• 02.08.2007, 11:46:25
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Wlodkowski: Rohstoffkosten beeinflussen Lebensmittelpreise kaum

Nur 1,5% der EU-Getreide-Ernte für Biokraftstoffe verwendet

Wien (AIZ) - Weil die agrarischen Rohstoffpreise derzeit steigen,
wird die Landwirtschaft immer wieder als Hauptverursacher für teurere
Lebensmittel verantwortlich gemacht. Dagegen wehrt sich
Landwirtschaftskammerpräsident Gerhard Wlodkowski massiv und stellt
klar: "Die Kirche muss im Dorf bleiben, die Landwirtschaft darf nicht
ungerechtfertigt zum Buhmann gemacht werden."

Rohstoffkosten machen bei Semmeln 2% aus

Am Beispiel von Brot konkretisiert der steirische Kammerpräsident:
"Vom Preis, den der Konsument für einen Kilo Brot bezahlt, kommen nur
mehr zwischen 4 und 5% zum Bauern. Bei einer Semmel sind es 2%.
Höhere Rohstoffkosten sind für steigende Lebensmittelpreise immer
weniger verantwortlich. Vielmehr sind die steigenden Lohn- und
Energiekosten der Mühlen, Bäcker und des Einzelhandels für die
Preissteigerungen verantwortlich."

Energie verteuert Essen nicht

Wlodkowski entkräftet auch die immer wieder kolportierte
Behauptung, dass wegen der steigenden Bioenergie-Produktion die
Lebensmittel teurer würden. "Für die Biotreibstoff-Produktion werden
in der EU-27 nur 1,5% der Getreideernte verwendet. Das ist nur ein
Zehntel der witterungsbedingten Ertragseinbußen in diesem Jahr", so
der Präsident. Die EU-Getreide-Ernte dürfte heuer aufgrund der
Wetterkapriolen um rund 40 Mio. t oder 15% unter der Normalernte von
rund 290 Mio. t liegen. Auch in Österreich wird die Gesamternte um
etwa 10% niedriger sein.

Für Biokraftstoff-Anteil von 10% gerüstet

"Außerdem ist Europa für einen Biokraftstoffanteil von 10% im Jahr
2020 gerüstet: Dazu sind knapp 60 Mio. t Getreide nötig. Ein
erheblicher Teil davon soll durch die Produktivitätssteigerung
kommen, rund 14 Mio. t aus der aufgehobenen Flächenstilllegung",
erläutert Wlodkowski. Er erwartet, dass im kommenden September die EU
die Flächenstilllegung für das kommende Jahr aufhebt. Für ihn ist
aber unumstößlich: "Die Bauern sind in erster Linie Lebens- und
Futtermittelproduzenten. Erst die verbleibenden Flächen werden für
Energiezwecke bereitgestellt".
(Schluss)

Rückfragehinweis:
AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst
Tel: 01/533-18-43, mailto:[email protected]
http://www.aiz.info
FAX: (01) 535-04-38

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