- 05.06.2007, 14:21:11
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Leitl fordert Ende der konjunkturbelastenden Leitzinserhöhungen
Österreichs Unternehmen bekommen die negativen Auswirkungen der hohen Zinssätze bereits am eigenen Leib zu spüren
Wien (PWK426) - "Die Währungshüter in Frankfurt dürfen die
europäische Wirtschaft nicht mit einer weiteren Leitzinserhöhung
belasten. Die für morgen Mittwoch zu befürchtende Anhebung auf vier
Prozent sollte dringend überdacht und im Zuge der Gesamtentwicklung
verantwortungsvoll entschieden werden", fordert Christoph Leitl,
Präsident der Wirtschaftskammer Österreich: "Ein Leitzinsniveau von
vier Prozent kann nicht als "moderat" bezeichnet werden." Leitl
verweist auf den durchschnittlichen Leitzinssatz seit Beginn der
Währungsunion: Dieser liegt bei drei Prozent. "Nach einer neuerlichen
Erhöhung würde der Zinssatz um einen vollen Prozentpunkt darüber
liegen."
Die Message der Europäischen Zentralbank sei längst angekommen.
Laut neuesten Prognosen wird die Inflationsrate der Eurozone 2007 und
2008 um die zwei Prozent ausmachen. "Damit hat die EZB ihr Ziel
erreicht. Nun muss ein Umdenken einsetzen, betont der WKÖ-Präsident.
Die Inflationsaussichten der Europäischen Zentralbank seien zu
pessimistisch. "Nun muss alles getan werden, um das aktuelle
Wirtschaftswachstum zu stabilisieren. Konjunkturhemmende Maßnahmen
sind klar zu vermeiden und durch vertrauensbildende zu ersetzen."
Österreichs Unternehmen bekommen die negativen Auswirkungen der
hohen Zinssätze bereits am eigenen Leib zu spüren: Laut
Österreichischer Nationalbank sind die heimischen Zinnsätze für
Unternehmenskredite auf Grund der Leitzinserhöhungen im ersten
Quartal 2007 um 0,3 Prozentpunkte angestiegen. "Zudem steigern die
hohen Zinssätze den Außenwert des Euro und belasten die Exporteure",
so Leitl.
Auch führende europäische Politiker mahnen Frankfurt zu einem
Richtungswechsel. Leitl verweist auf die Aussagen des neuen
französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy: Dieser forderte die
Zentralbanker auf, nicht weiter die "nicht existierende Inflation" zu
bekämpfen, sondern sich verstärkt um die Förderung des
Wirtschaftswachstums und die Schaffung von Jobs zu kümmern.
"Die Währungshüter sollten sich viel mehr auf die Evaluierung
ihrer geldpolitischen Gesamtstrategie konzentrieren", verlangt Leitl.
Ziel einer neuen Strategie sollte es sein, den Zwei-Säulen-Ansatz -
wirtschaftspolitische und geldpolitische Analysen - in einer
gemeinsamen, verständlichen Entscheidungsbasis zu vereinen: "So kann
ein Gleichgewicht zwischen Wachstum, Beschäftigung und
Währungsstabilität erreicht werden." (FA)
Rückfragehinweis:
EU-Büro der Wirtschaftskammer Österreich
Mag. Franziska Annerl,
Tel.: +32/474/472594
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