Handelsexperten: Internet-Shopping ergänzt Angebote des stationären Einzelhandels

3.200 Einzelhandelsunternehmen in Österreich verkaufen (auch) im WWW - 615 Mio. Euro Netto-Jahresumsatz - 1,8 Mio. Internetkäufer in Österreich

Wien (PWK672) - Shoppen im Internet gewinnt zunehmend an
Bedeutung. Darum hat die Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) eine repräsentative Erhebung, die erste ihrer Art in Österreich, in Auftrag gegeben. Dafür wurden von der KMU Forschung Austria sowohl Unternehmen (Anbieter) als auch Konsumenten (Nachfrager) befragt.

"Es ist davon auszugehen, dass 2007 in Österreich rund 3.200 Unternehmen mit Online-Shops im Internet-Einzelhandel im engeren Sinn tätig sind", weiß Peter Voithofer, stellvertretender Direktor der KMU Forschung Austria. Zum Internethandel im engeren Sinn werden gezählt a) ausschließlich im Internet vertretene Angebote (reiner Internethandel), b) der Versandhandel mit seinen Online-Angeboten sowie c) Online-Angebote des stationären Einzelhandels. Sortimentsbezogen ist das klassische Einzelhandelssortiment umfasst, nicht also beispielweise die Umsätze von Tourismusunternehmen, Fluglinien etc.

Mit Blick auf den gesamten Einzelhandel in Österreich heißt das, dass knapp 8 Prozent der rund. 41.500 Einzel¬handelsunternehmen einen Onlineshop betreiben. Etwa 53.500 stationären Einzelhandelsgeschäften stehen rund 3.200 Onlineshops gegenüber, das ist ein ein Verhältnis von rund 17:1. "Zu berücksichtigen dabei ist allerdings die unterschiedliche Kundenreichweite von Online-Shops und stationären Ladengeschäften" so Handelsforscher Voithofer.

Diese Unternehmen haben 2006 im österreichischen Internet-Einzel¬handel i.e.S. einen Netto-Jahresumsatz von rund 615 Millionen Euro erwirtschaftet, was rund 1,4 Prozent des ge¬samten Einzelhandelsvolumens in Österreich von cirka 43,7 Milliarden Euro entspricht.

Auf den traditionellen Versandhandel entfallen rund 278 Millionen oder rund 45 Prozent des Inter¬net-Einzelhandelsumsatzes - es gibt zwar vergleichsweise wenige Versandhandelsunternehmen, diese sind aber deutlich größer als z.B. reine Internet-Händler. Der zweitgrößte Bereich ist mit rund 243 Millionen der statio¬näre Einzelhandel, während die reinen Internet-Händler rund 94 Millionen Euro zum Ge¬samtumsatz des österreichischen Internet-Einzelhandels i.e.S. beitragen. Der Internet-Einzelhandel im weiteren Sinn, also inklusive Großhandel, erreicht näherungsweise rund 1,6 Prozent des gesamten Ein¬zelhandelsvolumens in Österreich.

Nach Warengruppen betrachtet entfällt der größte Anteil am Umsatzvolumen im Internet-Einzelhandel i.e.S. auf Elektro- und Elektronikprodukte, gefolgt von Beklei¬dung/Textilien. Hohe Umsatzanteile am Internet-Einzelhandel i.e.S. verzeichnen eben¬falls die Warengruppen Bücher/Zeitschriften, Computer-Hardware/Software sowie Sportartikel.

Rund 91 Prozent des Netto-Jahresumsatzvolumens werden im Internet-Einzelhandel i.e.S. mit Kunden in Österreich erzielt. Damit beträgt die "Exportquote" rund 9 Prozent, das entspricht einem Umsatzanteil von rund 57 Millionen Euro. Rund 7 Prozent entfallen auf Kunden in EU-Ländern, rund 2 Prozent auf Kunden in Ländern außerhalb der EU.

Ernst Gittenberger, Online-Shopping-Spezialist der KMU Forschung Austria, hat für die Grundlagenstudie einen Blick auf die Internetuser in Österreich, die Käufer beim Online-Einzelhandel und deren Gewohnheiten geworfen: "Im Untersuchungszeitraum von 12 Monaten haben rund 40 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher ab 15 Jahren, also etwa 2,8 Millionen Menschen, zumindest einmal vor einem Kauf im stationären Ladengeschäft Informationen im Internet eingeholt. Gesucht wurde nach Informationen zu Elektro-/Elektronikgeräten, Computer-Hard- und Software sowie Büchern."

