• 20.09.2007, 10:48:36
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Mölzer: Erdogan will Türkei nicht modernisieren, sondern islamisieren

Streit um Kopftuchverbot an Universitäten zeigt tiefe Verwurzelung des politischen Islam in türkischer Gesellschaft

Wien (OTS) - Erdogans Partei lasse nun die Maske fallen, sagte der
freiheitliche EU-Abgeordnete Andreas Mölzer zu den Plänen des
türkischen Ministerpräsidenten, das Kopftuchverbot an den
Universitäten aufzuheben. "Was Erdogan will, ist das genaue Gegenteil
von Europäisierung und Modernisierung, nämlich die Islamisierung des
kleinasiatischen Landes. Und mit der Wahl Abdullah Güls zum
Staatspräsidenten wurden Kemalismus und Laizismus derart geschwächt,
sodaß die Regierungspartei AKP nach Belieben schalten und walten
kann", betonte Mölzer.

Wenn die türkischen Islamisten behaupten, das Recht auf Bildung dürfe
nicht durch die Kleidung der Frauen eingeschränkt werden, so sei das
ein schlagender Beweis dafür, wie tief der Islamismus in der
türkischen Gesellschaft verwurzelt sei, erklärte der freiheitliche
EU-Mandatar. "Wenn Frauen lieber auf ein Studium als auf ihr Kopftuch
verzichten, dann kann nicht mehr behauptet werden, daß die Religion
als Privatangelegenheit angesehen wird. Vielmehr geht es darum, mit
dem Tragen des Kopftuches ein religiös-politisch Symbol öffentlich
zur Schau zu stellen", stellte Mölzer fest.

Als skandalös bezeichnete der Europaparlamentarier die nicht
vorhandene Reaktion der Europäischen Union auf die scheinbar
unaufhaltsam fortschreitende Islamisierung der Türkei. Brüssel lasse
sich von den Lippenbekenntnissen aus Ankara, wonach die Türkei an
westlich-europäische Standards herangeführt werden soll, blenden.
Tatsächlich aber versuchten Erdogan und seine Weggefährten, das Rad
der Zeit zurückzudrehen und Atatürks Reformen rückgängig zu machen.
"Daher kann für Brüssel die einzig richtige Schlußfolgerung aus den
Vorgängen im islamischen Anatolien nur der sofortige Abbruch der
Beitrittsverhandlungen sein", schloß Mölzer.

Rückfragehinweis:
Freiheitlicher Parlamentsklub

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