- 24.05.2007, 09:51:49
- /
- OTS0072 OTW0072
Kongo-Regenwald in Gefahr
Greenpeace verstärkt Engagement gegen Regenwald-Zerstörung in Afrika
Wien (OTS) - Presseaussendung
Donnerstag, 24. Mai 2007
Umwelt/Greenpeace/Wald/Natur/Kongo
Kongo-Regenwald in Gefahr
Greenpeace verstärkt Engagement gegen Regenwald-Zerstörung in Afrika
Wien - Der zweitgrößte Regenwald der Erde, der Kongo, ist massiv in
seiner Existenz bedroht. Nach Ende des schrecklichen Krieges in der
Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo), der rund vier Millionen
Menschenleben gefordert hat, setzt sich die Zerstörung und Ausbeutung
des Landes weiter fort. Internationale Holzkonzerne nützen nun das
entstandene Machtvakuum, um den natürlichen Holzreichtum des Kongo zu
plündern. "Der Kongo ist Heimat für Millionen von Menschen, einer der
wichtigsten Orte für die Artenvielfalt und eine Schlüsselregion für
das Weltklima. Die Erhaltung des Kongo-Regenwaldes ist von globaler
Bedeutung und muss ein Anliegen für die Weltgemeinschaft sein", so
Bernhard Obermayr, Waldexperte von Greenpeace.
In der DR Kongo befinden sich gut sechzig Millionen Hektar
unberührter Urwälder, was der siebenfachen Fläche Österreichs
entspricht. Acht Prozent des weltweit in Wäldern vorhandenen
Kohlenstoffs werden im Kongo gespeichert, der deshalb für die
Stabilisierung des Klimas von großer Bedeutung ist. Auf dem Papier
gibt es seit dem Jahr 2002 ein Moratorium auf die Vergabe neuer
Einschlagsgenehmigungen. Tatsächlich haben sich aber zwischen 2002
und heute die Konzessionsgebiete auf über 21 Millionen Hektar mehr
als verdoppelt. Ein großer Teil der verteilten Waldflächen ist
besonders wertvolles Naturschutzgebiet, das für das Überleben der
nächsten Verwandten der Menschen - Bonobo-Affen, Schimpansen und
Gorillas - existenziell ist.
Doch bislang gilt nur für sieben Prozent der noch vorhandenen
Urwälder in der DR Kongo ein Schutzstatus. Der Rest steht den
internationalen Firmen zur Plünderung frei. Es besteht die Gefahr,
dass die DR Kongo innerhalb der nächsten Jahre mehr als vierzig
Prozent ihrer Wälder verlieren wird. Zusätzlich bahnt sich durch den
Raubbau am Regenwald eine ökologische und soziale Katastrophe an.
"Die industrielle Forstwirtschaft im Kongo ist durch exzessiven und
unkontrollierten Kahlschlag gekennzeichnet. Die Entwicklung geht auf
Kosten der lokalen Bevölkerung, die nur verliert, während die
Holzkonzerne die Gewinne einstreifen", beschreibt René Ngongo,
Sprecher der kongolesischen Umweltorganisation OCEAN, die Situation
in seiner Heimat.
Rund vierzig Millionen Menschen sind existenziell abhängig vom
Kongo-Regenwald, darunter auch 300.000 Pygmäen, die als indigene
Gemeinschaft ausschließlich im Kongo leben. "Das physische und
soziale Überleben dieser Menschen hängt vom Erhalt des Regenwaldes
ab. Die kongolesischen Behörden und die Weltgemeinschaft haben den
Bedürfnissen der Bewohner des Kongo unbedingt Vorrang vor den
Interessen der Holzkonzerne einzuräumen", fordert Adrien Sinafasi,
Vorsitzender von ‚Pygmies Indigenous People Association Network’.
Von der internationalen Staatengemeinschaft fordern Greenpeace und
die kongolesische Zivilgesellschaft verstärktes Engagement zur
Rettung des Kongo-Regenwaldes sowie größere Anstrengungen beim Aufbau
entsprechender Strukturen zum Schutz des Waldes. "Nur ein verstärktes
Engagement der europäischen Länder zum Schutz des Kongos kann die
Katastrophe noch abwenden", appellieren Ngongo und Sinafasi.
Rückfragen:
Steffen Nichtenberger, Pressesprecher, 0664-6126703
Bernhard Obermayr, Waldexperte, 0664-4904986
Weitere Informationen zum Download:
http://www.greenpeace.at/regenwald_kongo
Audio-Mitschnitte von der Pressekonferenz zum Download: www.o-ton.at
Rückfragehinweis:
Greenpeace CEE
Steffen Nichtenberger
Tel: +43 (0)664 612 67 03
mailto:[email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRP






