Pirklhuber: AMA-Gütesiegel muss Gentechnikfreiheit auch bei Futtermitteln garantieren

Gentechnikfreie Fütterung ist kein Nischenprogramm, sondern Chance für die heimische Lebensmittelbranche

Wien (OTS) - "Die österreichischen KonsumentInnen wollen keine Gentechnik auf dem Teller - auch nicht über Produkte von Tieren, die mit Gentechnikfutter gemästet wurden. Ich fordere daher Minister Pröll auf, endlich gentechnikfreie Futtermittel zu ermöglichen und ein Konzept für eine flächendeckend gentechnikfreie Fütterung vorzulegen", fordert Wolfgang Pirklhuber, Sprecher für Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit, anlässlich des heute stattfindenden 9. Österreichischen Fleischforums der Agrar-Markt-Austria, in Wels. "Ein erster, längst überfälliger Schritt wäre die Änderung der AMA-Gütesiegel-Richtlinien. Derzeit ist der Einsatz von gentechnisch-verändertem Soja in der Fütterung von Schweinen, Rindern, Kälbern und Legehennen nach wie vor erlaubt", kritisiert Pirklhuber.

Das Ergebnis der AMA-Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2005 bestätige, dass eine gentechnikfreie Futtermittelversorgung in Österreich prinzipiell möglich sei. Einige Unternehmen in Österreich sind bereits Vorreiter für gentechnikfreie Produkte, wie z.B. das Handelshaus Pilstl, das seit Jahren gentechnikfreies Soja nach Österreich importiert. Heimische Erfolgsmarken wie Berglandmilch, NÖM, Tirolmilch, Kärntner Milch, Toni's Freilandeier haben bereits Pionierarbeit geleistet und gezeigt, dass die gentechnikfreie Fütterung in der Praxis möglich ist. Ein im Rahmen der heurigen Rieder Herbstmesse stattgefundener Workshop zur gentechnikfreien Fütterung bestätigte die Machbarkeit und ausreichende Verfügbarkeit von GVO-freien Futtermitteln.

Bereits im Juni dieses Jahres haben die Grünen einen entsprechenden Entschließungsantrag im Parlament eingebracht, der sowohl die EU-weit einheitliche Kennzeichnung tierischer Produkte, eine Änderung der AMA-Richtlinien hinsichtlich Fütterung, sowie die Verabschiedung der Codexrichtlinie für gentechnikfreie Produkte zum Inhalt hat. "Ich werde mich dafür einsetzen, dass bereits im nächsten Landwirtschaftsausschuss mein Antrag zur Verhandlung kommt, denn derzeit ist es so, dass die KonsumentInnen bei tierischen Produkten lediglich bei Bioprodukten und gentechnikfrei gekennzeichneten Produkten sicher sein können, dass sie aus gentechnikfreier Produktion stammen", so Pirklhuber abschließend.

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