Eier und Geflügel: Steigende Futterkosten machen Preiserhöhung notwendig

Schrall: Futtermittelbestandteil Mais um 60% teurer

Wien (AIZ) - "Die Futtermittelpreise, die etwa 60% der Produktionskosten in der Geflügelhaltung ausmachen, sind dramatisch gestiegen, ein Ende dieser Entwicklung ist nicht absehbar. Wir müssen daher jetzt mit unseren Partnern, den Schlachtbetrieben, den Packstellen und dem Handel eine für alle Seiten faire Preisstrategie für die Zukunft vereinbaren", deutete heute Franz Schrall, Obmann der Zentralen Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG), die Notwendigkeit von Preiserhöhungen für Eier und Geflügel an.

Eierpreise sollten um mindestens 3 Cent steigen

Am deutlichsten ist die Preisentwicklung beim mengenmäßig wichtigsten Futterbestandteil Mais zu erkennen. "Mais wird gegenüber dem Vorjahr um über EUR 100,-/t höher gehandelt, das bedeutet eine Preissteigerung um etwa 60%", erläuterte der Geschäftsführer der EZG Frischei, Benjamin Guggenberger. Ergänze man die Rechnung um die anderen Futterkomponenten und berücksichtige man auch die erhöhten Futterkosten der Bruteierproduktion und der Junghennenaufzucht, so müsse der Bauer im Schnitt jetzt um 3 Cent pro Ei mehr bekommen, um die derzeitigen Futterkosten fair zu berücksichtigen, so Guggenberger. Das bedeute für die Landwirte je nach Haltungsform einen notwendigen Mehrerlös von 30 bis 40%. "Dabei haben viele Betriebe erst kürzlich durch den Ausstieg aus der Käfighaltung viel Geld in neue Stallungen investiert. Die hohen Abschreibungen belasten also das Betriebseinkommen jetzt zusätzlich", so Guggenberger.

Preise für Lebendgeflügel anpassen

Die gleiche Situation wie bei Legehennen ist laut Schrall auch bei den Hendl- und Truthühnerhaltern zu beobachten. Durch die dramatisch angestiegenen Futterkosten sei es notwendig, die Preise für Lebendgeflügel anzupassen. Neben der Knappheit an Getreide und Mais kämpfen die Geflügelmäster auch mit steigenden Preisen für Eiweißfuttermittel, die in den vergangenen Wochen zusätzlich dafür sorgten, dass Geflügelfutter nahezu alle 14 Tage teuerer wird.

Entspannung nicht in Sicht

"Aufgrund der fehlenden Reserven aus den Vorjahren, der allgemein niedrigen Lagerbestände bei Getreide und der EU-weit zu erwartenden schlechten Maisernte ist mit weiteren Preiserhöhungen zu rechnen. Eine Entspannung der Situation vor der neuen Ernte 2008 ist aus aktueller Sicht nicht zu erwarten. Dennoch ist es ein klares Ziel der österreichischen Geflügelbauern, ausreichend Eier und Geflügel zu erzeugen, um eine flächendeckende Versorgung sicherstellen zu können", unterstrich Schrall.

"Positiv ist jedoch, dass Eier und Geflügelfleisch voll im Ernährungstrend liegen, das bestätigt auch der steigende Pro-Kopf-Konsum von derzeit 20 kg bei Geflügelfleisch, vor wenigen Jahren waren es noch 14 kg/Kopf. Auch beim Eierkonsum hat sich die Lage mit 227 Stück pro Kopf sehr gut stabilisiert", so der Obmann. (Schluss)

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