• 24.05.2007, 13:33:22
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Hörl: Dem Klimawandel muss global begegnet werden

ÖVP-Tourismussprecher bei der Parl.Enquete "Klimawandel - Chancen und Herausforderungen für den österreichischen Tourismus?"

Wien (ÖVP-PK) - Wir befinden uns bei der Klima-Debatte auf einem
schmalen Grat zwischen Übertreibung und Verharmlosung. Als Mann aus
den Bergen sind mir solche schmalen Grate durchaus vertraut. Es gilt,
mit Gelassenheit und nüchternem Blick die Gefahren und Chancen eines
Weges abwägen und dann die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das
sagte heute, Donnerstag, der ÖVP-Tourismussprecher und Tiroler
Abgeordnete Franz Hörl anlässlich der Parlamentarischen Enquete
"Klimawandel - Chancen und Herausforderungen für den österreichischen
Tourismus?". ****

"Wir alle haben ‚scheinbar’ die Erfahrung gemacht, dass sich das
Wetter weit extremer entwickelt als in der Vergangenheit. Diese
subjektive Empfindung beruht u.a. darauf, dass uns heute jede
Information aus der ganzen Welt zur Verfügung steht. Nahezu jeder
Taifun, jeder Hurrikan, jeder Sturm und damit jede Katastrophe wird
bekannt. Dieser Eindruck über das extreme Wetter ist aber sachlich
falsch. Nachweislich war das Wetter im 19. Jahrhundert zu allen
Jahreszeiten in allen Gegenden der Alpen extremer als im 20.
Jahrhundert", erläuterte Hörl. Unter der Pasterze (Gletscher im
Großglockner-Massiv) war vor 10.000 Jahren ein Zirbenwald, wie
ständig ausapernde Baumstämme beweisen. Die Großglockner
Hochalpenstraße wurde etwa im Olympiawinter 1964 ohne winterliche
Schwierigkeiten bis Ende Februar offen gehalten, da man auf Kärntner
Seite Schi fahren konnte.

Trotzdem müsse man den Klimawandel und die permanente Klimaerwärmung
akzeptieren. "Es ist sinnvoll und notwendig, mit der gebotenen
Gelassenheit und Konsequenz jene ökologisch relevanten Maßnahmen zu
setzen, die der Erderwärmung gegensteuern. Wir müssen uns aber auch
im Klaren sein, dass alle Maßnahmen, die wir in Österreich setzen, in
erster Linie eine symbolische und Bewusstseins bildende Wirkung
haben. So lange es keine globalen Maßnahmen, vor allem der größten
Akteure wie USA, China und Indien geben wird, ändert sich durch unser
ökologisches Handeln nichts. Probleme wie beispielsweise das
Waldsterben durch den sauren Regen sind nicht regional oder national
zu lösen, sondern nur global", ist Hörl überzeugt.

Die neuen Bedingungen und Verhältnisse würden auch Chancen bieten,
verwies Hörl darauf, dass die österreichische Wirtschaft gerade auf
dem Sektor Umwelttechnologie zu den innovativsten der Welt gehört.
"Dieser Wirtschaftszweig wächst mit 7,3 Prozent pro Jahr schneller
als der Rest. Die Forschungsquote beträgt hier 5,6 Prozent.
Österreich liegt beim Anteil der erneuerbaren Energie an vierter
Stelle in der EU. Bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien an
zweiter Stelle."

Im Tourismus werde der Klimawandel die ohnehin notwendige permanente
Weiterentwicklung nur beschleunigen. Die Annahme, dass sich der
Wintertourismus zwangsläufig negativ entwickeln werde, greift laut
Hörl zu kurz und sei gerade in den vergangenen Monaten widerlegt
worden. Trotzdem müsse man weiter in qualitätvolle Beschneiung und
alternative Angebote im Winter investieren und Hotels und
Infrastrukturen verbessern. Die Politik könne durch die Schaffung
entsprechender Rahmenbedingungen als Problemlöser für Unternehmen
fungieren, verwies Hörl abschließend auf zu erweiternde Freiräume und
steuerliche Spielräume.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel. 01/40110/4432
http://www.oevpklub.at

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