• 02.07.2007, 13:46:08
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Treffen der COPA/COGECA-Arbeitsgruppe Blumen und Pflanzen in Wien

Österreichischer Gartenbau präsentiert, europäische Situation diskutiert

Wien (AIZ) - Erstmals nach zehn Jahren fand das Sommertreffen der
COPA/COGECA-Arbeitsgruppe Blumen und Pflanzen heuer - von 27. bis
29.06 - in Wien statt. Organisiert wurde die Zusammenkunft von der
Landwirtschaftskammer Österreich und dem Blumenbüro Österreich, die
die Gelegenheit nutzten, den europäischen Experten einen Einblick in
den heimischen Qualitätsgartenbau zu geben und ihre
Marketingaktivitäten zu präsentieren. COPA und COGECA sind die
Dachverbände der EU-Landwirte und ihrer Genossenschaften. Die
Arbeitsgruppe Blumen und Pflanzen tagt zweimal pro Jahr, einmal in
Brüssel und einmal in einem Mitgliedsland. Nächstes Jahr ist Italien
an der Reihe.

Einblick in die heimische Qualitätsblumen-Produktion

Auf dem Programm des Treffens stand einerseits die obligatorische
Arbeitssitzung, andererseits besuchte die Delegation das Wiener
Stadtgartenamt Blumengärten Hirschstetten, wo der Blumenschmuck für
die öffentlichen Grünanlagen Wiens hergestellt wird, sowie den
Schulgarten Kagran. Dieser weist eine große Vielfalt an Gartenformen
aus der ganzen Welt auf und dient als Übungsgelände für die
Berufsschule für Gartenbau und Floristik. Einen wesentlichen
Programmpunkt stellten auch die Führungen durch vier Wiener
Schnittblumenbetriebe dar. Die Gärtnereien von Nora und Lukas
Klimesch, Karin und Johannes Murgg, Silvia und Viktor Rongits sowie
Christa und Herbert Jedletzberger gaben den COPA/COGECA-Experten
einen Einblick in die hochqualitative heimische Blumenproduktion.
Abgerundet wurde das Programm durch eine Besichtigungstour, den
Besuch eines typischen Wiener Heurigen und einen Abendempfang im
Wiener Rathaus.

Mit Marketingaktivitäten regionale Produktion fördern

In den Diskussionen bei der Arbeitssitzung wurde deutlich, dass
die europäischen Gärtnereibetriebe und Floristen darunter leiden,
dass die Supermarktketten im Pflanzensektor an Marktanteilen
gewinnen. Oft handelt es sich bei der dort angebotenen Ware um
Billigblumen aus Drittländern, die unter niedrigen Qualitäts-,
Umwelt- und Sozialstandards hergestellt worden sind. Davon wollen
sich die europäischen Produzenten und Geschäfte mit gezielter
Information absetzen und - auch im Sinne des Klimaschutzes - vor
allem die regionale Produktion fördern. In Österreich wird diese
Öffentlichkeitsarbeit vom Blumenbüro Österreich durchgeführt, das die
Fülle seiner Marketingaktivitäten - speziell bei Anlässen wie
Valentinstag und Muttertag - den Experten der anderen Länder
präsentierte. Ziel ist es, die heimischen Konsumenten auf Kompetenz
und Qualität der europäischen und vor allem der österreichischen
Gärtner, Floristen und Baumschulen aufmerksam zu machen. Neben der
Forcierung des FFP-Labels (Fair Flowers Fair Plants) will sich die
COPA/COGECA-Arbeitsgruppe in Zukunft auch mit der Schaffung eines
eigenen EU-Qualitätssiegels befassen, um die europäische Produktion
von Drittländer-Ware klar abzugrenzen.

Klima, Beschäftigung und Energie als Herausforderungen

Weiters stellten die Teilnehmer fest, dass der milde Winter zu
einer Ankurbelung der Nachfrage geführt habe. Seitdem die
Temperaturen im April enorm angestiegen seien, habe diese jedoch
wieder stark nachgelassen. Sorgen bereitet den Experten auch, wie es
mit der Wasserversorgung weitergeht, wenn sich extreme
Dürreereignisse im Laufe des Klimawandels häufen sollten. Probleme
gibt es ferner im Beschäftigungsbereich. Einige Länder wie
Großbritannien meinten, dass sie Schwierigkeiten hätten, genügend
Saisonarbeitskräfte zu finden, da Rumänen und Bulgaren noch nicht für
den EU-Arbeitsmarkt zugelassen seien und Kräfte aus anderen Ländern
wie beispielsweise Polen in besser zahlende Industriebereiche
abwandern würden. Auch südliche Länder wie Spanien berichteten vom
herrschenden Kontrast zwischen der enormen illegalen Einwanderung aus
Afrika und dem Mangel an legal verfügbaren Arbeitskräften.

Deutlich wurde auch, dass der europäische Gartenbau große
Anstrengungen unternimmt und zahlreiche Projekte durchführt, um die
Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu vermindern und
mittelfristig auf erneuerbare Quellen umzusteigen. Außerdem halten
die Experten auch die internationalen Verhandlungen im Rahmen der WTO
und im Hinblick auf ein neues Abkommen mit den
Afrikanisch-Karibisch-Pazifischen (AKP-)Staaten im Auge. Weitere
Themen, die die Experten beschäftigen, sind Gentechnik, auftretende
Pflanzenschädlinge sowie Handelsbedingungen und -vorschriften. Nähere
Informationen sind beim Blumenbüro Österreich, Laxenburgerstraße 367,
1230 Wien, Telefonnummer +43/1/615 12 98, Fax +43/1/615 12 99 oder
per E-Mail an [email protected] erhältlich.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst
Tel: 01/533-18-43, mailto:[email protected]
http://www.aiz.info
FAX: (01) 535-04-38

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