- 19.06.2007, 13:16:03
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Ettl: Aus Fehlern bei Equitable Life Assurance lernen
Wien (SK) - Rund eine Million geschädigte Kunden, vor allem in
Großbritannien, aber auch in Deutschland und Irland, mit einem
geschätzten Verlust von etwa 4 Milliarden Euro. Das ist das Ausmaß
des Schadens, der durch eine verfehlte Geschäftspolitik und
unzureichende Rücklagen bei Lebensversicherungen der Equitable Life
Assurance im Jahr 2001 entstanden ist. Der Endbericht des
Untersuchungsausschusses des Europäischen Parlaments zu diesem Fall
wurde heute im Plenum des Parlaments abgestimmt. "Die Untersuchungen
haben gezeigt, dass sowohl die britischen Behörden, als auch die
EU-Kommission bei der Aufklärung des Falles wenig vorbildlich
gearbeitet haben", so das Resümee des SPÖ-Europaabgeordneten Harald
Ettl, der Mitglied des Untersuchungsausschusses war. ****
"Britische Behörden haben bei der Umsetzung der dritten
EU-Lebensversicherungsrichtlinie deutliche Fehler erkennen lassen.
Gleichzeitig hat die EU-Kommission die Umsetzung der Gesetze in den
Mitgliedstaaten nicht so überwacht, wie es eigentlich ihre Aufgabe
gewesen wäre. Nur durch das Zusammenspiel der verschiedenen Mängel
konnten derartig große Schwierigkeiten auftreten", so Ettl.
"Weiters hat der Bericht gezeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen
den britischen, irischen und deutschen Behörden bei der Aufklärung
mangelhaft war. Außerdem kritisiert der Bericht, dass die vorhandenen
Beschwerdemaßnahmen nicht ausreichend waren. Die Informationen für
die Geschädigten waren ungenügend, oft gab es niemanden, der sich für
die Ratsuchenden zuständig erklärte", kritisiert der
SPÖ-Europaabgeordnete.
"Aus all diesen Fehlern muss für die Zukunft gelernt werden. Die
Überarbeitung der Lebensversicherungsrichtlinie, die derzeit auf
europäischer Ebene geschieht, muss auf die Probleme eingehen und
diese aufarbeiten. Konkret fordert der Bericht etwa, dass die
Rücklagen für mögliche Ausfälle erhöht werden. Gleichzeitig muss die
Kontrolle bei der Umsetzung von Richtlinie in nationales Recht
verbessert werden. Wenn es sich um europäische Produkte handelt, sind
koordinierte EU-weite Kontrollen unerlässlich, um das Vertrauen in
Altersvorsorgesysteme und Lebensversicherungen durch
Privatgesellschaften wiederherzustellen", fordert Ettl. (Schluss)
js/mm
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