- 02.08.2007, 10:04:06
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GBH-Holper: Jeden Tag verunglücken 64 Bauarbeiter!
Arbeitsunfallzahlen steigen wieder - Maßnahmen gefordert
Wien (GBH/ÖGB) - 23.568 anerkannte Arbeitsunfälle gab es lt. AUVA
im Jahr 2006 allein im Bauwesen - um gut 1.000 mehr als im Jahr 2005.
41 davon endeten tödlich. Johann Holper, Bundesvorsitzender der
Gewerkschaft Bau-Holz (GBH): "Das bedeutet, dass im Durchschnitt
jeden Tag des Jahres 2006 rund 64 Bauarbeiter bei ihrer Arbeit bzw.
auf dem Weg dorthin verunglückt sind. Nachdem die Arbeitsunfallzahlen
jahrelang gesunken sind, ist jetzt wieder ein Ansteigen zu
beobachten, das keineswegs allein am Anstieg der Beschäftigtenzahlen
liegt: Denn erstens ist ein Beschäftigungsanstieg hauptsächlich bei
den geringfügig Beschäftigten und TeilzeitarbeitnehmerInnen zu
bemerken - und die arbeiten üblicherweise nicht am Bau. Und der durch
die gute Konjunktur bedingte zusätzliche Beschäftigtenanstieg setzte
erst 2007 richtig ein und kann deshalb auf die Zahlen von 2006 ebenso
kaum Einfluss haben." ++++
Holper weiter: "Unsere Bedenken, die wir vor sechs Jahren schon
bei der Novelle zum ArbeitnehmerInnenschutzgesetz vorgebracht haben,
scheinen sich zu bestätigen. Viele unserer Forderungen wurden damals
nicht angenommen, ein nicht nachvollziehbarer Spargedanke hat
stattdessen bei den politisch Verantwortlichen dominiert. Wenn schon
das menschliche Leid, das durch jeden Arbeitsunfall und jede
berufsbedingte Erkrankung entsteht, dem verantwortlichen Minister
Bartenstein nicht genug Anlass bietet, endlich zu handeln, dann
sollten dies wenigstens die Kosten tun, die diese traurigen
Ereignisse verursachen." Die AUVA hat für das Jahr 2002 für
Arbeitsunfälle im engeren Sinn (also ohne Wegunfälle) allein im
Bauwesen lebenslange Kosten von über 314 Millionen Euro errechnet!
"Die negative Entwicklung kann man nur umkehren, wenn die
Beratungszeiten durch ArbeitsmedizinerInnen in den Betrieben wieder
erhöht werden, wenn es eine berufsbegleitende Gesundheitsvorsorge
gibt und der ArbeitnehmerInnenschutz generell reformiert wird", so
Holper. "Es muss unser Ziel sein, dass die ArbeitnehmerInnen nach der
Arbeit wieder wohlbehalten zu Hause ankommen und gesund bis zur
Pension arbeiten können. Jedes Förderungsprogramm für ältere
ArbeitnehmerInnen kann nur dann greifen, wenn diese Menschen auch
gesundheitlich in der Lage sind, länger zu arbeiten. Das würde nicht
zuletzt auch dazu beitragen, FacharbeiterInnen länger im Beruf halten
zu können. Außerdem muss die Schwerarbeitsregelung endlich so
überarbeitet werden, dass jene Menschen, die ihr ganzes Leben lang
Schwerarbeit geleistet haben, auch die Anspruchsvoraussetzungen
erfüllen können. Es ist schön, dass Minister Buchinger sich hier
durchaus gesprächsbereit zeigt."
ÖGB, 2. August 2007
Nr. 458
Rückfragehinweis:
Gewerkschaft Bau-Holz Presse und Öffentlichkeitsarbeit Mag. Sonja Schmid Tel. 01/40147-246 Fax: 01/40147-314 E-Mail: [email protected] www.bau-holz.at
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