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Neues Volksblatt: "Roter Spalt" (von Christian Buchar)
Ausgabe vom 27. Juli 2007
Linz (OTS) - Während die Koalition praktisch jedes Reförmchen, das
sie angeht, mit Streit garniert, hat sich in der Sozialpartnerschaft
ein leiser, dafür umso effizienterer Arbeitsstil eingebürgert. Die
ohne großartige mediale Begleitmusik erzielten Ergebnisse heißen etwa
Mindestlohn, Arbeitszeitflexibilisierung oder Gesundheitspaket, ein
umfassendes Modell zur Weiterbildung soll im Herbst folgen.
Paradoxerweise ist die Blüte der Achse zwischen Wirtschaftskammer und
ÖGB zugleich mit einer Art Spaltung innerhalb der
Arbeitnehmervertretung verbunden. Eine Spaltung unter Parteifreunden:
Denn während der ÖGB unter Hundstorfer überraschende Beweglichkeit
und eine Gesamtsicht der Dinge, die erst Arbeitnehmererfolge wie den
Mindestlohn ermöglicht, dokumentiert, bunkert sich die AK unter
Herbert Tumpel weiter auf starr-dogmatischen Positionierungen ein und
verliert damit im politischen Gefüge immer mehr an Bedeutung. Tumpels
momentane Belastung als ehemaliger BAWAG-Aufsichtsratspräsident kann
da nicht als Ausrede dienen. Gerade auch eine gesetzliche
Interessenvertretung ist stets gefordert, sich selbst und ihre
Positionen weiterzuentwickeln. Sonst überlebt sie sich selbst.
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