Tatsächlich eingekauft haben im Internet-Einzelhandel in den letzten 12 Monaten rund 1,8 Mio bzw. rund 26 Prozent der Öster¬reicherinnen und Österreicher über 15 Jahre. Geht man davon aus, dass 2006 rund 4,4 Millionen Menschen in Österreich das Internet genutzt haben, so haben rund 41 Prozent davon auch im Internet-Einzelhandel eingekauft. 0,7 Millionen davon sind Frauen, 1,1 Millionen männliche Österreicher. Der höchste Anteil an Käufern im Internet-Einzelhandel stammt aus der in der Altersgruppe 20 bis 29 Jahre.

Die durchschnittlichen Jahresausgaben pro Internet-Käufer liegen bei 800 Euro. Das bevorzugt eingesetzte Zahlungsmittel beim Einkauf im Internet-Einzelhandel ist für rund 46 Prozent der Internet-Käufer die Banküberweisung, für weitere rund 34 Prozent die Kreditkarte.

Etwas weniger als die Hälfte, nämlich im Durchschnitt rund 47 Prozent (das sind 690 Millionen Euro) der Ausgaben im Internet-Einzelhandel fließen in österreichische Unternehmen (Niederlassung/Standort in Österreich).

Beachtlich ist die Dynamik der Betriebsform Internet-Einzelhandel:
Sie hat seit Einführung der ersten Online-Shops in den späten 1990er Jahren in Österreich bis dato ein Volumen von eben rund 615 Millionen Euro erreicht und somit zu rund 6 Prozent zum Umsatz¬wachstum im Einzelhandel in diesem Zeitraum beigetragen. Die dominierende Rolle im österreichischen Internet-Einzelhandel i.e.S. spielen dabei nicht reine Internet-Händler, sondern so genannte Multi-Channel-Unternehmen - also Unternehmen des stationären Einzelhandels, die auch Waren im Internet anbieten.

Aus all den Analysen im Rahmen der Studie ergibt sich, so Voithofer und Gittenberger, folgender Sukkus: "Der Internethandel ist nur zu einem kleinen Teil Konkurrenz, vielmehr aber Ergänzung zu den Angeboten des stationären Handels zum Vorteil der Kunden." Die Chancen für Klein- und Mittelunternehmen im Internet-Einzelhandel sehen sie in der "Professionalisierung insbesondere des Web-Auftritts und der logistischen Abwick¬lung, in der Schaffung bzw. Ausnutzung von Nischen sowie der Entwicklung und Vermarktung von Innovationen."

"Der Handel ist innovativ", knüpfte Erich Lemler, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) an diesem Punkt an, "ein sichtbares Zeichen dafür ist die nun vorliegende Grundlagenstudie. Ziel war es, erstmals ein Gesamtbild des Einzelhandels im Internet in Österreich zu liefern, und zwar sowohl mit Blick auf Unternehmer als auch auf Konsumenten. Das ist uns gelungen", so der Handelsobmann erfreut. "Die Studie steht", so Iris Thalbauer, E-Commerce-Expertin der Bundessparte Handel, "ab sofort auf www.derhandel.at zum kostenlosen Download bereit."

Ein weiteres Highlight des Abends war die Verleihung des 1. österreichischen Awards für elektronische (Handels-)Newsletter aus Österreich. Der von der Bundessparte Handel gemeinsam mit Wortwelt, dem Unternehmen für Unternehmenssprache ins Leben gerufene Preis "bewertete mehr als 100 Newsletter und ist der erste Wettbewerb dieser Art in Österreich", so das Wortwelt-Duo Michael Haunschmid und Axel Ebert. Dabei punktete die Bene AG mit ihrem Bene Office.Info durch gleichmäßig hohe Bewertung in allen Bereichen. Platz 2 ging an den Hornbach-Newsletter. Der dritte Platz geht an den Stiegl-Bierletter, einen reinen Text-Newsletter. Mit Sonderpreisen wurden die Firma Ing. Walter Johann Steinauer (für ihren Krimi-Newsletter mit dem Fortsetzungskrimi "Geschichten aus dem Kramerladen") sowie Beiersdorf ("Nivea News") ausgezeichnet.

Fotos von der Veranstaltung sind auf www.pressefotos.at zu finden, sie stehen bei korrekter Nennung des dort angegebenen Fotocredits kostenfrei zum Abdruck zur Verfügung. (JR)

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