Neues Volksblatt: "Verlängerung" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 6. Juni 2007

Linz (OTS) - Ein Blick zurück an den Ausgangspunkt: In den letzten Jahren hatte sich im Betreuungsbereich in einer rechtlichen Grauzone bzw. in der Illegalität ein Markt mit Kräften aus dem Ausland entwickelt. Im NR-Wahlkampf sah die SPÖ plötzlich die Chance, mit dem Thema den damaligen Kanzler Wolfgang Schüssel anzupatzen - was laut Wahlanalysen auch gewirkt hat.
Jetzt allerdings holt die SPÖ die raue Realität ein, dass zwischen plakativer Anprangerung eines Problems und dessen Lösung zähe Arbeit liegt. Und die ist in Sachen Finanzierung schlicht nicht erledigt. Denn natürlich kann ein Rechtsstaat, der sich selbst ernst nimmt, nicht hinnehmen, dass zentrale Herausforderungen augenzwinkernd über den Weg der Illegalität gelöst werden. Die Überführung in die Legalität hat aber auch ihren Preis. Und der kann nicht einfach nur von den Betroffenen geleistet werden. Finanzielle Unterstützungen erst ab Pflegestufe 5 greifen da zu kurz. Angesichts solcher Unklarheiten nicht einmal ein Monat vor dem Ende der Amnestie für illegale Betreuung bleibt nur deren Verlängerung. Denn unfertige Lösungen und Ungewissheit sind für die Betroffenen unzumutbar.

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