Neues Volksblatt: "Signale" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 28. August 2007

Linz (OTS) - Man kann dem Islam kritisch gegenüber stehen, sehr kritisch sogar, wie etwa der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari. Er geht mit muslimisch dominierten Staaten insofern hart ins Gericht, als der Islam in Bezug auf andere Religionsgemeinschaften bei deren "Recht und Raum zur Ausübung ihres Glaubens weltweit noch viel schuldig" bleibe. Daher: "So lange Christen sich in fast allen islamischen Ländern verstecken müssen, sollten Muslime in Ländern wie dem unseren auf städtebaulich dominante Moscheen verzichten", so der Bischof.
Das klingt anders als das Heraufbeschwören eines Kulturkampfes, wie das nun BZÖ und auch FPÖ tun. Mit populistischer Verteidigung abendländischer Kultur ist in der Frage, wie die knapp 400.000 Muslime in Österreich ihren Glauben praktizieren können, nichts gemacht. Das schürt nur jene Ressentiments weiter, die ohnehin vorhanden sind und das Zusammenleben schwer genug machen. Dass mit dem Thema Moscheen nun politisches Kleingeld gemacht werden soll, muss jedenfalls die Alarmglocken schrillen lassen. Da ist auf allen Seiten Besonnenheit gefordert, aber es braucht auch Signale, dass Integration gewollt wird.

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