• 22.05.2007, 10:00:00
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Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA legt ihren Jahresbericht 2006 vor. Ihr neues Strategie - Konzept "Better Regulation" treibt die Intensivierung der Vor-Ort-Prüfungstätigkeit und die Stärkung des integrierten Aufsichtsansatzes weiter voran.

Wien (OTS) - "Die FMA ist heute als integrierte Aufsichtsbehörde
nach modernsten internationalen Vorbildern gut aufgestellt", stellten
die beiden Vorstände der FMA, Dr. Kurt Pribil und Dr. Heinrich
Traumüller, bei der Präsentation des Jahresberichtes 2006 fest. Der
Tätigkeitsbericht über das nunmehr bereits fünfte Geschäftsjahr der
FMA bestätige eindrucksvoll wie richtungsweisend die Gründung der FMA
als unabhängige, weisungsfreie und integrierte Aufsichtsbehörde über
den gesamten Finanzmarkt Österreichs im Jahr 2002 war. "Heute
beaufsichtigen wir mit 211 Mitarbeitern rund 1.350 konzessionierte
Unternehmen sowie den Handel in börsennotierten Wertpapieren und
nutzen unsere Synergien bei Kosten und Know-how", so Traumüller.
"Allein die Tatsache, dass der Gesetzgeber uns im Lauf der Jahre
weitere Kompetenzen wie die Aufsicht über die
Mitarbeitervorsorgekassen, die Finanzkonglomerate, den Kampf gegen
graue und schwarze Schafe auf dem Kapitalmarkt sowie die
Prospektaufsicht übertragen hat, belegt, dass der Gesetzgeber hinter
dem Ansatz der integrierten Aufsicht steht", ergänzte Pribil.

Der FMA-Vorstand merkte aber auch selbstkritisch an, dass die
Aufsicht sich ständig weiter entwickeln müsse. "Aufsicht ist etwas
Dynamisches", so Pribil, "wir müssen uns den Entwicklungen auf dem
Markt ständig anpassen und den Beaufsichtigten in neue Märkte
folgen." Es sei zwar in diesen fünf Jahren gelungen, die Zahl der
Vor-Ort-Prüfungen spürbar zu erhöhen, die Prüffrequenz und Intensität
müsse aber weiter erhöht werden. Der FMA-Vorstand erinnerte daran,
dass vor Gründung der FMA etwa im Bankenbereich lediglich 14
Vor-Ort-Prüfungen erfolgten, heute seien es bereits 55. Weiters
merkte er an, dass es im Bereich Versicherungsaufsicht und
Pensionskassenaufsicht vor Gründung der FMA de facto keine
Vor-Ort-Prüfungen gegeben habe, im Berichtsjahr habe es aber bereits
34 Vor-Ort-Prüfungen und Einschauen bei Versicherungsunternehmen
gegeben, vier bei Pensionskassen. Bei
Wertpapierdienstleistungsunternehmen hingegen konnte die Zahl der
Vor-Ort-Prüfungen lediglich bei rund 15 pro Jahr gehalten werden.

Mit ihrem neuen Strategie-Konzept "Better Regulation" wolle die
FMA insbesondere die Frequenz und Intensität der Vor-Ort-Prüfungen
erhöhen. "Wir müssen die Follow-ups, bei denen wir prüfen, ob die
behördlich angeordneten Maßnahmen auch entsprechend umgesetzt wurden,
institutionalisieren. Wir müssen Themenschwerpunkte wie Geldwäsche,
IT-Systeme oder operationale Risiken stärker in den Fokus rücken. Und
wir müssen risikoorientiert die Prüffrequenz erhöhen, also Sorge
tragen, dass die Prüfintervalle deutlich verkürzt werden", so Pribil.

"Der Aufsichtsrat hat bereits im Herbst unser
Better-Regulation-Paket gut geheißen und dafür die Aufnahme von bis
zu 45 zusätzlichen Mitarbeitern zustimmend zur Kenntnis genommen", so
Traumüller: "Die ersten 25 davon werden bereits heuer aufgenommen."
Neben der Intensivierung der Vor-Ort-Prüfungstätigkeit gehe es im
Strategie-Paket "Better-Regulation" aber vor allem um eine weitere
Stärkung des integrierten Aufsichtsansatzes sowie der internationalen
Zusammenarbeit mit Schwesterbehörden. "Die Branchen-, Sektor- und
Produktgrenzen verschwimmen immer mehr. Da geht es für die Aufsicht
darum, ein Level-Playing-Field zu schaffen, für faire
Wettbewerbsbedingungen zu sorgen. Es kommt auch immer stärker zu
einem Risikotransfer über Sektor- und Branchengrenzen hinweg, da ist
ein integrierter Aufsichtsansatz unumgänglich", so Traumüller.
Angesichts der beachtlichen Marktstellung österreichischer
Finanzdienstleister in Zentral- und Osteuropa sei auch die
grenzüberschreitende Aufsicht von immer größerer Bedeutung,
schließlich schlummern dort nicht nur Chancen sondern auch Risiken,
die nach Österreich zurückschlagen könnten.

"Mit der Gründung der FMA wurde die Aufsicht über den
österreichischen Finanzmarkt auf ein völlig neues Fundament
gestellt", waren sich die beiden FMA-Vorstände einig: "Dabei geht es
aber nicht nur um den integrierten Ansatz sondern um eine völlig neue
Aufsichtsphilosophie: Weg von der reinen Rechtsaufsicht hin zu einer
wirtschaftlich orientierten Aufsicht, weg von einer quantitativen,
auf Kennzahlen fokussierten Aufsicht hin zu einer qualitativen
Aufsicht, die auf die Risikomanagementsysteme fokussiert." Als
Stichworte seien hier nur die neuen Eigenmittel-Regime für Banken und
Versicherungen, Basel II und Solvency 2, genannt. Auch die anderen
EU-Richtlinien, die im Zuge des "Financial Services Action Plan" zu
implementieren sind, gehen eindeutig in diese Richtung.

Die FMA habe auf diese Herausforderungen rasch, effizient und
effektiv reagiert. "Wir haben in praktisch allen Bereichen das
Meldewesen modernisiert, neue Analyse-Tools entwickelt und über die
FMA-Mindeststandards in Verbindung mit den von ihr zu erlassenden
einschlägigen Verordnungen neue Rahmenbedingungen geschaffen", so
Traumüller. Als Beispiele nannte er etwa "SRP", das neue Analyse-Tool
für Banken, den "Market Abuse Detector" (MADe), das neue
Überwachungstool für den Wertpapierhandel, sowie die Stress-Tests,
die nun auch flächendeckend bei Versicherungsunternehmen eingesetzt
werden.

"Wir sind heute als integrierte Aufsicht gut aufgestellt, wir
müssen aber als `Aufsicht mit Biss´ unsere Waffen ständig neu
schärfen. Wir gehen daher optimistisch in die Verhandlungen über eine
Reform der Finanzmarktaufsicht in Österreich und sind überzeugt, dass
wir daraus gestärkt hervorgehen werden", schlossen die FMA-Vorstände
Dr. Kurt Pribil und Dr. Heinrich Traumüller.

Rückfragehinweis:
Rückfragehinweis für Journalisten:
Klaus Grubelnik (FMA-Mediensprecher)
++43/(0)1/24959 - 5106
++43/(0676)/88249516

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