- 21.05.2007, 18:27:36
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DER STANDARD-Kommentar "Blitzverkauf"
von Renate Graber
Wien (OTS) - Der Kärntner Landeshauptmann fackelt nicht lange. Er
schafft Fakten, unverrückbare. Das eindrücklichste Beispiel ist
sattsam bekannt: Die Kärntner Ortstafeln, die Jörg Haider eigenhändig
verrückt hat, auf dass sie einsprachig bleiben - entgegen dem Auftrag
des Verfassungsgerichtshofs.
Der Verkauf der landeseigenen Hypo Alpe Adria ist auch verrückt - und
vor allem sehr aufklärungsbedürftig. Das Land Kärnten braucht
dringend Geld, der von Haider angepeilte Börsengang der Bank lässt
sich jedoch nicht so schnell umsetzen. Stichworte: hunderte Millionen
Spekulationsverluste, gerichtliche Untersuchungen gegen den
Aufsichtsratchef der Bank, Ex-Bankchef Wolfgang Kulterer, gegen
Ex-Vorstandsmitglieder, eine noch immer nicht abgeschlossene
Vorortprüfung der Notenbank. Macht alles keinen schlanken Fuß.
Der Blitzverkauf an den langjährigen Bawag-Aktionär Bayerische
Landesbank, der beim Bawag-Verkauf das Nachsehen hatte und sich
seinen Einstieg in Österreichs zweitaufregendste Bank satte 1,6
Milliarden Euro kosten lässt, macht das auch nicht. Während die
Kontrollgremien der Verkäufer (Land und Grazer Wechselseitige) noch
über den Abtretungsverträgen an den Investor und künftigen Bankchef
Tilo Berlin brüteten (seine Investorengruppe übernahm eine
Sperrminorität), war Hypo-Präsident Kulterer mit Berlin längst einen
Schritt weiter. Er verhandelte den Weiterverkauf an die BayernLB.
Das Kontrollgremium der Kärntner Landesholding konnte nur noch
abnicken. Keine Ausschreibung. Keine Suche nach besseren Angeboten.
Keine Aufklärung, wer hinter Tilo Berlin steht, der am Weiterverkauf
kräftig verdienen wird. Keine Antwort auf die Frage, wozu es den
Zwischenhandel mit Berlin überhaupt gebraucht hat. Dafür ist alles
blitzschnell gegangen.
Rückfragehinweis:
Der Standard
Tel.: (01) 531 70/445
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