzeugerseite - Verbraucherpreise gestiegen

Das erste Halbjahr 2007 ist in der heimischen Rinderhaltung
großteils von Preisrückgängen auf der Erzeugerseite gekennzeichnet.
Die Schlachtpreise weisen Rückgänge zwischen 1% bei Kalbinnen und
4,2% bei Stieren auf. Der Verbraucherpreis für Rindfleisch erhöhte
sich laut Statistik Austria um 6,3%. Die Erzeugerpreise für
Schlachtkälber haben um über 8% abgenommen, wohingegen beim
Verbraucherpreis für Kalbfleisch eine Anhebung um 7,4% beobachtet
wurde.

Aktuell unterschiedliche Marktentwicklung in EU und Österreich

Derzeit verläuft die Entwicklung auf dem Schlachtrindermarkt in
der EU und in Österreich uneinheitlich: In den meisten
Mitgliedstaaten der Union ist diese Woche das Angebot bei Jungstieren
rückläufig, die Preise sind etwa in Frankreich stabil, in Deutschland
leicht steigend. Während bei Schlachtkühen das Angebot in den meisten
EU-Ländern stabil und die Preistendenz eher rückläufig ist, ziehen
die Schlachtkälberpreise in fast allen Mitgliedstaaten neuerlich an.

In Österreich zeigt sich das Angebot an Jungstieren erntebedingt
rückläufig, die Nachfrage ist - auch infolge von Aktionen - belebt.
Der Notierungspreis der Österreichischen Rinderbörse wird daher in
der laufenden Woche für Stiere und Ochsen erhöht. Bei weiblichen
Schlachtrindern ist das Angebot stabil, die Preise entwickeln sich
uneinheitlich: Während schwächere Qualitäten tendenziell unter
Preisdruck stehen, sind gut ausgemästete Schlachtkühe weiterhin
gefragt. Im Bereich Schlachtkälber ist das Angebot knapp, die
Nachfrage international rege, sodass in der laufenden Woche der
Notierungspreis der Rinderbörse angehoben wurde.
(Schluss) kam

Rückfragehinweis:
AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst
Tel: 01/533-18-43, mailto:[email protected]
http://www.aiz.info
FAX: (01) 535-04-38

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