• 03.08.2007, 09:02:24
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Wien ist im September Austragungsort 2. Internationaler Donaubörse

Plattform für Getreide- und Futtermittelbranche sowie Logistikpartner wurde fixe Institution

Wien (AIZ) - Am 07.09.2007 trägt die Börse für landwirtschaftliche
Produkte in Wien die 2. Internationale Donaubörse aus. Im September
2006 setzte die 1. Donaubörse in Wien ein international viel
beachtetes Zeichen. Mehr als 360 Besucher aus Österreich, Italien,
Deutschland, Ungarn, der Slowakei, Slowenien, Polen, Tschechien und
Rumänien übertrafen alle Erwartungen und bestätigten die Idee: Wien
als Drehscheibe für Getreidehandel und Logistik des nach der
EU-Erweiterung neu entstandenen Binnenmarktes in Zentraleuropa und im
Donauraum zu etablieren. Die 2. Internationale Donaubörse wird einen
vor dem Hintergrund global enger Getreideversorgungsbilanzen nervösen
und hitzigen globalisierten Markt beleuchten. Zuletzt sind die
Getreidepreise aus der zu Ende gehenden Ernte 2007 im internationalen
Umfeld stark gestiegen. Die österreichischen Anbieter werden die 2.
Internationale Donaubörse auch nutzen, die Qualität der heimischen
Ernte 2007 den internationalen Interessenten, insbesondere aus
Österreichs traditionellem Abnehmerland am Binnenmarkt, Italien, zu
präsentieren.

Die von der Börse für landwirtschaftliche Produkte in Wien ins
Leben gerufene Branchenplattform wendet sich an Getreide- und
Futtermittelhandelsfirmen beziehungsweise Verarbeiter sowie an
Vertreter der Donauhäfen und von Logistikunternehmen, die in Zentral-
und Osteuropa tätig sind. Der überregionale Börsetag soll einen
geregelten Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen und die
Logistikströme im zentraleuropäischen Donauraum optimieren helfen.
Dieser Funktion kommt auch vor dem Hintergrund wachsende Bedeutung
zu, dass sich die Europäische Kommission zunehmend aus der
Regulierung der Getreidemärkte zurückzieht und diese in einem
liberalisierten und globalisierten Umfeld sich selber überlassen
bleiben.

Die Börse für landwirtschaftliche Produkte in Wien sieht den
Erfolg der vorjährigen Premiere der Internationalen Donaubörse und
Zuspruch der Teilnehmer "als eine Verpflichtung, die Donaubörse als
regelmäßige Institution zu wiederholen", so Börsepräsident Rudolf
Kunisch. Bei den Gesprächen der Branchenbeteiligten aus rund zehn
Ländern zeigte sich der Bedarf an einem Forum dafür, die Probleme des
Marktes, die insbesondere aus der Binnenlage bedeutender
Getreideanbieter der Region und aus Engpässen bei Logistik und
Transport erwachsen, zu erörtern und dabei Lösungsansätze zu
entwickeln. Die Internationale Donaubörse in Wien wird nun zur
regelmäßigen Institution. "Es zeigte sich eindeutig, dass der Bedarf
für so eine Donaubörse besteht und sich die Initiative, sie als
erster umzusetzen, gelohnt hat", so Kunisch. Logistik und Transport
sowie eine Koordinierung der an der Lösung der damit verbundenen
Probleme interessierten Marktteilnehmer wird ein Schwerpunk der 2.
Internationalen Donaubörse sein.

Transportkosten essenziell für Mitteleuropas Binnenstaaten

Die 1. Internationale Donaubörse bestätigte, dass bei der
Transportkapazität zu Lande - auf der Schiene und der Straße - als
auch zu Wasser auf der Donau Engpässe bestehen, die den Markt
belasten. Kritisiert wurden vor allem Wettbewerbsverzerrungen durch
unterschiedliche Kostenbelastungen nationaler Mautsysteme, fehlender
Waggonraum für den Bahntransport, Versäumnisse nationaler
Eisenbahngesellschaften, dringend von der Branche geforderte
Container-Transportsysteme anzubieten, sowie ein seit Jahren
versprochener, aber noch nicht realisierter Ausbau von Engstellen am
Donau-Wasserweg. Die Schiffbarkeit der Donau als an sich billigster
und umweltfreundlichster Wasserweg ist Jahr für Jahr bei
Niedrigwasser zu lange eingeschränkt beziehungsweise verteuert sich
der Transport oder wird gar unterbrochen.

"Vor allem die Binnenlage und der damit verbundene Kostennachteil
beim Abtransport von Getreide zu den essenziellen Verbrauchszentren
in Oberitalien und am Niederrhein sowie zu den Exporthäfen wie
Constanza, Rotterdam, Riejka oder Koper ist für den gesamten
Donauraum von größter Bedeutung", erläutert Kunisch. Das Getreide aus
dem Binnenland muss dort trotz der langen Transportwege um den
gleichen Preis angeboten werden können wie Getreide aus küstennahen
Regionen oder aus Übersee. Dies verursacht für die Anbieter in
mitteleuropäischer Binnenlage Mehrkosten von rund EUR 35,- bis 45,-
pro t Getreide.

Ziel: Einheitliche und verlässliche Rahmenbedingungen

Rudolf Kunisch ist gleichzeitig auch Präsident der Europäischen
Warenbörse. Die Europäische Warenbörse mit Sitz in Straßburg
vereinigt 47 Warenbörsen in zwölf europäischen Ländern. Kunisch
verfolgt das Ziel, dem Handel mit landwirtschaftlichen Produkten in
Europa über die Funktion der Börsen möglichst einheitliche und
verlässliche Rahmenbedingungen zu setzen: "Wir wollen den Warenbörsen
im östlichen Mitteleuropa Hilfe und Know-how beim Aufbau ihrer
Strukturen zur Etablierung von Handelsusancen anbieten. Europäische
Getreidekontrakte sollen über die Grenzen hinaus anerkannte und
durchsetzbare Geschäftsgrundlagen schaffen."

Warenbörsen sorgen für Spielregeln und Markttransparenz

Warenbörsen wie die Börse für landwirtschaftliche Produkte in Wien
sind insbesondere mit der Preisnotierung aufgrund des tatsächlichen
Verkaufs physischer Ware sowie mit der Festsetzung von Usancen und
deren Durchsetzung mit eigenen Schiedsgerichten befasst. Damit
erfüllen sie eine wichtige Funktion für die Transparenz der
Agrarmärkte und für die Rechtssicherheit bei deren Geschäften. Die
europäischen Warenbörsen spielen seit Jahrhunderten eine sehr
wichtige Rolle beim Handel mit Agrarprodukten.

Überlegungen um Preissicherungsinstrumente

An der Wiener Börse für landwirtschaftliche Produkte gehen die
Überlegungen aber auch in die Richtung weiter, wie den
Branchenbeteiligten Möglichkeiten eröffnet werden könnten, die Preise
für physische Ware abzusichern. Die 2. Internationale Donaubörse
könnte auch dafür eine Plattform bieten, gemeinsam mit
Marktteilnehmern und Börsen aus dem östlichen Mitteleuropa ein
Andocken an westeuropäische Kontrakttypen anzudiskutieren. Zumindest
in Österreich äußerte die Branche jüngst starkes Interesse.
(Schluss) pos

Rückfragehinweis:
AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst
Tel: 01/533-18-43, mailto:[email protected]
http://www.aiz.info
FAX: (01) 535-04-38

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