Leitl fordert Ende der konjunkturbelastenden Leitzinserhöhungen

Österreichs Unternehmen bekommen die negativen Auswirkungen der hohen Zinssätze bereits am eigenen Leib zu spüren

Wien (PWK426) - "Die Währungshüter in Frankfurt dürfen die europäische Wirtschaft nicht mit einer weiteren Leitzinserhöhung belasten. Die für morgen Mittwoch zu befürchtende Anhebung auf vier Prozent sollte dringend überdacht und im Zuge der Gesamtentwicklung verantwortungsvoll entschieden werden", fordert Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich: "Ein Leitzinsniveau von vier Prozent kann nicht als "moderat" bezeichnet werden." Leitl verweist auf den durchschnittlichen Leitzinssatz seit Beginn der Währungsunion: Dieser liegt bei drei Prozent. "Nach einer neuerlichen Erhöhung würde der Zinssatz um einen vollen Prozentpunkt darüber liegen."

Die Message der Europäischen Zentralbank sei längst angekommen. Laut neuesten Prognosen wird die Inflationsrate der Eurozone 2007 und 2008 um die zwei Prozent ausmachen. "Damit hat die EZB ihr Ziel erreicht. Nun muss ein Umdenken einsetzen, betont der WKÖ-Präsident. Die Inflationsaussichten der Europäischen Zentralbank seien zu pessimistisch. "Nun muss alles getan werden, um das aktuelle Wirtschaftswachstum zu stabilisieren. Konjunkturhemmende Maßnahmen sind klar zu vermeiden und durch vertrauensbildende zu ersetzen."

Österreichs Unternehmen bekommen die negativen Auswirkungen der hohen Zinssätze bereits am eigenen Leib zu spüren: Laut Österreichischer Nationalbank sind die heimischen Zinnsätze für Unternehmenskredite auf Grund der Leitzinserhöhungen im ersten Quartal 2007 um 0,3 Prozentpunkte angestiegen. "Zudem steigern die hohen Zinssätze den Außenwert des Euro und belasten die Exporteure", so Leitl.

Auch führende europäische Politiker mahnen Frankfurt zu einem Richtungswechsel. Leitl verweist auf die Aussagen des neuen französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy: Dieser forderte die Zentralbanker auf, nicht weiter die "nicht existierende Inflation" zu bekämpfen, sondern sich verstärkt um die Förderung des Wirtschaftswachstums und die Schaffung von Jobs zu kümmern.

"Die Währungshüter sollten sich viel mehr auf die Evaluierung ihrer geldpolitischen Gesamtstrategie konzentrieren", verlangt Leitl. Ziel einer neuen Strategie sollte es sein, den Zwei-Säulen-Ansatz -wirtschaftspolitische und geldpolitische Analysen - in einer gemeinsamen, verständlichen Entscheidungsbasis zu vereinen: "So kann ein Gleichgewicht zwischen Wachstum, Beschäftigung und Währungsstabilität erreicht werden." (FA)

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