• 13.08.2007, 10:08:38
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Hartnäckige Probleme am Arbeitsmarkt: AK fordert Maßnahmen

Linz (OTS) - Die erfreuliche Konjunkturentwicklung, die einen
Rückgang der Arbeitslosigkeit bewirkt hat, darf nicht darüber
hinwegtäuschen, dass einige hartnäckige Probleme weiterbestehen. Eine
WIFO-Studie bestätigt, dass vor allem ältere Arbeitnehmer/-innen,
Frauen, Jugendliche und gering Qualifizierte sowie Migranten/-innen
vom Wirtschaftsaufschwung nicht profitieren. In einer Pressekonferenz
fordert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer Maßnahmen für diese
Gruppen.

"Die Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft sind derzeit so
sehr mit ihren eigenen Jubelmeldungen beschäftigt, dass sie auf das
Morgen und Übermorgen vergessen", kritisiert AK-Präsident
Dr. Johann Kalliauer. "Dabei wäre es unbedingt notwendig, jetzt die
Weichen für unsere Zukunft zu stellen. Die Zeit, die wir jetzt nicht
nützen, bedeutet entgangenen Wohlstand, fehlendes Wachstum und
bittere Arbeitslosigkeit in ein paar Jahren."

Auf Unwissenheit kann sich niemand ausreden, denn die
arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen werden vom
Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) in einer Studie des Landes
Oberösterreich ("Arbeitsmarktpolitik in Oberösterreich") genannt.
Diese Studie als Bestandsaufnahme des Arbeitsmarktes und der
Arbeitsmarktpolitik wurde von der AK gefordert. Im vergangenen Herbst
hat das WIFO die Ergebnisse vorgelegt.

Zu den hartnäckigen Problemen zählen die anhaltend geringe
Beschäftigungsquote der Älteren sowie die massive Benachteiligung von
Frauen und die Schwierigkeiten von Jugendlichen beim Berufseinstieg.
Seit zehn Jahren fließt ständig mehr Geld in das Auffangnetz für
lehrstellensuchende Jugendliche, ohne dass wirkliche Erfolge erzielt
werden. Dass immer weniger Lehrlinge ausgebildet werden, ist
bezeichnend für die mangelnde Bereitschaft der Unternehmen, in die
Mitarbeiterqualifizierung zu investieren.

"Gute Arbeitsmarktchancen haben auf Dauer nur gut ausgebildete
Arbeitskräfte, das zeigt auch die gegenwärtige Debatte um den
Fachkräftemangel", betont Kalliauer. Der Strukturwandel und die neuen
Technologien drängen die relativ große Zahl gering Qualifizierter in
Oberösterreich an den Rand des Arbeitsmarktes und in die
Arbeitslosigkeit. Eine besondere Zielgruppe für die notwendige
Ausbildungsoffensive zur Heranbildung von Fachkräften sind
Migranten/-innen.

Zahlreiche Forderungen der AK werden durch die WIFO-Studie
bekräftigt. Der AK-Präsident verlangt ein ganzes Bündel an Maßnahmen:
Unter anderem für Ältere eine breite Umsetzung des WAGE-Projekts und
die Neuregelung der Altersteilzeit, für Frauen einen
Qualifizierungsbonus bei technischen Ausbildungen und eine
Verbesserung des Kinderbetreuungsangebots, für Jugendliche eine
wirksamere und qualitätsorientiertere Verwendung der Mittel zur
Lehrstellenförderung sowie eine höhere Durchlässigkeit des
Bildungssystems, für gering Qualifizierte die Anerkennung informell
erworbener Kompetenzen und für Migranten/-innen die beschleunigte
Anerkennung von Bildungsabschlüssen in den Herkunftsländern.

Kontakt: Dr. Robert Eiter, Tel. 050/6906-2188
E-Mail: [email protected]

Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich
Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2182
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com

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